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Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Nach 1968 war die Bundesrepublik nicht mehr dasselbe Land. Die FR untersucht in einer Serie, was ’68 vorausging.

Bascha Mika und Arnd Festerling
Bascha Mika und Arnd Festerling. Foto: Andreas Arnold

Was fällt Ihnen ein, wenn sie an ’68 denken? Studentenbewegung, Revolte, freier Sex, APO, Kommune 1, Emanzipation, Drogen, Kinderläden? Es ist ein Jahr, in dem sich nicht nur die Bundesrepublik im extremen Unruhezustand befindet. In den USA gehen junge Leute massenhaft gegen den Vietnamkrieg auf die Straße; die schwarze Bürgerrechtsbewegung verliert durch den Mord an Martin Luther King ihren bekanntesten Repräsentanten. In Frankreich brennen bei den Mai-Unruhen die Barrikaden. In Polen demonstrieren Studierende und in der Tschechoslowakei wird der „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ von russischen Panzern niedergewalzt.

Nach 1968 war die Bundesrepublik nicht mehr dasselbe Land. Der Aufstand gegen die Nazi-Väter, gegen die Alt-Männer-Autoritäten in den Institutionen, gegen die Unterdrückung von Frauen und die repressive Moral der 50er Jahre war der Auftakt zu einer neuen Gesellschaft.

Was ging ’68 voraus? Was alles passierte in diesem mythenbeladenen Abschnitt der deutschen Geschichte? Welche gesellschaftliche Langzeitwirkung hatte die Revolte? Fragen, mit denen wir uns in einer FR-Serie beschäftigen werden. Und weil das Thema so vielfältig und komplex ist, starten wir heute mit der vorliegenden Sonderausgabe, die sich nicht nur, aber insbesondere mit der Zeit vor ’68 beschäftigt.

Bis weit ins nächste Jahr hinein wird uns das Thema immer wieder in der Zeitung begleiten. Wir versprechen Ihnen eine interessante Lektüre und vielleicht die eine oder andere neue Erkenntnis.

Ihre
Bascha Mika, Arnd Festerling
Chefredaktion

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