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Wladimir Putin Buh, Putin, buh

Russlands Premier wollte im Sportpalast von Luschniki nur ein paar Grußworte sagen und wurde vom Publikum mit Pfiffen und Buhrufen empfangen.

Wladimir Putin ist am Sonntag in den Ring gestiegen, und er musste einen harten Schlag einstecken. Russlands Premier wollte im Sportpalast von Luschniki nur ein paar Grußworte sagen. Der Boxer Fjodor Jemeljanenko hatte dort gerade mit allen Mitteln, die die Sportart Mixed Martial Arts zulässt, seinen Gegner Jeff Monson umgenietet. Während der Amerikaner mit gebrochenem Bein weggeführt wurde, begrüßte Putin im Ring den „Russischen Recken“ – und wurde selbst vom Publikum mit Pfiffen und Buhrufen empfangen.

Verständlich, dass das Ereignis die Internet-Gemeinde elektrisiert. Vom „Ende einer Epoche“ schrieb der bekannteste Polit-Blogger, Alexej Navalny. Russlands politisches System steckt in einer Krise. Am 4. Dezember sind Wahlen, und Putins Partei Einiges Russland braucht nicht bloß einen Sieg, sondern einen überragenden Sieg, koste es was es wolle. Doch die Partei wird, wie jüngst geschehen, schon ausgebuht.

Nun aber ist dies Putin selbst passiert. Das ist neu. Putins Autorität als starker Mann der russischen Politik beruht bisher darauf, dass er – anders als ein Boxer – gar nicht herausgefordert werden kann. Er ist unangefochten und unanfechtbar, im Grunde also gar keine Figur der Politik mehr, sondern eine oberhalb aller Politik. So schien es jedenfalls bisher, und so sollte es auch scheinen, wenn es nach Putin ging. Das Bild hat einen Riss bekommen.

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