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US-Demokraten Biden verzichtet auf Kandidatur

Biden passt: Nach monatelangen Spekulationen schafft der amtierende Vizepräsident der USA Klarheit. Er wird sich nicht um die Kandidatur der Demokraten bemühen.

21.10.2015 18:39
Vizepräsident Joe Biden kündigt im Rosengarten des Weißen Hauses an, nicht für Barack Obamas Nachfolge zu kandidieren. Foto: AFP

US-Vizepräsident Joe Biden wird sich nicht für die Nachfolge von Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten bewerben. Seine lange mit Spannung erwartete Entscheidung zu einer möglichen Kandidatur für die Wahl im November 2016 gab der 72 Jahre alte Demokrat am Mittwoch in Washington bekannt.

Damit bleiben mit der früheren Außenministerin und First Lady Hillary Clinton sowie Senator Bernie Sanders aus dem Bundesstaat Vermont zwei Bewerber mit ernstzunehmenden Chancen um die Kandidatur für die demokratische Partei. Clinton gilt als hohe Favoritin.

Biden begründete seinen Verzicht unter anderem mit familiären Gründen. Der Politiker hatte erst im Mai seinen Sohn Beau verloren. Er war an den Folgen eines Gehirntumors im Alter von nur 46 Jahren gestorben.

Biden hatte seine Entscheidung über eine mögliche Kandidatur lange hinausgezögert. Die Umfragen für den Vizepräsidenten als Nachfolger seines «Chefs« Obama waren zuletzt nicht besonders gut. Eine Mehrheit der Wähler der demokratischen Partei hatte sich dafür ausgesprochen, dass Biden nicht ins Rennen gegen Hillary Clinton und Bernie Sanders geht. Für den Fall einer Bewerbung sahen die Meinungsforscher ihn nur auf den dritten Platz.

Jahrzehntelange Erfahrung

Biden ist Politprofi durch und durch und kennt den Betrieb in Washington seit Jahrzehnten. Er wurde schon 1973 zum Senator gewählt.

Zweimal versuchte sich der heute 72 Jahre alte Biden bereits als Bewerber um das Präsidentenamt für seine demokratische Partei. 1988 stieg er nach Plagiatsvorwürfen frühzeitig aus dem Rennen aus und überließ es seinem Parteifreund Michael Dukakis, haushoch gegen George Bush zu verlieren. 2004 konnte sich Biden gegen Barack Obama ebenfalls nicht durchsetzen und scheiterte schon bei der ersten Vorwahl klar.

Biden stammt aus dem Steuerparadies Delaware an der US-Ostküste und ist passionierter Bahnfahrer. Er ist in zweiter Ehe mit Jill verheiratet. Seine erste Frau verunglückte 1972 an der Seite von Tochter Naomi tödlich. Es war der erste Schicksalsschlag für den heutigen Vizepräsidenten.

Im Mai dieses Jahr starb seit ältester Sohn Beau an einem Hirntumor im Alter von nur 46 Jahren. Biden trauerte öffentlich, sein Sohn soll sich eine Kandidatur des Vaters gewünscht haben.

Der als liberal geltende Biden, dem politische Gegner zuletzt schwere sachpolitische Einschätzungsfehler vorwarfen, ließ sich sehr lange Zeit mit der Entscheidung über eine erneute Kandidatur. Der passende Zeitpunkt wollte nicht kommen, die parteiinterne Hauptrivalin Hillary Clinton gab sich nicht die entscheidende Blöße. Viele US-Kommentatoren sahen zuletzt für Obamas Vize kaum noch Spielraum und stellten die Frage: «Warum jetzt?» (dpa)

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