Lade Inhalte...

Wilhelm von Gottberg Die AfD und der „Mythos“ Holocaust

Der Alterspräsident des neuen Bundestags könnte mit AfD-Politiker Wilhelm von Gottberg ein Holocaustleugner werden.

Wilhelm von Gottberg
Wilhelm von Gottberg, hier 1998 bei der Feier zum fünfzigjährigen Bestehen der Landsmannschaft Ostpreußen im Rathaus Schöneberg Foto: imago stock&people (imago stock&people)

Der Alterspräsident des neuen Bundestages wird nach Lage der Dinge womöglich ein Holocaustleugner sein. Der AfD-Politiker Wilhelm von Gottberg, designierter Alterspräsident des neu zu wählenden Parlaments, hat nach Informationen der „Zeit“ den Holocaust als „Mythos“ und als „wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen und ihrer Geschichte“ bezeichnet.

Im „Ostpreußenblatt“, dem offiziellen Organ der Landsmannschaft Ostpreußen, das 2003 in „Preußische Allgemeine Zeitung“ umbenannt wurde, habe Gottberg 2001 den italienischen Neofaschisten Mario Consoli mit den Worten zitiert: „Die Propaganda-Dampfwalze wird mit den Jahren nicht etwa schwächer, sondern stärker, und in immer mehr Staaten wird die jüdische ‚Wahrheit‘ über den Holocaust unter gesetzlichen Schutz gestellt. Der Holocaust muss ein Mythos bleiben, ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt.“

Gottberg selbst habe die Ausführungen mit der Bemerkung kommentiert: „Wir haben dem nichts hinzuzufügen.“ Auf Anfrage der „Zeit“ wollte sich Gottberg nicht zu den Zitaten äußern, erklärte aber, er habe sich in der Vergangenheit entschuldigt. Wo er diese Entschuldigung öffentlich gemacht habe, wollte er nach Angaben der Zeitung nicht konkret beantworten.

Gottberg ist in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder mit extremen Positionen in Erscheinung getreten. Schon vor fast 20 Jahren, im Juli 1998, hatte er auf der Feier zum fünfzigjährigen Bestehen der Landsmannschaft Ostpreußen im Rathaus Schöneberg gesagt: „Wir warten schon lange auf eine offizielle Bitte um Vergebung durch Polen, Tschechien und Russland für die völkermordartigen Vertreibungsverbrechen.“

Der langjährige Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen ist Mitglied des Landesvorstands der niedersächsischen AfD. Zum Zeitpunkt der Bundestagswahl, am 24. September dieses Jahres, wird Gottberg 77 Jahre alt sein. Damit ist er voraussichtlich der älteste Abgeordnete der neuen Legislaturperiode. Er darf demnach als Alterspräsident die erste Sitzung des Parlaments mit einer Rede eröffnen. Berichten zufolge hatten die Bundestagsparteien gehofft, der 76-jährige Liberale Hermann Otto Solms werde bei einem Wiedereinzug der FDP ins Parlament Alterspräsident. Damit würde verhindert, dass der drei Monate jüngere AfD-Vizevorsitzende Alexander Gauland diese Rolle übernimmt. Gottberg aber wird Ende März 77 und ist damit älter als Solms und Gauland.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum