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Umstrittenes iranisches Atomprogramm Atomkraftwerk Buschehr geht teilweise ans Netz

Nach fast 40 Jahren Bauzeit hat der Iran seinen Meiler Buschehr am Sonntag in Betrieb genommen. Noch läuft er nicht auf voller Leistung.

04.09.2011 15:37
Das Atomkraftwerk Bushehr hat den Testbetrieb aufgenommen. Foto: dpa

Nach langen Verzögerungen ist das umstrittene iranische Atomkraftwerk Buschehr am Wochenende mit gebremster Leistung ans Netz gegangen. In einer ersten Phase wurden lediglich 60 Megawatt des 1000-Megawatt-Reaktors ins Stromnetz eingespeist, teilte die iranische Atombehörde am Sonntag mit. Am 12. September solle Buschehr dann komplett ans Netz gehen.

Der Reaktor aus russischer Produktion sollte eigentlich schon längst angeschlossen sein. Der Start war aber immer wieder verschoben worden, zuletzt angeblich aus technischen Gründen. Unter anderem soll der mysteriöse Computervirus Stuxnet die Rechensysteme des Reaktors befallen und damit vermutlich die Inbetriebnahme verzögert haben
Der Iran steht im Verdacht, insgeheim Atomwaffen zu entwickeln. Die Führung in Teheran beteuert dagegen, ihr Atomprogramm nur zum friedlichen Zweck der Stromgewinnung zu verfolgen.

Zwei weitere Blöcke sind geplant

Das erste iranische Atomkraftwerk Buschehr steht rund 1200 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran am Persischen Golf. Der erste Reaktorblock sollte nach seinem Beladen mit über 160 Brennstäben aus Russland ursprünglich zum Jahresbeginn 2011 an das Stromnetz angeschlossen werden. Im Frühjahr 2011 sollte der Leichtwasserreaktor dann eigentlich seine Maximalleistung von 1000 Megawatt erreichen. Doch immer wieder gab es Verzögerungen. Geplant sind auf dem Areal zwei weitere Blöcke.

Der erste Reaktorblock ist ein Mix aus westlicher und russischer Technik. 1974 hatten vor allem deutsche Ingenieure der Firma Siemens mit dem Bau der Anlage im Auftrag des Schahs begonnen. 1995 beauftragte der Iran die russische Firma Atomstroiexport für eine Milliarde US-Dollar mit dem Weiterbau. Die Kombination unterschiedlicher Reaktortechniken gilt als aufwendig. Im ersten Block besteht ein Viertel der Ausrüstung aus deutschen Teilen.(dpa)

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