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Zahl der EHEC-Toten erneut gestiegen

Die Zahl der EHEC-Toten ist erneut gestiegen. Eine 38 Jahre alte Frau aus Schleswig-Holstein wurde das siebte Opfer ...

28.05.2011 11:30
EHEC hält die Deutschen weiter in Atem.

Berlin. Die Zahl der EHEC-Toten ist erneut gestiegen. Eine 38 Jahre alte Frau aus Schleswig-Holstein wurde das siebte Opfer des gefährlichen Durchfallerregers. Sie starb am Donnerstagabend in einem Kieler Krankenhaus an der schweren Komplikation HUS, dem hämolytisch-urämischen Syndrom.

«Die Frau wurde einige Tage zuvor bereits in einem sehr kritischen Zustand bei uns eingeliefert», sagte eine Krankenhaussprecherin am Samstag.

Bislang wurden deutschlandweit rund 1000 bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert. Normalerweise werden in Deutschland im gesamten Jahr etwa 900 Infektionen mit den Bakterien gemeldet. Mehrere Menschen schwebten weiter in Lebensgefahr. Von den sieben Toten waren sechs Opfer Frauen.

Nach Einschätzung von Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) ist der Höhepunkt der Krankheitswelle noch nicht erreicht, da bis zu zehn Tage zwischen einer Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit liegen könnten. Er gehe außerdem davon aus, dass es außer den spanischen Salatgurken vom Hamburger Großmarkt noch weitere Ansteckungsquellen geben müsse.

Unterdessen dementierten spanische Behörden Informationen der EU-Kommission, wonach zwei Agrarbetriebe in Südspanien wegen EHEC-Verdachts vorübergehend geschlossen worden seien. In den beiden Betrieben in den Provinzen Almería und Málaga seien lediglich bestimmte Mengen von abgeernteten Gurken vorsichtshalber sichergestellt worden, die möglicherweise mit den in Deutschland aufgetretenen EHEC-Infektionen in Verbindung stehen könnten, teilte das Gesundheitsministerium der Region Andalusien in der Nacht zum Samstag in Sevilla mit.

Die Produktion in den beiden Betrieben sei in keiner Weise gestoppt worden. Experten entnahmen Boden-, Wasser und Produktproben. Diese werden derzeit analysiert.

Deutschlands Bauern klagen indes weiter über starke Absatzeinbrüche: Der Vizepräsident des schleswig-holsteinischen Bauernverbands Hans-Peter Witt sieht «irrsinnige Schäden» bei heimischen Landwirten. Salat sei praktisch nicht zu verkaufen, sogar bei Erdbeeren sei der Verkauf mancherorts um 50 Prozent zurückgegangen. Da es sich bei den Bauernhöfen heute hauptsächlich um Spezialbetriebe handele, die sich auf den Anbau eines Produktes konzentrieren, sei dies existenzgefährdend.

Bislang stammen alle Todesopfer aus Norddeutschland. Drei Frauen kamen aus Niedersachsen, zwei aus Schleswig-Holstein und eine aus Bremen. Das bislang einzige männliche Opfer kam aus Hamburg. Krankheitsfälle gibt es auch im Ausland: Schweden hat bisher 25 nachgewiesene EHEC-Erkrankungen, Dänemark sieben, Großbritannien drei, Österreich zwei und die Niederlande eine. (dpa)

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