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Warnstreiks Wut und Frust sind schnell verflogen

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben den Frankfurter Flughafen weitgehend lahmgelegt. Doch die meisten Reisenden nehmen die Ausfälle mit Gelassenheit.

Warnstreiks
Die Laune haben die Warnstreiks vielen Reisenden offenbar höchstens kurzzeitig verdorben. Foto: dpa

Die Lufthansa versucht es ihren gestrandeten Gästen so angenehm wie möglich zu machen. Vor den leeren Schaltern der Fluggesellschaft ist eine Verpflegungsstation aufgebaut – „Catering-Island“. Hier gibt es nach Vorzeigen eines gültigen Tickets kostenlos Laugenstangen, Saftschorlen und Schokoriegel in allen Variationen. Die Leute greifen fleißig zu, denn für viele wird sich die geplante Reise um die ein oder andere Stunde verzögern, für manche sogar um den ein oder anderen Tag.

Die Warnstreiks des öffentlichen Dienstes haben am Dienstag den Betrieb am Frankfurter Flughafen weitgehend lahmgelegt. Die Terminalhallen sind menschenleer, viele Schalter unbesetzt. Bis zum Mittag seien allein 659 der 1441 geplanten Flüge annulliert worden, sagt ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. Doch das Chaos bleibt aus, die betroffenen Reisenden sehen die Situation zum Großteil gelassen.

„Ich nehme das Ganze als Abenteuer“, sagt Irmgard, eine ältere Dame, die zusammen mit ihrer Freundin Annemarie auf dem Weg ist nach Faro, Portugal. Ihre Nachnamen wollen sie nicht in der Zeitung sehen. Statt eines Direktflugs müssen die beiden nun einen Umweg über Lissabon in Kauf nehmen. Die gute Laune verdirbt das nicht. Über den Streik habe sie die Lufthansa bereits einen Tag vor der Abreise per Mail informiert, berichtet Irmgard. Zwar habe sie über eine Stunde in der Warteschleife der Lufthansa-Telefonhotline gehangen, eine Umbuchung sei dann jedoch ohne Probleme möglich gewesen. Für die Streikenden haben die Frauen Verständnis. „Wir haben sehr weit im Voraus gebucht, da konnte keiner ahnen, dass da ein Streik sein wird. Das kann passieren“, sagt Annemarie.

Die Fluggäste seien über verschiedene Kanäle über Flugausfälle und die Möglichkeit von Umbuchungen informiert worden, lässt Fraport vermelden. Viele wandten sich nach dieser Information wie Irmgard und Annemarie zunächst an die Servicehotlines der Airlines. Auch Susanne griff direkt zum Telefon, als sie am Montagmittag von den Warnstreiks erfuhr. Nachdem sie bei Lufthansa niemanden erreicht hatte, wandte sie sich an ihren Reiseveranstalter. „Ich habe die halbe Nacht gebraucht, um alles zu regeln“, sagt die Rentnerin, „ich war erst mal völlig in Panik.“ Ihren Flug nach Rom habe sie am Ende doch noch umbuchen können. Statt von Leipzig nach Frankfurt und im Anschluss nach Rom zu fliegen, habe sie aber mit dem Zug nach Frankfurt kommen müssen.

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