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Verfassungsschutz Maaßen muss vorerst keine Entlassung fürchten

2. UpdateVerfassungsschutzchef Maaßen muss dem Parlament zu den Übergriffen in Chemnitz Rede und Antwort stehen. Den Rückhalt von CDU, CSU und FDP hat er, eine Entlassung dürfte vorläufig abgewendet sein.

Maaßen vor Parlamentarischem Kontrollgremium
Muss sich erklären: Hans-Georg Maaßen auf dem Weg zur Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste (PKGr). Foto: dpa

Seehofer, direkter Vorgesetzter Maaßens, hatte den Verfassungsschutzchef am Sonntag um eine Erklärung gebeten, auf welche Begründung er seine Zweifel an der Authentizität des Videos stütze. In dieser Erklärung, die erst am Mittwochmorgen gänzlich öffentlich wurde, erklärt Maaßen nun, dass er falsch verstanden worden sei. Er habe zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass das Video gefälscht, verfälscht oder manipuliert worden sei.  „Hetzjagden“ oder „Menschenjagden“ habe es nicht gegeben, erklärte Maaßen weiter. Merkel hatte nach dem Übergriff jedoch von „Hetzjagden“ gesprochen. 

Der Verfassungsschutzchef warf den Urhebern des Videos – Antifa Zeckenbiss –  vor, das Video falsch bezeichnet zu haben. Der Clip trägt die Überschrift „Menschenjagden in Chemnitz“. Maaßen ist der Meinung, dass die Verfasser mit der „Falschetikettierung des Videos“ die öffentliche Aufmerksamkeit von dem Tötungsdelikt ablenken und auf angebliche rechtsextremistische „Hetzjagden“ hinlenken wollten.

Der linke Blog Antifa Zeckenbiss erklärte am Mittwoch nun, dass man mit dem Titel den Inhalt eines Videos beschreiben wollte. „Ab wie viel Meter beginnt für Herrn Maaßen denn eine Jagd? Für uns ist es eindeutig eine gewesen“, so die Urheber des Videos. Sie wollten sich nicht zum „Sündenbock“ von Maaßens „verfehlter Politik“ machen, erklärte die antifaschistische Gruppierung.

Seehofer hatte derweil in einem Interview betont, auch er sei besorgt über die Ausschreitungen in Chemnitz. „Die Vorgänge sind unschön. Wir haben es mit Rechtsradikalen zu tun. Wir haben es mit antisemitischen Vorfällen zu tun und haben es aber auch mit einem Fall eines Gewaltverbrechens zu tun“, sagte er. (mit dpa und AFP)

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