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Unruhen in Israel Rakete trifft Stadt in Israel

4. UpdateBei Unruhen in Jerusalem und den Palästinensergebieten ist mindestens ein Mensch getötet worden. Im südisraelischen Sderot schlägt eine Rakete aus dem Gazastreifen ein - Israel greift einen Stützpunkt der Hamas an.

08.12.2017 16:02
Jerusalem-Konflikt - Unruhen in Israel
Israelische Polizisten halten in Jerusalem einen Demonstranten fest. Foto: dpa

Aufruhr im Heiligen Land: Nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA ist bei Unruhen in Jerusalem und den Palästinensergebieten ein Mann getötet worden. Mindestens 760 Menschen wurden verletzt - 261 der Verletzten erlitten Schusswunden, mehrheitlich durch Gummimantelgeschosse. Das teilte der palästinensische Rettungsdienst Roter Halbmond am Freitag mit. Bei dem Todesopfer handele es sich um einen Palästinenser.

Am Abend schlug eine Rakete aus dem Gazastreifen in der Stadt Sderot im Süden Israels ein. Weitere Informationen gebe es nicht, teilte eine israelische Armeesprecherin zunächst mit. Der Zeitung „Haaretz“ zufolge wurden Autos beschädigt. Verletzte habe es keine gegeben.

Israel greift Stützpunkt der Hamas an

Israel hatte zuvor einen Stützpunkt und ein Waffenlager der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen angegriffen. Dabei wurden nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen zehn Menschen verletzt. Vorher waren zwei Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel abgefeuert worden, eine hatte Israel nach Armeeangaben abgefangen, bei der anderen wurde zunächst kein Treffer gemeldet.

Bereits zuvor hatte eine israelische Armeesprecherin gesagt, im Westjordanland seien Warnschüsse in die Luft abgegeben worden, im Gazastreifen sei auf Anstifter der Unruhen geschossen worden. Diese seien auch getroffen worden. Die meisten Palästinenser wurden durch Tränengas verletzt.

Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats mussten die USA massive Kritik aller 14 anderen Mitglieder des Gremiums einstecken. Die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, stelle einen „gefährlichen Präzedenzfall“ dar, sagte Ägyptens UN-Botschafter Amr Abdellatif Aboulatta in New York. Die Botschafter von Großbritannien, Italien, Schweden, Italien und dem derzeit nicht im Sicherheitsrat vertretenen Deutschland teilten nach der Sitzung in einer gemeinsamen Erklärung mit, die Entscheidung sei nicht in Übereinstimmung mit UN-Resolutionen und nicht hilfreich.

Proteste auch in anderen Ländern

„Heute, am 30. Jahrestag der ersten Intifada (Palästinenseraufstand), erhebt sich unser Volk in Ablehnung gegen die Erklärung von Trump“, sagte Achmad Bahar, ein führender Hamas-Vertreter, während der Gebete am Freitag in Gaza. „Jerusalem ist die Hauptstadt Palästinas und auch die Hauptstadt der Araber und Muslime.“ Auch in anderen muslimischen Ländern gingen die Menschen aus Protest gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump auf die Straße, etwa in Ägypten, Jordanien, im Libanon und in Tunesien.

Teilnehmer von Kundgebungen in der Türkei schwenkten palästinensische Flaggen und skandierten Parolen wie „Mörder USA“. Im Iran verbrannten Demonstranten US-Flaggen. Der tunesische Präsident Beji Caid Essebsi bestellte den US-Botschafter ein.

In Europa organisierte die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs nach eigenen Angaben in 14 EU-Hauptstädten Aktionen vor US-Botschaften und Parlamenten und machte den Status Jerusalems zum Thema der Freitagspredigt in ihren Moscheegemeinden.

Hamas hatte zu Aufstand aufgerufen

Die Hamas hatte für Freitag zum Beginn eines neuen Palästinenseraufstands aufgerufen. In Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen gingen nach den Freitagsgebeten Tausende Palästinenser auf die Straße. Vor allem Jugendliche verbrannten amerikanische Flaggen und setzten Reifen in Brand, warfen mit Steinen und Flaschen auf israelische Sicherheitskräfte. Diese setzten auch Tränengas und Gummimantelgeschosse ein.

Die israelische Polizei war in Jerusalem mit zusätzlichen Hundertschaften präsent. Die israelische Armee hatte bereits zuvor entschieden, mehrere zusätzliche Bataillone ins Westjordanland zu verlegen.

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