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Unruhen im Jemen Regimefeinde stürmen Eliteeinheit

Oppositionelle Kämpfer haben eine regierungstreue Eliteeinheit angegriffen. Indessen protestierten wieder zahlreiche Bürger gegen die Regierung. Präsident Saleh hält weiter an der Macht fest.

26.09.2011 11:41
Jemenitische Soldaten marschieren während einer Militärparade. Bei den Kämpfen zwischen Regierungstreuen und Oppositionellen sind vergangene Woche 100 Tote gezählt worden. Foto: dapd

Kämpfer eines regimefeindlichen jemenitischen Stammes haben am Montag im Norden von Sanaa den Stützpunkt einer Eliteeinheit des bedrängten Präsidenten Ali Abdullah Salehs gestürmt. Bei dem Gefecht wurde ein General der Saleh-treuen Republikanischen Garde getötet, 16 Soldaten der Einheit wurden gefangen genommen, berichtete die oppositionelle Webseite Maribpress. Auch zwei Stammeskämpfer kamen nach diesen Angaben ums Leben, 19 weitere wurden verletzt. Tausende Menschen demonstrierten am Montag in Sanaa und anderen Städten erneut für den Rücktritt Salihs.

Trotz der zunehmenden Gewalt im Jemen lehnt der autokratische Präsident Ali Abdullah Saleh einen Rücktritt weiter ab. In seiner ersten öffentlichen Ansprache nach seiner Rückkehr am Freitag aus Saudi-Arabien rief Saleh vorgezogene Wahlen aus. Der 69-Jährige sicherte am Sonntagabend zu, die Macht über Wahlen weitergeben zu wollen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sich die Protestbewegung von der Ankündigung besänftigen lässt.

Saleh schlägt vorgezogene Wahlen vor

Oppositionelle, die seit Januar gegen die seit mehr als 30 Jahren dauernde Herrschaft des Präsidenten protestieren, zeigten sich enttäuscht. „Es ist dieselbe Geschichte, dieselbe Politik, er spricht mit uns wie mit Kindern“, sagte ein 30-Jähriger. Kurz nach der im Fernsehen übertragenen Rede wurden Schüsse über der Hauptstadt Sanaa in den Himmel gefeuert. „Das ist der Dialog, den Saleh will“, sagte ein Demonstrant mit Blick auf eine entsprechende Aufforderung Salehs an das gegnerische Lager.

Saleh hat bereits mehrfach Vorschläge für eine Machtübergabe gemacht und diese dann nicht befolgt. Die Gewalt im Land nimmt kein Ende, es droht ein Bürgerkrieg. Am Wochenende töteten Sicherheitskräfte mindestens 19 Menschen, die gegen Saleh demonstrierten. Allein am Samstag kamen 17 Menschen zu Tode, als Armee und Polizei das größte Zeltlager der Opposition in Sanaa angriffen. In der vergangenen Woche kamen bei Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhängern Salehs mehr als 100 Menschen ums Leben. (rtr/dpa)

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