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UN-Friedenstruppe Blauhelmsoldaten als Geiseln genommen

Bewaffnete Gruppen nehmen auf den Golanhöhen im Süden Syriens 43 Blauhelmsoldaten als Geiseln. Die Identität der Entführer ist noch unklar. Weitere 81 UN-Soldaten werden von den Extremisten belagert.

28.08.2014 16:22
Blauhelm-Soldaten im Einsatz auf dem Golan. Foto: AFP

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Bewaffnete Gruppen haben auf den Golanhöhen 43 UN-Blauhelmsoldaten von den Fidschi-Inseln in ihre Gewalt gebracht. Die Soldaten seien am Donnerstag als Geiseln genommen worden, während 81 philippinische Soldaten den Angreifern weiter in einer Patt-Situation gegenüber stünden, erklärte das philippinische Verteidigungsministerium. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Übergriffe und forderte eine "bedingungslose und sofortige" Freilassung der Soldaten.

Wie die UNO in New York mitteilte, wurden die 43 Soldaten am Morgen auf der syrischen Seite der Golanhöhen gefangen genommen. Sie gehören demnach der UN-Beobachtertruppe für Truppenentflechtung (Undof) an. Die UN-Truppe überwacht eine 1974 zwischen Israel und Syrien geschlossene Waffenruhe.

Die Blauhelmsoldaten wurden nach philippinischen Angaben in der Nähe der Stadt Kuneitra überfallen, die im Südwesten von Syrien liegt. Dort ist der einzige Übergang durch die Pufferzone zwischen beiden Staaten. In der Gegend hatte es UN-Sprecher Stéphane Dujarric zufolge zuvor heftige Kämpfe zwischen der syrischen Armee und bewaffneten syrischen Oppositionsgruppen gegeben.

UN-Soldaten halten Stellung

Nach Angaben aus Manila hatten sich die 81 philippinischen Soldaten geweigert, ihre Waffen niederzulegen. Nun könnten sie ihre Stellungen in der Umgebung von Ruwahinah und Buraikah nicht verlassen und würden diese weiter halten. Die entführten Soldaten wurden laut UNO in den Süden der Pufferzone verschleppt. Israel riegelte die Umgebung von Kuneitra am Mittwoch auf der israelisch kontrollierten Seite ab, nachdem ein israelischer Offizier durch Schüsse verletzt worden war, die offenbar von syrischen Rebellen abgefeuert worden waren.

Zu der Undof-Mission gehören derzeit rund 1200 Soldaten aus sechs Ländern - Indien, Irland, den Niederlanden, Nepal, den Philippinen und von den Fidschi-Inseln. Die westlichen zwei Drittel (1200 Quadratkilometer) des Golan wurden 1967 von Israel besetzt und 1981 annektiert, was die internationale Staatengemeinschaft nicht anerkennt. Die übrigen 510 Quadratkilometer blieben unter syrischer Kontrolle.

Die Vereinten Nationen konnten nach eigenen Angaben die Entführer nicht sicher identifizieren. "Einige Gruppen haben nach eigenen Angaben mit der al-Nusra-Front zu tun, aber wir können das nicht bestätigen", sagte Dujarric. Der UN-Sicherheitsrat bezeichnete die Angreifer als "terroristische Gruppen und Mitglieder nicht-staatlicher bewaffneter Gruppen". Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien hatte am Mittwoch mitgeteilt, die islamistische Al-Nusra-Front und andere Rebellengruppen hätten Kuneitra aus der Hand der Armee erobert.

Philippinen beenden Einsatz

2013 bereits hatten syrische Rebellen zwei Mal Blauhelme von den Philippinen gefangen genommen. Sie kamen nach einigen Tagen wieder frei. In dem Gebiet um Kuneitra gibt es seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Frühjahr 2011 immer wieder Kämpfe zwischen Rebellen und den Truppen von Präsident Baschar al-Assad.

Die Entführungen könnten die Aufrechterhaltung der Undof-Mission weiter erschweren. Die Fidschi-Inseln waren im vergangenen auf den Golanhöhen eingesprungen, nachdem Japan, Kroatien und Österreich ihre Soldaten abgezogen hatten. Wegen der vom syrischen Bürgerkrieg ausgehenden Gefährdung der Truppen kündigte die philippinische Regierung am Samstag an, ihre Beteiligung an Undof zu beenden. Regierungsvertreter sagten, die im Oktober von ihrem Einsatz heimkehrenden 331 Philippiner würden nicht durch neue Soldaten ersetzt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Syrien

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