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Wirtschaft Spaniens Unternehmer reiben sich die Hände

So schwer sich die Politiker aus Kuba und Spanien miteinander tun, so gut funktioniert der wirtschaftliche Austausch. Spanien ist Kubas wichtigster europäischer Handelspartner und der bedeutendste Auslandsinvestor der EU auf der Insel.

Vier von zehn kubanischen Hotelbetten befinden sich in spanisch betriebenen Hotels. Foto: REUTERS

Zu Kuba pflegt Spanien ein besonders emotionsgeladenes Verhältnis. Was wahrscheinlich daran liegt, dass die Karibikinsel zu den letzten Kolonien des einstigen spanischen Weltreiches gehörte, die 1898 verloren gingen. Seitdem versucht das ehemalige Mutterland, so etwas wie normale Beziehungen zu Kuba herzustellen, und scheitert immer wieder.

Ende der 1990er Jahre war Revolutionsführer Fidel Castro über den damaligen konservativen Ministerpräsidenten José María Aznar so erbost, dass er ihn eine „Person faschistischer Herkunft und Ideologie“ nannte. Mit Aznars sozialistischem Nachfolger Zapatero liefen die Dinge etwas besser, aber jetzt regiert in Spanien wieder ein Konservativer, Mariano Rajoy, und schon knirscht es im Gebälk: Als dessen Außenminister García-Margallo im November 2014 Kuba besuchte, wurde er im letzten Moment von Raúl Castro versetzt. Keine schöne Geste.

So schwer sich die Politiker miteinander tun, so gut funktioniert der wirtschaftliche Austausch. Spanien ist Kubas wichtigster europäischer Handelspartner und auch der bedeutendste Auslandsinvestor der EU auf der Insel. Diese Stellung will sich Spanien nicht streitig machen lassen. Die Öffnung Kubas Richtung USA ist die jüngste Herausforderung für die spanischen Unternehmer: Sie bedeutet neue Konkurrenz, aber auch neue Chancen.

Am sichtbarsten ist die spanische Präsenz auf Kuba im Hotelgewerbe. Vier von zehn kubanischen Hotelbetten stehen in spanisch betriebenen Häusern, von den Fünf-Sterne-Hotels werden 90 Prozent von spanischen Ketten verwaltet.

Mit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu den USA werden eine Million US-amerikanische Touristen im Jahr auf Kuba erwartet. Für die bauen die Spanier gerade etliche neue Luxusherbergen. „Man muss sich den amerikanischen Kunden erarbeiten“, sagt Juan José Hidalgo, Präsident des Touristikkonzerns Globalia. Der Chef des spanischen Fährunternehmens Baleària, Adolfo Utor, hat eine besondere Idee, wie das zu tun wäre: Er will eine Fährverbindung zwischen Florida und Kuba aufbauen. „Wir wollen die ersten sein, die Kuba und die USA auf dem Seeweg miteinander verbinden“, sagt Utor. „Der Anfang vom Ende der US-Blockade eröffnet große Möglichkeiten für die Entwicklung der kubanischen Wirtschaft – und für die spanischen Unternehmen, die sehr gut positioniert sind.“

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