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Versicherung reicht nicht aus Nur 7,5 Millionen Euro für Schadenersatz

Wer die Verantwortung für die Massenpanik auf der Loveparade trägt, müssen wohl Gerichte klären. Doch schon jetzt ist klar, dass der Veranstalter zumindest eine Teilschuld trägt. Wenn nun die Ansprüche der Opfer höher ausfallen, könnte die Absicherung durch die Axa-Gruppe zu gering sein.

Womöglich werden erst die Gerichte klären können, wer für die Massenpanik auf der Loveparade die Verantwortung trägt. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Veranstalter zumindest eine Teilschuld trifft – und dass sie unter Umständen die Schäden nicht begleichen können, denn die Absicherung durch eine Versicherung ist möglicherweise zu gering.

Prinzipiell ist der Veranstalter per Gesetz für die Sicherheit und Unversehrtheit der Gäste verantwortlich. Das bedeutet: Auf den Veranstalter der Loveparade, die Lopavent GmbH, die dem McFit-Chef Rainer Schaller gehört, kommen deshalb wahrscheinlich hohe Schadenersatzforderungen zu. So können die Angehörigen der 20 Toten Entschädigungszahlungen verlangen. Dazu werden die 511 zum Teil schwer Verletzten vermutlich hohe Schmerzensgeldforderungen stellen. Für die hohen Behandlungs- und Pflegekosten muss ebenfalls der Schuldige geradestehen.

Kurz: Die Schäden könnten schnell hohe Millionensummen ausmachen. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau ist die sogenannte Veranstalter-Haftpflichtversicherung, die die Lopavent GmbH abgeschlossen hat, dafür möglicherweise nicht ausreichend. Über den Spezial-Versicherungsmakler Schwandt aus Berlin ist die Axa-Gruppe als alleiniger Versicherer der sogenannten Veranstalterhaftpflicht ausgewählt worden. Dort sind aber nur Schäden bis zu einer Gesamtsumme von 7,5 Millionen Euro abgesichert, wie ein Sprecher sagte.

Fällt der Schaden höher aus, muss dafür die Lopavent GmbH haften. Beim Versicherungsmakler Schwandt hieß es dennoch: „Unser Mandant ist haftpflichtversichert, und zwar so, wie er es sein sollte.“ Bei Brancheninsidern heißt es, die Deckelung der Versicherungssumme sei üblich, da sonst die Prämien zu hoch seien. Eine Abdeckung von nur 7,5 Millionen Euro für eine derart große Party-Veranstaltung sei aber niedrig angesetzt.

Markus Roa, ein Versicherungsmakler aus Saarbrücken, der ebenfalls Veranstalter gegen Risiken absichert, sagte, die Vorfälle auf der Loveparade würden von außen betrachtet dafür sprechen, dass die Haftpflichtversicherung zahlen müsse. „Ohne eine Vorfestlegung treffen zu wollen, sieht es doch so aus, als ob der Veranstalter für Massenpanik mit haftbar gemacht werden kann, denn es gab offenbar schwere Mängel bei der Organisation.“

Der Axa-Sprecher betonte gestern, die Versicherungsgruppe sei sich der besonderen Verantwortung nach dem schlimmen Unglück bewusst und wolle diese wahrnehmen. „Wir haben bereits Mitarbeiter vor Ort, um zu klären, wie wir möglichst schnell und unbürokratisch erste Haftungsfragen klären können“, sagte ein Sprecher. Ob 7,5 Millionen Euro Versicherungssumme für die Abdeckung der Schäden ausreichen, wollte er nicht kommentieren.

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