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VR-Brillen Technik für eine andere Welt

Noch gibt es für VR-Brillen keinen Massenmarkt, doch der Absatz steigt.

VR
Kinder mit VR-Brillen spielen in Taiwan ein Kriegsspiel. Foto: rtr

Der Eingang in die Virtual Reality (VR) erfordert, je nach erwünschter Qualität, eine mehr oder weniger aufwendige Ausstattung: Herzstück jedes Systems ist eine spezielle Brille mit eingebautem Bildschirm, die wie eine Taucherbrille an den Seiten abschließt und die reale Umgebung somit ausschließt.

Der Blick auf das Display gewährt dem Nutzer eine Rundumsicht auf die virtuelle Szenerie, die von einer Software geliefert wird. Das Bild passt sich dabei den Bewegungen des Kopfes an, die über Sensoren gemessen werden. Die besten Ergebnisse liefern VR-Brillen, die mit einen PC oder einer Spielkonsole verbunden werden, meist geschieht das über ein Kabel. Mobile VR-Brillen funktionieren zusammen mit einem Smartphone, das in die Halterung des Headsets geklemmt wird. Sie sind preisgünstiger, aber nicht so leistungsfähig wie die High-End-Brillen.

Jaron Lanier war Pionier

Das erste Unternehmen, das sich mit der Entwicklung und der Vermarktung von Virtual Reality beschäftigte, hieß „VPL Research“ und wurde 1984 von dem US-Informatiker und Künstler Jaron Lanier gegründet. Für normale Verbraucher blieb die Technologie lange Zeit unerschwinglich, zudem war sie nicht wirklich ausgereift. Die anfängliche Begeisterung ebbte deshalb ab.

Erst in den 2000er Jahren kam die Entwicklung wieder in Schwung. Moderne VR-Brillen sind von verschiedenen Anbietern auf dem Markt: Pionier auf diesem Gebiet ist der Hersteller Oculus, der 2012 von Palmer Luckey, einem Technologiedesigner der University of Southern California, mit Hilfe von Crowdfunding gegründet worden war.

Im März 2014 kaufte Facebook das Unternehmen für 2,3 Milliarden US-Dollar, Anfang 2016 kam die „Oculus Rift“ in den Handel. Die High-End-VR-Brille ist derzeit je nach Angebot zwischen etwa 500 und 600 Euro zu haben. Oculus arbeitet derzeit noch an einem günstigeren, drahtlosen Modell, das weder einen PC noch ein Smartphone benötigt.

Es soll voraussichtlich 2018 auf den Markt kommen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagte, dass in den kommenden Jahren weitere rund drei Milliarden US-Dollar in den Virtual-Reality-Markt investieren will. Rund 900 Euro muss man für eine „HTC Vive“, ein Produkt des Elektronikherstellers HTC und der Spielefirma Valve, bezahlen. Auch Sony hat eine VR-Brille herausgebracht, die „Playstation VR“. Der Preis des Headsets liegt bei rund 400 Euro. Bei allen genannten Modellen handelt es sich um VR-Brillen, die an einen PC oder eine Spielkonsole angeschlossen werden. Wesentlich günstiger ist die VR-Brille „Gear VR“ von Samsung, die mit einem Smartphone kombiniert wird. Sie kostet 99 Euro, ist im Sonderangebot aktuell aber sogar für 49 Euro zu haben. Noch billiger ist das „Cardboard“ von Google, eine zusammenfaltbare Konstruktion aus Pappe, die sich ins Smartphone schieben lässt. Es kostet ab 20 Euro.

Die Prognosen sind gut

Offizielle Verkaufszahlen gibt es bislang nur wenige: So gab Sony bekannt, bis Mitte Februar 2017 knapp eine Million Exemplare der „Playstation VR“ an Kunden gebracht zu haben.

Schätzungen auf verschiedenen Internetportalen gehen von einigen hunderttausend verkauften „HTC-Vive“ und „Oculus Rifts“ aus, die Zahlen sollen aber jeweils unter einer halben Million liegen. Von der günstigen „Gear VR“ sollen bis Ende vergangenen Jahres knapp zwei Millionen Stück verkauft worden sein. Ein Massenmarkt ist das Geschäft mit Virtual Reality derzeit noch nicht.

Der Analyse-Dienst „Superdataresearch“ prognostiziert allerdings, dass der VR-Markt im Jahr 2020 das 15-Fache des Standes von 2016 wert sein wird – nämlich 28,38 Milliarden US-Dollar, wie es heißt.

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