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US-Wahl Republikaner stellen sich gegen Trump

Die Stimmen gegen Donald Trump werden bei den Republikanern immer lauter: Viele Mitglieder fürchten, dass Trump ihnen die Mehrheit im Kongress kostet.

Wer hört ihm noch zu? Seine Parteifreunde weniger denn je – aber bei 40 Prozent der Wähler steht Trump noch in der Gunst. Foto: REUTERS

Die US-Republikaner drohen im Chaos zu versinken. Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat der eigenen Partei den Krieg erklärt. Unter Konservativen macht sich inzwischen die Sorge breit, womöglich nicht nur die Präsidentschaftswahl, sondern auch die Mehrheit im US-Kongress zu verlieren. Die Tumulte bei den Republikanern haben Hillary Clinton in den Umfragen wieder deutlich vor Trump gebracht. Dennoch kann sich die Kandidatin der Demokraten noch lange nicht zurücklehnen.

Auf die Kritik aus dem Partei-Establishment an einem Video aus dem Jahr 2005, in dem Trump mit sexuellen Übergriffen auf Frauen prahlt, reagierte der jetzt mit einer Twitter-Tirade. Er schrieb unter anderem: „Illoyale Republikaner sind noch schlimmer als die verbrecherische Hillary. Sie gehen von allen Seiten auf dich los. Sie wissen nicht, wie man gewinnt. Ich werde es ihnen beibringen.“ Ziel der Digitalattacke war das Partei-Establishment in Washington, das bei Trumps Anhängern ähnlich unbeliebt ist wie die Kandidatin der Demokraten. Und im Zentrum von Trumps Angriffen stand Paul Ryan, der als Sprecher des US-Repräsentantenhauses dritter Mann im Staat ist. Ryan hatte wegen des Videos und des pöbelnden Auftrittes von Trump in der zweiten TV-Debatte gegen Clinton erklärt, nicht mehr öffentlich für den eigenen Kandidaten Wahlkampf machen zu wollen.

Die Blockadetaktik

Das ließ Trump nicht unwidersprochen. Er twitterte: „Paul Ryan sollte lieber mehr Zeit auf den Haushalt, den Arbeitsmarkt und illegale Einwanderung verwenden und seine Zeit nicht damit verschwenden, den Kandidaten der Republikaner zu bekämpfen.“ Schließlich erklärte Trump, dass er alle Fesseln abgeworfen habe: „Jetzt kann ich für Amerika kämpfen, wie ich es will.“

Ryan und andere etablierte Republikaner hoffen, mit der Distanzierung von Trump die konservative Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat bei der Wahl am 8. November retten zu können, um Clinton nach einem eventuellen Wahlsieg Paroli bieten zu können. Das wäre eine Wiederholung der Blockadetaktik, mit der die US-Konservativen in den vergangenen Jahren viele politische Vorhaben des amtierenden Präsidenten Barack Obama durchkreuzt haben.

Lange Zeit schien diese Mehrheit sicher zu sein. Doch inzwischen fürchtet das Establishment, von Trumps loyaler Anhängerschaft abgestraft zu werden. Vor allem die Kandidaten für beide Parlamentskammern, die dem Establishment nahestehen, sorgen sich.

Trump deutete bereits an, dass er im Falle einer Wahl zum Präsidenten hart gegen seine Kritiker losschlagen werde. Eine seiner Sprecherinnen sagte, sie bekomme massenweise Nachrichten, in denen Wähler erklärten, sie wollten für Trump stimmen, aber nicht für andere Republikaner.

Geschieht das, dann droht der republikanischen Partei die Spaltung. In US-Zeitungen werden Trump-Anhänger zitiert, die ihren Kandidaten trotz seiner sexistischen Haltung gegenüber Frauen weiterhin für präsidial halten. Die Tumulte bei den Konservativen haben der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton einen signifikanten Vorsprung in den Wahlumfragen eingebracht. Nach einer Erhebung nach dem zweiten TV-Duell am Sonntagabend, kommt Clinton landesweit derzeit auf 45 Prozent, Trump auf 37. Eine Woche zuvor lag der Abstand bei nur fünf Prozentpunkten. Auch in den sogenannten Swing States, die für einen Wahlsieg eines Kandidaten wichtiger sind als die landesweit erzielten Stimmen, baute Clinton ihre Führung aus.

Allerdings birgt das Chaos im gegnerischen Lager auch Gefahren für Clinton. Die Schlammschlacht, die sich in den nächsten Tagen bis zum letzten TV-Duell am 19. Oktober noch verstärken dürfte, könnte potenzielle Wähler abstoßen.

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