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USA Michael Bloomberg kehrt zurück zu den Demokraten

Der schillernde Milliardär Michael Bloomberg war im Jahr 2000 zu den Republikanern übergelaufen, jetzt kehrt er zu den Demokraten zurück. Sucht er die Konfrontation mit Donald Trump?

Michael Bloomberg
Vielleicht will sich Bloomberg mit Trump messen, gerade weil es gewisse Parallelen gibt? Foto: rtr

Es ist nur ein unscheinbares Foto, das seit Mittwoch auf Instagram kursiert: Ein Mann, von dem nur die Hände zu sehen sind, füllt eine Wählerregistrierung des Bundesstaates New York aus. Erst bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, dass es sich um Michael Bloomberg handelt.

Der 76-Jährige, der zu den reichsten Menschen der Welt zählt und elf Jahre lang Bürgermeister von New York war, kehrt zur Demokratischen Partei zurück. Der langjährige Demokrat war 2000 zu den Republikanern gewechselt, um sich im Ringen um das Bürgermeisteramt den Vorwahlkampf gegen seine Parteifreunde zu ersparen. Später erklärte sich Bloomberg zum unabhängigen Kandidaten, betrieb aber während seiner gesamten politischen Karriere eine Politik, die gemäßigten Positionen der Demokratischen Partei entsprach.

Noch wird gerätselt, welches Ziel der schillernde Milliardär mit seinem ungewöhnlichen Beitrag auf Instagram erreichen will. Ein offizielles Statement fehlt. Bloomberg schreibt lediglich zu dem Foto, dass die Demokraten wichtig seien für die Kontrolle, die Amerika so dringend benötige. Es bleibt also Raum für Spekulationen. Allerdings hatte der „Guardian“ bereits vor sechs Wochen erstmals über Bloombergs Ambitionen berichtet. Und auch jetzt zeigten sich diverse Demokraten davon überzeugt, dass Bloomberg die Stimmungslage im Land zunächst testen wolle.

Der langjährige Politiker ist in seiner eigenen Partei keineswegs unumstritten. Vor allem unter den Anhängern von Bernie Sanders, der der linken Bewegung zu einem enormen Auftrieb verhilft, dürfte der Medienunternehmer kaum Unterstützung finden. Und doch werden gerade dem Mann, der den Wahlkampf im Zweifelsfall auch aus eigener Tasche zahlen könnte, gute Chancen eingeräumt, sollte er die unmittelbare Konfrontation mit Trump suchen. Eine Einschätzung, die ausgerechnet auch im Trump-Team geteilt wird.

So zeigt sich Anthony Scaramucci, New Yorker Finanzmananger und Trumps früherer Kurzzeit-Kommunikationschef, überzeugt, dass Bloomberg ein aussichtsreicher Kandidat sei. Mehr noch: Zurzeit sei er der einzige Bewerber unter den Demokraten, der Trump gefährlich werde könnte. Allerdings bleibe er skeptisch, so Scaramucci, ob sich Bloomberg auf die Tortur eines Präsidentschaftswahlkampfes überhaupt einlassen wolle. Aber wer weiß?

Vielleicht will sich Bloomberg mit Trump messen, gerade weil es gewisse Parallelen gibt? Beide Männer leben in New York, gehören der gleichen Generation an und verkehren in der Stadt in ähnlichen gesellschaftlichen Zirkeln. Und die Unternehmer wollen ihr Können in der Politik beweisen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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