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USA Mysterium Melania

Widersprüchliche Tweets und rätselhaftes Verhalten: Wie ist Melania Trumps Beziehung zum US-Präsidenten wirklich?

Melania Trump
Bedeuten getrennte Schlafzimmer auch getrennte Wege? First Lady Melania Trump bei einem der wenigen öffentlichen Auftritte. Foto: rtr

Die Rednerin schaute ein bisschen angestrengt auf den Teleprompter, und sie spricht mit hörbarem Akzent. Aber an klaren Worten mangelte es ihrem Grußwort nicht. Die sozialen Medien seien Teil des Alltagslebens, „sie können viele positive Effekte haben. Aber sie können auch verletzend und zerstörerisch sein, wenn sie falsch genutzt werden“, mahnte Melania Trump am Montag bei einer Konferenz in Maryland vor den Gefahren des Online-Mobbings für Kinder.

„Die meisten Kinder sind sich der Vorteile und Fallstricke der sozialen Medien eher bewusst als einige Erwachsene“, erklärte die First Lady, ohne eine Miene zu verziehen. Es war, als hätte sie über ihren Mann gesprochen. Kurz bevor Melania Trump an diesem Morgen das Weiße Haus für ihren Auftritt verlassen hatte, hatte Donald Trump in einer Twitter-Tirade über den „blamierten und diskreditierten“ Sonderermittler Robert Mueller gewettert. Seine Ex-Mitarbeiterin Omarosa Manigault Newman nennt Trump bei Twitter neuerdings „verrückten Abschaum“ oder „Hündin“. Es dauerte daher nicht lange, bis Melania Trumps Sonntagsrede eine Empörungswelle im Netz auslöste.

So geht das immer, wenn Melania Trump in der Öffentlichkeit erscheint. Lange hatte das Ex-Model kaum eigenes Profil gezeigt. Im Mai nun hat sie ihre Initiative „Be Best“ (Sei der Beste) gestartet, die sich um die Gesundheit, die Mediennutzung und den Drogenmissbrauch von Kindern kümmern soll. Doch gerade mal drei Auftritte hat sie seither dafür absolviert. Und immer steht ihr gleichermaßen dominierender wie polarisierender Ehemann als unsichtbares Problem mit im Raum. „Die First Lady ist sich der Kritik bewusst. Aber das wird sie nicht davon abhalten, das zu tun, was sie für richtig hält“, erklärte ihre Sprecherin Stephanie Grisham.

Tatsächlich kann man oft nur erraten, was die 48-Jährige für richtig hält. So reiste Melania Trump im Juni an die mexikanische Grenze, wo ihr Mann die Familien von illegalen Einwanderern auseinanderreißen lässt. „I Really Don’t Care, Do U?“ (Mir ist das wirklich egal, und Dir?) stand auf dem Rücken ihrer Jacke. Zwar fiel ein Tweet der First Lady zugunsten des von ihrem Mann bepöbelten schwarzen Basketball-Stars LeBron James etwas deutlicher aus. Aber ein paar Tage später posierte Melania wieder lächelnd neben ihrem Gatten.

Entsprechend kontrovers wird die Rolle der First Lady in den USA diskutiert: Für die einen ist das Ex-Model aus Slowenien eine Mitläuferin, die sich in ihrem goldenen Käfig eingerichtet hat und dem polternden Autokraten im Weißen Haus ein hübsches Gesicht leiht. Die anderen wollen in ihrem Verhalten ein leises Aufbegehren erkennen und glauben, dass Melania nur wegen des gemeinsamen Sohnes Barron die Scheidung hinausschiebt.

Besonders herzlich geht es laut einem Insiderbericht der New York Times nach 13 Jahren skandalgeplagter Ehe bei den Trumps jedenfalls nicht mehr zu. Die Affären des Milliardärs sollen seine Frau sehr verärgert haben. Umgekehrt hat er angeblich ihre modernen Möbel gegen pompöses Inventar im Stil des Sonnenkönigs Ludwig XIV. austauschen lassen. Ein gemeinsames Schlafzimmer gibt es schon lange nicht mehr, auch bei Staatsbesuchen werden getrennte Suiten gebucht.

Demnächst nun will Melania Trump alleine auf Reisen gehen. Noch in diesem Jahr wolle sie Afrika besuchen, erklärte die First Lady. Dass sie „die reiche Kultur und Geschichte“ jener Staaten studieren will, die ihr Mann als „Drecksloch-Länder“ bezeichnet hat, mag man revolutionär oder zynisch finden. Gut voran kommen jedenfalls die Vorbereitungen für Weihnachten. „Ich hoffe, allen wird unsere Festtags-Dekoration gefallen“, twitterte sie jüngst.

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