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Untreue Spende von Ruzicka

Aleksander Ruzicka soll 50 Millionen Euro veruntreut haben und ist dafür vom Wiesbadener Landgericht zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Die CDU bekam 50.416 Euro von seinem Ex-Arbeitgeber. Von Matthias Thieme

22.12.2009 00:12
Matthias Thieme
Die hessische CDU hat von Handlungen des mittlerweile verurteilten Managers Aleksander Ruzicka profitiert. Foto: dpa

Die hessische CDU hat von Handlungen des mittlerweile verurteilten Managers Aleksander Ruzicka profitiert: Nach FR-Recherchen hat die CDU im Jahr 2002 von der Wiesbadener Werbeagentur Aegis/Carat eine Parteispende von 50.416 Euro bekommen. Chef der Werbeagentur war damals der Manager Aleksander Ruzicka. Er soll 50 Millionen Euro veruntreut haben und ist dafür vom Wiesbadener Landgericht zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

Heikel an der Großspende: Rund neun Millionen Euro des von Ruzicka veruntreuten Geldes sind nach Auffassung des Gerichts durch die damalige Firma des hessischen Landtagsabgeordneten Volker Hoff (CDU) geflossen. Dessen ehemalige Firma "Zoffel Hoff Partner (ZHP)" funktionierte aus Sicht der Staatsanwaltschaft wie ein Verschiebebahnhof für große Summen illegaler Geldflüsse.

Für die Finanzen zuständiger Geschäftsführer dieser Firma war Volker Hoff. Sechs Millionen Euro verschwanden laut Staatsanwaltschaft von Hoffs ehemaliger Firma ZHP über diverse Tarnfirmen im Privatvermögen von Aegis-Managern wie Aleksander Ruzicka. Nach dem Differenzbetrag von drei Millionen suchen die Ermittler noch.

Die hessische CDU teilte auf Anfrage dazu lediglich mit, die Partei komme ihren Veröffentlichungspflichten nach. Hoff und seine Firma ZHP haben über Jahre für die Hessen-CDU Kampagnen, Plakate und Veranstaltungen, wie etwa eine Wiesbadener Fußball-WM-Feier und den Besuch des Dalai Lama bei Roland Koch in Wiesbaden geplant.

Weitere sechs Millionen Euro sind nach Aussage von Hoffs ehemaligem Partner Reinhard Zoffel direkt in die Firma "Best of AG" geflossen, an der Ruzicka indirekt beteiligt war und die ihren Sitz im Haus von Volker Hoffs Mutter in Mühlheim hatte. Unter derselben Adresse ist dort jetzt eine neue Firma eingetragen: Die "Omega Networking AG ". Volker Hoff war für Fragen zu dieser Firma am Montag nicht erreichbar.

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