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Wahl Tschechien wählt neues Staatsoberhaupt

Alle Kandidaten lehnen die EU-Verteilungsquote für Flüchtlinge ab. Amtsinhaber Milos Zeman tritt mit 73 Jahren zum zweiten Mal an. Bei seiner Stimmabgabe attackiert ihn eine Femen-Aktivistin.

12.01.2018 18:21
Milos Zeman
Milos Zeman bewirbt sich für eine zweite fünfjährige Amtszeit. Foto: imago

In Tschechien hat am Freitag die erste Runde der zweitägigen Präsidentschaftswahl begonnen. Im ersten Durchgang treten neun Kandidaten an, darunter der Amtsinhaber Milos Zeman. Der 73-jährige Staatschef und ehemalige Kommunist war nach 1989 Chef der Sozialdemokratischen Partei, Parlamentspräsident und Regierungschef. Seit 2013 ist Zeman Präsident, er bewirbt sich um eine zweite fünfjährige Amtszeit. Eine mögliche Stichwahl ist am 26. und 27. Januar vorgesehen.

Auf Platz zwei in den Umfragen hinter Zeman liegt der Chemiker und ehemalige Vorsitzende der tschechischen Akademie der Wissenschaften, Jiri Drahos. Der 68-Jährige befürwortet Tschechiens EU- und Nato-Mitgliedschaft, lehnt aber wie alle anderen Präsidentschaftskandidaten die EU-Verteilungsquote für Flüchtlinge ab. Einige Umfragen deuten darauf hin, dass er der Einzige ist, der Zeman in der Stichwahl schlagen könnte.

Zeman vertritt prorussische und prochinesische Positionen. Er ist seit langem ein Kritiker der Einwanderung aus muslimischen Ländern. In der Vergangenheit sprach er von einer „organisierten Invasion“ und sagte, es sei „unmöglich, Muslime zu integrieren“. Zemans Unterstützer sind insbesondere auf dem Lande und unter Handwerkern anzutreffen. Drahos findet Zustimmung vor allem innerhalb der städtischen Bevölkerung und bei Intellektuellen.

Nachter Femen-Protest

Ein weiterer Kandidat ist der 65-jährige Liedermacher Michal Horacek, der es mit einer Wettspiel-Firma zu einem Vermögen brachte. Ebenfalls im Rennen sind der ehemalige rechtsgerichtete Regierungschef Mirek Topolanek und der frühere Botschafter in Frankreich, Pavel Fischer.

Als Zeman in Begleitung seiner Frau in einer Prager Schule seine Stimme gab, näherte sich ihm eine Frau mit nacktem Oberkörper mit dem Ruf „Zeman - Putin‘ slut“ (Zeman - Putins Nutte). Zemans Sicherheitsdienst überwältigte die Aktivistin der feministischen Femen-Gruppe. Femen bestätigte im Kurzbotschaftendienst Twitter, dass es sich um die Ukrainerin Angelina Diash handelte. Die Parole zu Zeman und dem russischen Staatschef Wladimir Putin habe sich auch auf ihrer Brust befunden.

Die Schließung der Wahllokale war für 22.00 Uhr vorgehen. Am Samstag sind sie von 08.00 Uhr bis 14.00 Uhr geöffnet. (afp)

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