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US-Präsident Trump lobt die EU

Kehrtwende des US-Präsidenten: In einem Interview lobt Donald Trump die Arbeit der Europäischen Union, nachdem er zuvor den Brexit befürwortet hatte. Im Streit mit Nordkorea droht er mit einem Alleingang.

03.04.2017 07:36
Donald Trump
Hat positive Worte für die EU übrig: Donald Trump. Foto: EPA

US-Präsident Donald Trump hat die Europäische Union für ihre Reaktion auf das Brexit-Votum gelobt. Die EU mache "sehr gute Arbeit", sagte Trump in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Financial Times". Er habe nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt zunächst gedacht, dass weitere Länder folgen würden, "aber ich glaube wirklich, dass die Europäische Union die Kurve kriegt".

Seit dem überraschenden Votum der Briten habe die Europäische Union "sehr gute Arbeit" geleistet, die Mitgliedstaaten "wieder zusammenzuführen". In der EU herrsche nun "ein anderer Geist des Zusammenhalts". Er rechne damit, dass die Brexit-Verhandlungen für beide Seiten gut ausgehen würden, sagte Trump der "Financial Times".

Die neuen Äußerungen des US-Präsidenten stehen im Widerspruch zu einem Interview, das er vor seiner Amtseinführung im Januar den Zeitungen "Bild" und "The Times" gegeben hatte. Darin hatte er den Brexit als "großartige Sache" bezeichnet und erklärt, er rechne damit, dass weitere EU-Staaten dem Vorbild Großbritanniens folgen würden.

Neun Monate nach dem Brexit-Referendum hatte die britische Regierung am Mittwoch offiziell den Antrag auf Austritt aus der EU gestellt. Damit beginnt ein zweijähriger Verhandlungsprozess über die Entflechtung der Beziehungen zwischen London und der EU.

Trump droht Nordkorea

Wenige Tage vor seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat Trump im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm mit einem Alleingang der USA gedroht. Wenn China das Problem mit Nordkorea "nicht löst, werden wir es tun", sagte Trump in dem Interview. China habe "großen Einfluss auf Nordkorea". Es müsse sich daher entscheiden, ob es den USA "mit Nordkorea helfen will oder nicht".

Auch die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, forderte China in einem Interview auf, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. China sei "das einzige Land", das seinen traditionellen Verbündeten stoppen könne, sagte Haley im US-Fernsehsender ABC. Die US-Regierung werde daher weiter Druck auf Peking ausüben, "gegen Nordkorea vorzugehen".

Xi wird Trump am Donnerstag und Freitag April in dessen Privatclub Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida besuchen. Trump hatte am Donnerstag gesagt, er rechne mit "sehr schwierigen" Gesprächen.

US-Experten hatte vergangene Woche gewarnt, dass Nordkorea offenbar einen neuen Atomwaffentest vorbereite. Seit dem ersten Atomwaffentest 2006 hat das Land bereits vier weitere Tests vorgenommen, zwei davon im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die kommunistische Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Mit seinen Atomwaffen- und Raketentests verstößt Nordkorea gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

US-Außenminister Rex Tillerson hatte kürzlich bei einer Asien-Reise deutlich gemacht, dass die Geduld der USA am Ende sei. Bei einem Treffen mit Xi in Peking vereinbarten beide Seiten, beim Umgang mit der wachsenden Bedrohung durch das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm zusammenzuarbeiten.

Neben Nordkorea dürfte bei Xis Besuch in den USA die Handelspolitik ganz oben auf der Agenda stehen. Trump hatte China im Wahlkampf vorgeworfen, Arbeitsplätze in den USA zu "stehlen" und die USA mit unfairen Handelspraktiken zu "vergewaltigen". Zuletzt hatte er versöhnlichere Töne angeschlagen. (AFP)

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