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US-Präsidentschaftsbewerber Trump legt sich auch mit Republikanern an

Der konservative US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat immer mehr Gegner – weltweit. Zahlreiche Prominente äußern sich kritisch über Trumps Rhetorik gegen Muslime, etwa Boxlegende Muhammad Ali und Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

10.12.2015 15:34
Sorgt weltweit für Empörung: US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Foto: dpa

Nach der heftigen Kritik führender Republikaner an seiner Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime hat der US-Milliardär Donald Trump erneut eine Teilnahme als unabhängiger Kandidat an der Präsidentschaftswahl 2016 ins Spiel gebracht. Im Fernsehsender ABC sagte Trump am Mittwoch, dass er sich eine eigenständige Kandidatur vorstellen könnte, sollte die republikanische Partei ihn nicht „fair“ behandeln. Im Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter schrieb Trump vieldeutig: „Eine neue Umfrage besagt, dass 68 Prozent meiner Unterstützer für mich stimmen würden, sollte ich die Republikaner verlassen und als Unabhängiger antreten.“ Überprüfbar war seine Behauptung nicht.

Derweil äußern sich auch immer mehr Prominente kritisch über Trumps Rhetorik gegen Muslime. Boxlegende Muhammad Ali und Facebook-Chef Mark Zuckerberg machten sich unabhängig voneinander für die Rechte von Muslimen stark und warnten vor einer Diskriminierung wegen der Gräueltaten des „Islamischen Staates“ (IS).

Der 73-jährige Ali, selbst Muslim, rief die politisch Verantwortlichen in den USA auf, „Verständnis für die Religion des Islam“ zu wecken und klarzustellen, dass die Anschläge „dieser missgeleiteten Mörder“ nichts mit dieser Religion zu tun hätten, wie die Sender NBC und ABC berichteten. „Ich bin Muslim, und es ist nicht islamisch, unschuldige Menschen in Paris, San Bernardino oder irgendwo anders in der Welt zu töten“, erklärte der einstige Box-Weltmeister im Schwergewicht.

Zuckerberg hob hervor: „Nach den Anschlägen von Paris und dem Hass diese Woche kann ich mir nur vorstellen, welche Angst Muslime empfinden, dass sie für die Taten anderer verfolgt werden.“ Er fügte hinzu: „Als Jude haben mir meine Eltern beigebracht, dass wir gegen Angriffe auf alle Bevölkerungsgruppen Front machen müssen.“ Den Muslimen versicherte er explizit, dass sie jederzeit in seinem Unternehmen willkommen seien.

Trumps Entgleisungen werden auch weltweit wahrgenommen – und entsprechend quittiert. Bis zum frühen Donnerstagnachmittag unterzeichneten mehr als 423.200 Menschen eine Petition, die ein Einreiseverbot für Trump nach Großbritannien fordert. In Israel regte sich Protest gegen einen Ende Dezember geplanten Besuch von Trump, und eine in Dubai ansässige Handelskette beschloss einen Boykott von Produkten des Trump-Imperiums. (afp/dpa)

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