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Vor Obamas Indien-Besuch Kritik als Willkommensgruß

Es sind schwere Vorwürfe die Obama sich anhören muss. Möglicherweise hätte die Terrorattacke auf Mumbai 2008 vermieden werden können, wenn die USA ihre Geheimdienstinformationen geteilt hätten. Der Zeitpunkt der Anklage ist brisant.

Böse: Der US-Präsident wird mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Foto: AP

Die Vorwürfe haben es in sich: Die dreitägige Terrorattacke auf Mumbai im November 2008 mit fast 170 Toten hätte möglicherweise vermieden werden können, wenn die USA ihre Geheimdienstinformationen mit Indien geteilt hätten. Dies legte zumindest Indiens Staatssekretär im Innenministerium, G.K. Pillai, jüngst in einem Interview nahe. Der Zeitpunkt der Anklage ist brisant: Denn vom 6. bis 9. November, will US-Präsident Barack Obama erstmals Indien besuchen.

Der US-Botschafter in Delhi, Timothy Roemer, wies die Vorwürfe umgehend zurück. Die USA hätten ihre Informationen „regelmäßig“ und „laufend“ mit Indien geteilt. Der Konflikt geht vor allem um den aus Pakistan stammenden Amerikaner David Headley, der nach indischen Angaben zunächst als Spitzel für die USA arbeitete, aber dann zur Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba (LeT) überlief. Eben die soll hinter dem Anschlag in Mumbai stecken. Doch obgleich zwei Ex-Frauen Headleys die US-Ermittler gewarnt hätten, habe man Indien nicht über dessen Kontakte zur LeT informiert, klagte Pillai.

Der öffentliche Schlagabtausch scheint kein gutes Omen für Obamas Besuch. Während sein Vorgänger George W. Bush das Land heiß umwarb und mit dem zivilen Nuklearpakt bedachte, werden die Inder mit Obama nicht recht warm. Die Nähe Washingtons zum Erzfeind Pakistan macht Delhi nervös. Laut pakistanischen Medien rief Obama sogar persönlich bei Pakistans Präsidenten Asif Ali Zardari an, um ihm zu versichern, dass sein Indien-Besuch nicht bedeute, dass man Pakistan vernachlässige.

Die Inder befürchten, Washington könnte mit Pakistan eine Lösung in der Afghanistan-Krise aushandeln, die Delhi benachteiligt. Obama muss in Indien wohl um Vertrauen werben. Immerhin will er der US-Wirtschaft milliardenschwere Aufträge beschaffen.

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