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#Wirsindmehr in Chemnitz „Leute, die sich Faschos entgegenstellen, nicht kriminalisieren!“

1. Update65 000 Menschen setzen bei #wirsindmehr in Chemnitz ein Zeichen gegen Rechtsextremismus. Die AfD wehrt sich mit weinerlichen Tweets. Der Abend in der Nachlese.

Chemnitz
Chemnitz ist eindeutig mehr. Foto: rtr

Am Montagabend traten zahlreiche Musiker in Chemnitz bei einem kostenlosen Open-Air-Konzert auf. Unter dem Motto „#wirsindmehr“ spielten Bands wie Kraftklub aus Chemnitz oder Die Toten Hosen gegen Ausländerfeindlichkeit. Die Veranstaltung ist eine Reaktion auf den gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen Deutschen vor gut einer Woche sowie die anschließende Vereinnahmung der Bluttat durch rechte Kräfte.

Hier sehen Sie das Konzert:

Liveticker

06.00 Uhr: Nach dem Konzert gegen Rassismus in Chemnitz ist die Abreise der rund 65 000 Zuschauer nach Polizeiangaben friedlich und störungsfrei verlaufen. In der Nacht zu Dienstag sei es ruhig geblieben - es sei zu keinen Straftaten im Zusammenhang mit dem Konzert gekommen, teilte ein Sprecher der Polizei am frühen Morgen mit.
 

21.50 Uhr: Nach Angaben der Stadt Chemnitz waren 65.000 Besucher beim Konzert - deutlich mehr als erwartet.

21.15 Uhr: Das Konzert ist beendet, vereinzelt sind noch "Alerta, alerta, Antifascista!"-Rufe zu hören. Die Zuschauer verlassen langsam den Platz.

21.08 Uhr: Jetzt versammeln sich alle Künstler auf der Bühne. Wir sind 70.000 Leute! ruft Campino der Menge zu. Und stimmt anschließend das letzte Lied des Abends an: You'll never walk alone.

20.48 Uhr: Die Toten Hosen spielen „Sascha“. Ein Lied für alle Nazis. Ein Textauszug: 

„Jetzt lässt er die Sau erst raus
Und geht zum Asylantenhaus,
Dort schmeißt er eine Scheibe ein,
Denn jeder Neger ist ein Schwein.
Dann zündet er die Bude an,
Ein jeder tut halt, was er kann.
Beim Thema „Deutsche Gründlichkeit“,
Da weiß er voll Bescheid.
Ja der Sascha, der ist Deutscher,
Und Deutsch sein, das ist schwer.
Wer so deutsch wie der Sascha ist,
Der ist sonst gar nichts mehr. Vor gut 80 Jahren
Hat’s schon einer probiert.
Die Sache ging daneben,
Sascha hat’s nicht kapiert.“

20.35 Uhr: Die Toten Hosen. Jetzt.

20.31 Uhr: Bei der AfD ist man höchstbeleidigt über den Erfolg von #wirsindmehr. Alice Weidel twittert, dass sie sich "schäme". Und Beatrix von Storch meint: „Ihr seid nicht mehr. Ihr seid Merkels Untertanen, ihr seid abscheulich“. Süß.

20.22 Uhr: „Wir sind hier, wir sind Teil dieser Gesellschaft“, sagen die Aktivistinnen.

20.06 Uhr: Die Rapperin Nura heizt mit einem coolen Cover des Neue-Deutsche-Welle-Songs "Ich will Spaß" von Markus die Stimmung an: „Ich bin schwarz!“

20.04 Uhr: Nach Polizeiangaben ist das Mobilfunknetz im Bereich der Veranstaltung zum Teil überlastet. Bitte stellen Sie sich auf die Situation ein, forderte die Polizei über Twitter auf. Auch der öffentliche Nahverkehr im Stadtzentrum sei eingestellt. Zudem warnte die Polizei vor überlasteten Zügen. Allein aus Leipzig seien etwa 5000 Menschen per Bahn nach Chemnitz angereist. Für die Rückreise stünden am Abend aber nur drei Züge für jeweils maximal 800 bis 1000 Fahrgäste zur Verfügung. (dpa)

20.02 Uhr: Heute sind wir alle Chemnitzer, sagt Marteria.

19.52 Uhr: Inzwischen steht Marteria auf der Bühne. Langsam wird es dunkel in Chemnitz.

19.25 Uhr: „Wer ein Mikro in der Hand hat, sollte die Chance nutzen, um die Stimme zu erheben, gegen Diskriminierung, Rassismus, Homophobie und den ganzen Dreck!“, ruft Kraftclub-Sänger Felix Brummer, bevor die Band den Song „Schüsse in die Luft“ anstimmt.

19.05 Uhr: Feine Sahne Fischfilet reden über die Diskussion über ihr Image als "linksextrem", wie sie ja immer wieder von rechten Politikern bezeichnet werden. „Über uns wurde im Verfassungsschutzbericht mehr geschrieben als über den NSU. Und die haben gemordet.“, sagt Monchi. Die Prioritäten der deutschen Politik scheinen seltsam zu sein ...

18.49 Uhr: „All der Schaden, der durch diese Nation verursacht wird!“ Maxim von K.I.Z. macht auf die Fluchtursachen aufmerksam. 

18.35 Uhr: Bevor K.I.Z. auf die Bühne kommen, erklärt Campino nochmal: "Das Konzert soll ein Mutmacher sein für die, die hier leben." Ab 20.40 Uhr stehen die Toten Hosen auf der Bühne in Chemnitz.

18.33 Uhr: Campino weiter: "Ängste sind ja immer etwas emotionales und selten rational. Diese Bedrohung, die die Leute empfinden, ist teilweise herbeigeredet und von Demagogen aufgebauscht worden."

18.31 Uhr: "Es geht darum, diesen Schneeball zu zerfetzen, bevor es zur Lawine wird, die niemand mehr stoppen kann", sagt Campino weiter. Chemnitz solle ein Startzeichen werden für ein "nicht mehr tolerieren".

18.30 Uhr: "Das heutige Problem mit Rechtsaußen geht weit über Deutschlands Grenzen hinaus", sagt "Tote Hosen"-Frontmann Campino.

18.20 Uhr: Zum Song „Komplett im Arsch“ betritt als Überraschungsgast Marteria die Bühne und singt gemeinsam mit den Jungs von Feine Sahne.

18.15 Uhr: Die Stadt Chemnitz spricht von schätzungsweise 50.000 Besuchern.

18.07 Uhr: Das Publikum ruft „Nazis raus!“

18.01 Uhr: „Das Konzert kann nur ein Anfang sein“, so Sänger Monchi. „Die Menschen müssen den Arsch hochbekommen!“

17.59 Uhr: Feine Sahne Fischfilet rocken jetzt die Bühne. Die Band wurde im Vorfeld von CDU und AfD als „linksextrem“ kritisiert. Es gehöre nicht zu den Aufgaben eines Bundespräsidenten, für Konzerte zu werben, bei denen auch linke Bands auftreten, so  der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor. Na dann...

17.55 Uhr: Im Gespräch mit Aktivisten wird versucht zu erklären, wie es überhaupt zu einem solchen rechten Aufmarsch kommen konnte. Vor allem die Mobilisierung durch die Rechten in den Sozialen Medien sei ein Problem.

17.50 Uhr: „Hier steht die Mitte der Gesellschaft“, sagt der Moderator des Livestreams

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Chemnitz

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