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USA Trumps Krieg der Worte

US-Präsident Donald Trump provoziert Nordkorea und den Iran zu weiterer Eskalation.

Donald Trump
Donald Trump muss seine Außenpolitik überdenken. Foto: afp

Vorübergehend herrscht Ruhe an der außenpolitischen Twitter-Front. Donald Trump ist derzeit damit beschäftigt, eine mit rassistischen Untertönen gespickte Kampagne gegen kritische US-Sportler zu befeuern. Am Wochenende hatte aber der amerikanische Präsident der kriegerischen Rhetorik freien Lauf gelassen: Wenn Nordkorea so weitermache, werde das Land „nicht mehr lange existieren“, drohte er am Samstag. Ein paar Stunden zuvor hatte er behauptet: „Der Iran hat gerade eine Mittelstreckenrakete getestet, die in der Lage ist, Israel zu erreichen. Sie arbeiten auch mit Nordkorea zusammen.“

Nun zeigen die beiden Attacken Wirkung – doch möglicherweise anders als von Trump erwartet. Das Regime in Pjöngjang lenkt nicht ein, sondern eskaliert den Streit weiter. „Das ist ganz klar eine Kriegserklärung“, sagte Außenminister Ri Yong Hu und drohte mit dem Abschuss amerikanischer Kampfjets auch außerhalb des eigenen Hoheitsbereichs. Trumps Angriffe auf den Iran wiederum stoßen auf den Widerstand der europäischen Staaten und Russlands. Zudem bezweifeln amerikanische Geheimdienstler, dass der angebliche Raketentest überhaupt stattgefunden hat. 

Der von Trump befeuerte Krieg der Worte droht außer Kontrolle zu geraten. „Wir haben Nordkorea nicht den Krieg erklärt“, betonte die Präsidenten-Sprecherin Sarah Sanders am Montagabend: „Die Unterstellung ist absurd.“ Das sieht man in Pjöngjang anders. Nach Medienberichten baut das Land seine Verteidigungsstellungen an der Ostküste aus und hat auch Kampfflugzeuge dorthin verlegt. Es reagiert damit auf den Überflug mehrerer US-Langstreckenbomber im internationalen Luftraum vor seiner Küste. 

Experten warnen indessen. „Das habe ich immer befürchtet“, sagte Jae H. Ku, der Direktor der US-Korea-Instituts an der renommierten Johns-Hopkins-Universität, der „New York Times“: „Wenn wir diesen Weg einschlagen, könnte es zu irrtümlichen oder nicht so irrtümlichen Abschüssen kommen.“

Gab es den Raketentest?

An der Bereitschaft Nordkoreas dazu zweifeln Experten nicht. Schon 1969 hatte das Militär des Landes ein Erkundungsflugzeug der USA mit 31 Soldaten über dem Japanischen Meer abgeschossen. Unstreitig ist auch, dass das eskalierende militärische Muskelspiel der Diplomatie schadet. Der UN-Sicherheitsrat hatte wegen des jüngsten Atomwaffentests die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft. Zudem setzte Trump Nordkorea auf die Liste der Länder, für die ein Einreiseverbot gilt. 

Auch die Situation um den Iran ist verfahren. Der US-Präsident hatte das Land in seiner UN-Rede zusammen mit Nordkorea zum „Schurkenstaat“ erklärt und ihm vorgeworfen, das 2015 geschlossene Atomabkommen zu verletzen. Alle anderen Beteiligten des Deals bescheinigen Teheran, den vereinbarten Verzicht auf die Entwicklung von Kernwaffen einzuhalten. Trump aber hält das Abkommen für eine „Schande für die USA“, da es den Iran nicht daran hindere, Mittelstreckenraketen zu testen. 

Doch Trumps jüngster Beleg für diese These wackelt: Der von Teheran verkündete Mittelstreckentest vom Samstag hat möglicherweise gar nicht stattgefunden. Der konservative US-Sender Fox berichtete unter Bezug auf zwei US-Offizielle, das veröffentlichte Video stamme vom 29. Januar. „Soweit wir das sehen können, hat der Test nicht stattgefunden“, zitiert der Sender einen US-Beamten. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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