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Unruhen in der Elfenbeinküste Gbagbo verhandelt über Ausreise

Der militärisch bedrängte Präsident der Elfenbeinküste Laurent Gbagbo verhandelt nach Angaben des französischen Außenministers Alain Juppé über seine Ausreise. Am Morgen hatten französische und UN-Hubschrauber in Abidjan auf Gbagbos Truppen geschossen.

04.04.2011 20:31
Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara bereiten ihre Offensive vor (05.04.2011). Foto: afp

Die USA und die Europäische Union drängen den ivorischen Machthaber Laurent Gbagbo zum sofortigen Amtsverzicht. Gbagbo müsse „den Willen seines Volkes akzeptieren und aufhören, die Präsidentschaft für sich zu beanspruchen“, erklärte US-Präsident Barack Obama am Montagabend in Washington. Für die Europäer erklärte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel, Gbagbo müsse zurücktreten, „damit Frieden herrschen kann“. Gbagbos Außenminister begab sich am Dienstag in den Schutz des französischen Botschafters in Abidjan.

Die Kämpfe in der Elfenbeinküste gingen am Dienstag unvermindert heftig weiter. Nach den Angriffen von UN- und französischen Kampfhubschraubern auf den Palast und die Residenz Gbagbos in Abidjan verlangte dessen Militärchef einen Waffenstillstand. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verteidigte die Angriffe. Sie dienten dem Schutz der Zivilbevölkerung in der ivorischen Wirtschaftsmetropole, erklärte Ban in New York. „Lassen Sie mich unterstreichen, dass die UN-Truppen keine Partei ergreifen in diesem Konflikt.“

UN- und französische Kampfhubschrauber hatten zuvor in die Kämpfe in Abidjan eingegriffen. Neben dem Palast und der Residenz Gbagbos griffen sie auch zwei Militärlager seiner Truppen an. „Wir arbeiten gemäß unserem Mandat und der UN-Resolution 1975 mit der französischen 'Licorne'-Truppe zusammen“, sagte Touré. Die Blauhelme gingen gegen schwere Waffen vor, die gegen die Zivilbevölkerung und UN-Mitarbeiter eingesetzt worden seien.

Vier französische Kampfhubschrauber beschossen das Gendarmerielager Agban im Norden der Wirtschaftsmetropole, wie ein AFP-Reporter berichtete. Augenzeugen berichteten zudem, UN-Hubschrauber hätten das Kasernengelände von Akouédo angegriffen, das ebenfalls von Gbagbo-Getreuen gehalten wird.

Abidjan ist derzeit hart umkämpft. Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara begannen nach eigenen Angaben am Montag eine Offensive von vier Seiten mit dem Ziel, den Präsidentenpalast und die Residenz Gbagbos zu erobern. Gbagbo scharte seine Anhänger um seine Residenz im nördlichen Vorort Cocody. Die beiden rivalisierenden Politiker liefern sich seit Monaten einen erbitterten Kampf um die Macht.

Die derzeit 1650 französischen Soldaten in der Elfenbeinküste haben zur Aufgabe, die französischen Staatsbürger zu schützen und die rund 10.000 in dem westafrikanischen Land stationierten Blauhelmsoldaten zu unterstützen. Die frühere Kolonialmacht Frankreich unterhält enge Wirtschaftsbeziehungen mit der Elfenbeinküste, die der weltweit größte Kakaoproduzent ist, doch ist das Verhältnis auf politischer Ebene seit langem angespannt. (afp)

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