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USA Neonazis wollten Obama ermorden

Neonazis sollen die Ermordung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Obama geplant haben. Bei näherem Hinsehen erweisen sich die beiden eher als irre Großmäuler denn als echte Gefahr. Von Volker Schmidt

Barack Obama
Neonazis planten einen Anschlag auf Präsidentschaftskandidat Barack Obama. Foto: ap

Von einer "Neonazi-Verschwörung" gegen den US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama schrieben aufgeregte Nachrichtenagenturen am Montag. Rassisten hätten einen Waffenladen ausrauben, 102 schwarze Schüler töten und schließlich den demokratischen Kandidaten beseitigen wollen.

Bei näherem Hinsehen erwiesen sich die beiden Skinheads eher als irre Großmäuler denn als echte Gefahr. Der 20-jährige Daniel C. aus Bells und der 18-jährige Paul S. aus West Helena, beides Tennessee, wurden am Freitag vom örtlichen Sherriff festgenommen. Vorwurf: Besitz einer abgesägten Jagdflinte, Verschwörung zum Ausrauben eines Waffenladens und Drohungen gegen "einen wichtigen Kandidaten für das Präsidentenamt". Die für Alkohol-, Tabak- und Waffenlizenzen zuständige Behörde ATF erhob Anklage; die Bundespolizei FBI war offenbar nicht beteiligt.

Am Montag erschienen die beiden Wirrköpfe erstmals vor Gericht. Mit geraubten Waffen wollten die beiden "White-Power"-Rassisten demnach eine vor allem von Schwarzen besuchte High School überfallen - welche, sagten sie den Behörden zufolge nicht.

Sie wollten 88 junge Schwarze erschießen und 14 enthaupten: Die Zahl 88 steht in Neonazi-Kreisen für "Heil Hitler" oder die "88 Grundsätze" des US-Rechtsextremisten David Eden Lane, 14 für die "14 Words", des im Englischen 14 Wörter umfassenden Glaubenssatzes Edens, "wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft der weißen Kinder sichern".

Danach planten die beiden Männer einen "landesweiten Amoklauf", an dessen Ende sie Obama töten wollten - wie und wo, wussten sie offenbar nicht. "Sie erklärten, das sei ihr letzter, finaler Akt", sagte Jim Cavanaugh, Spezialagent beim ATF-Büro Nashville, der Agentur ap, "sie glaubten nicht, dass sie das schaffen würden, sondern dass sie bei dem Versuch selbst getötet würden."

Als ap die Nachricht am Montag verbreitete, füllten Internet-User binnen Minuten die Kommentarspalten der Online-Medien. Viele gaben der republikanische Kandidatin für das Vizepräsidentinnenamt, Sarah Palin, eine Mitschuld: Wer Obama als Terroristen und Bedrohung der USA darstelle, müsse sich nicht darüber wundern, Hass zu ernten.

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