Lade Inhalte...

Weltkriegs-Gedenken Weiterreise nach Belgien

Nach dem Besuch im Elsass setzt Joachim Gauck seine Gedenkreise an diesem Montag in Belgien fort, dem Einfallsland für den deutschen Angriff auf Frankreich.

03.08.2014 15:10
Staatstragend: Joachim Gauck (v.) und François Hollande beim Weltkriegs-Gedenken in den Vogesen. Foto: dpa

Nach dem Besuch im Elsass setzt Joachim Gauck seine Gedenkreise an diesem Montag in Belgien fort, dem Einfallsland für den deutschen Angriff auf Frankreich. In Lüttich werden er und Repräsentanten aus 30 Ländern von Belgiens König Philippe empfangen.

Bei der Zeremonie in der über der Stadt gelegenen Gedenkstätte Cointe werden neben dem Bundespräsidenten auch Hollande und der Herzog von Cambridge, Prinz William, sprechen. Erwartet werden zu der Zeremonie unter anderen die Staatschefs von Italien, Irland, Österreich, Serbien und Slowenien sowie der spanische König Felipe mit seiner Frau Letizia.

In Lüttich waren am 4. August 1914 rund 25.000 deutsche Soldaten zur ersten großen Offensive des Krieges angetreten. Doch trotz des intensiven Artilleriebeschusses setzte sich die Stadt an der Maas, die mit ihrem Ring aus zwölf Festungen als einer der am besten geschützten Orte Europas galt, zwölf Tage zur Wehr. Am 16. August dann fiel Lüttich – und die Deutschen setzten ihren Feldzugn in Richtung Frankreich fort. Bei Lüttich kamen etwa 20.000 Belgier und rund 5300 Deutsche ums Leben, wurden verwundet oder gefangengenommen.

Am Nachmittag wird der Bundespräsident in Löwen der zahlreichen zivilen Opfer in Belgien gedenken und die berühmte Alte Bibliothek besuchen. Die deutschen Truppen hatten die Stadt am 19. August eingenommen und wüteten dort auf schockierende Weise. Am 29. August musste die Bevölkerung Löwen verlassen, die Deutschen setzten die Innenstadt in Brand, mehr als eintausend Häuser wurden vernichtet. Als besonderer Kulturbruch wird die gezielte Brandschatzung der historischen Universitätsbibliothek betrachtet, mit der 1000 mittelalterliche Handschriften und 300.000 Bücher in Flammen aufgingen.

Am Abend nimmt Gauck schließlich auf dem Soldatenfriedhof St. Symphorien in Mons an einer deutsch-britischen Gedenkfeier teil. Dort ruhen 229 Gefallene des Commonwealth und 284 Deutsche, die in der Schlacht von Mons am 23. und 24. August getötet wurden. Bestattet sind dort auch John Parr, der erste alliierte Soldat, der 1914 starb, sowie George Edwin Ellison und George Lawrence Price, den beiden letzten Toten der Briten im Krieg.

Der Überfall auf Belgien führte dazu, dass Großbritannien Deutschland noch am selben Tag den Krieg erklärte. Wenige Tage nach den deutschen Kriegserklärungen an Russland und Frankreich waren damit die alle europäischen Großmächte in den Konflikt verwickelt, der von ihnen der „Große Krieg“ genannt wurde und in die Geschichte als der Erste Weltkrieg einging. hs

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen