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US-Wahlkampf Trump sagt TV-Debatte ab

"Sie behandelt mich nicht fair": Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump möchte sich nicht von Moderatorin Megyn Kelly befragen lassen. Das könnte Fox News die guten Einschaltquoten vermasseln.

Der Immobilienmilliardär Donald Trump gilt wegen seiner provokanten Art als Quotengarant. Foto: rtr

Der seit Monaten schwelende Konflikt zwischen dem republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und dem Haussender der Konservativen in den USA ist jetzt vollends eskaliert. Trump ließ seine Teilnahme an einer TV-Debatte absagen, die Fox News am Donnerstagabend ausstrahlen will. Der Bauunternehmer aus New York, der in den Wahlumfragen weit vor seinen republikanischen Konkurrenten liegt, möchte sich nicht von Moderatorin Megyn Kelly befragen lassen. „Ich mag sie nicht, sie behandelt mich nicht fair“, sagte Trump. Noch ist nicht klar, ob der Debattenboykott dem Milliardär bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa am kommenden Montag helfen oder schaden wird.

Schon bei der ersten Fernsehdebatte der republikanischen Möchtegern-Präsidenten im vergangenen August waren Trump und Kelly aneinandergeraten. Die Starmoderatorin des quotenstarken Senders hatte Trump seine eigenen frauenfeindlichen Äußerungen aus der Vergangenheit vorgehalten. Der Milliardär reagierte pikiert und stellte die journalistische Kompetenz Kellys öffentlich infrage.

Doch der Sender Fox News, der seit Jahren das Weltbild vieler konservativer Amerikaner prägt, will Kelly auch am Donnerstag wieder als Moderatorin einsetzen. Trump könne sich nicht aussuchen, von wem er befragt werde. Für den Kandidaten war das offenbar Anlass genug, um erbost zu erklären, er lasse keine Spielchen mit sich spielen und sei auch nicht dazu da, Fox reich zu machen. „Lasst uns sehen, wie viel Geld Fox noch macht, wenn ich nicht bei der Debatte dabei bin.“

Ted Cruz verspottet Trump

Tatsächlich könnte es passieren, dass weniger Amerikaner als gewohnt die Debatte der republikanischen Bewerber im Fernsehen verfolgen werden. Der Immobilienmilliardär gilt wegen seiner provokanten Art als Quotengarant. Die erste TV-Debatte im August sahen 24 Millionen Zuschauer.

Trump scheint sich sicher zu sein, die symbolisch wichtige erste Vorwahl in Iowa am kommenden Montag zu gewinnen. Er führt in den Umfragen relativ deutlich vor seinem schärfsten Konkurrenten Ted Cruz. Trump setzt offenbar darauf, dass ihm die Wählerinnen und Wähler den ungewöhnlichen Schritt nachsehen werden. Erst vor wenigen Tagen hatte er in gewohnt prahlerischem Ton erklärt, er würde auch dann keine Stimmen verlieren, wenn er auf offener Straße einen Menschen erschießen würde. Um jedoch sicherzugehen, plant Trump eine Art Gegenveranstaltung zur TV-Debatte.

Er will in Iowa am Donnerstagabend Spenden für verwundete Soldaten sammeln. So etwas spricht konservative Wähler in den USA enorm an. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass Trump sich überraschend doch noch zu einer Teilnahme an der Sendung entscheiden könnte. Er ließ sich eine Hintertür offen, weil lediglich sein Wahlkampfmanager von einer „unumkehrbaren Entscheidung“ sprach. Und Trump ist bekannt dafür, dass er sich nicht an Konventionen hält.

Die Konkurrenten des Umfragekönigs versuchten gleichwohl, sich einen Vorteil aus der Diskussion um Trumps Teilnahme an der Debatte zu verschaffen. Ted Cruz etwa verspottete Trump und sagte, dieser fürchte sich offenbar vor der Fox-Moderatorin: „Ich kann dir versprechen, dass Putin viel furchterregender ist als Megan Kelly.“

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