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Venezuela Leichtes Spiel für Maduro

Venezuelas Präsident will sich mit den Wahlen am Sonntag sechs weitere Jahre im Amt halten. Die Opposition ist komplett zerstritten.

Venezuela
Oppositionskandidat Javier Bertucci fordert Maduro heraus. Foto: afp

Die Gesellschaft sei „deprimiert, anästhesiert und schicksalsergeben“, sagen Beobachter. Von der Wut des vergangenen Jahres scheinen in Caracas tatsächlich nur die Wandmalereien geblieben zu sein: „Maduro Mörder“ oder „Hunger“ prangt an vielen Stellen der Stadt. Zudem haben die Menschen vollauf damit zu tun, das tägliche Überleben in der Hyperinflation zu sichern. So beschäftigt die Venezolaner in erster Linie die Frage, wie sie sich und ihre Familien satt bekommen, wenn man mit dem Mindestlohn kaum noch einen Karton Eier kaufen kann. Um 20 Prozent steigen derzeit die Preise pro Woche in Venezuela. Ende des Jahres wird die Inflation laut IWF bei 14.000 Prozent liegen, die Wirtschaft um 15 Prozent geschrumpft sein. Nach der jüngsten Erhöhung liegt der Mindestlohn inklusive Lebensmittelgutscheinen bei gut 2,5 Millionen Bolívares, auf dem Schwarzmarkt bekommt man dafür gerade einmal noch drei Dollar.

Aber da es nicht genügend Bargeld gibt, lebt ganz Venezuela nur noch mit Debitkarten. Selbst der Hotdogverkäufer auf der Straße hat jetzt Kartenlesegeräte. Aber da zum Beispiel die Nahverkehrsbusse keine haben, gehen viele Menschen in Caracas gar nicht zur Arbeit, weil sie das Busticket nicht bezahlen können. In der Folge kollabiert die U-Bahn der venezolanischen Hauptstadt. Immerhin ist inzwischen die Fahrt kostenlos, weil das Drucken der Fahrkarten teurer ist als diese selbst.

Im Landesinneren sieht es schlimmer aus. Da die Zahlungsverkehrssysteme dort kaum verbreitet sind und es deutlich weniger Internet als in der Hauptstadt gibt, kommt die Tauschwirtschaft wieder zum Zuge.

Für Mauricio Mora ist das kein Hindernis. Der Taxifahrer aus Caracas hat sich gerade ein Stück Land gekauft, weit weg von der Hauptstadt. Da will er jetzt Yuca und Tomaten anbauen. In seinem ursprünglichen Job findet er schon lange kein Auskommen mehr, weil keiner mehr das Geld hat, mit dem Taxi zu fahren.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Venezuela

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