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Wahl in Schleswig-Holstein Albig verschenkt sein Amt

SPD-Politiker Torsten Albig hat die Wahl in Schleswig-Holstein nicht verloren. Er hat den Sieg an die CDU billig hergegeben. Ein Kommentar.

Wahl in Schleswig-Holstein
Torsten Albig wird für die Niederlage der SPD verantwortlich gemacht. Foto: Carsten Rehder (dpa)

In Kiel sieht alles nach einem Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen aus. Die SPD ist raus, CDU und FDP wollen nichts mit ihr zu tun haben. Torsten Albigs Karriere in der SPD ist beendet. Er hat die Wahl nicht verloren, er hat der CDU den Sieg geschenkt. Welchen Schaden er der SPD im Bundestagswahljahr zugefügt hat, wird den Genossen erst jetzt bewusst.

Albig hat fünf Jahre entspannt regiert und seine Koalition arbeiten lassen. Leute wie der Grüne Robert Habeck waren fleißig, ernteten Anerkennung. Albig irrte präsidial umher, empfahl seiner SPD, auf einen Kanzlerkandidaten zu verzichten oder widersetzte sich Abschiebungsplänen des Bundes.

Sein Wahlkampf war ebenfalls konturlos.  Gerechtigkeitsforderungen und Leistungen der abgelaufenen Regierungszeit, angereichert mit rührseligem Gerede über sich: Mutter Kassiererin, Trennung der Eltern, das unbegreifliche Glück, Ministerpräsident geworden zu sein. Dann das eitle Stück in der Bunten, seine Bemerkungen zur gescheiterten Ehe. Ein PR-Desaster mit Ansage. Ärzte sind oft die schlechtesten Patienten und schlaue Politikberater nicht unbedingt die besseren Politiker. Albig, einst Peer Steinbrücks geachteter Sprecher, hat das eindrucksvoll bewiesen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Landtagswahl Schleswig-Holstein

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