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Umfragewerte Grüne reagieren auf Schulz-Hoch

Die Grünen kommen derzeit in Umfragen nur auf acht Prozent. Jetzt will Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Ökologie starkmachen.

Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann sieht keinen Grund zur Beunruhigung. Foto: imago

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht trotz der starken Umfragewerte der SPD und ihres Kanzlerkandidaten Martin Schulz keinen Grund zur Beunruhigung. „Dass die Umfragewerte im Moment nicht so gut sind, heißt auf der anderen Seite, dass sie nur noch besser werden können“, sagte er dieser Zeitung.

Die Grünen müssten sich jetzt mit ihrem „eigenen Kernprofil“ zwischen Union und SPD schieben. „Der Klimawandel gehört zu den großen Menschheitsthemen dieses Jahrhunderts“, so Kretschmann. „Wenn dagegen nichts gemacht wird, wird sich die Welt dramatisch verändern. Das ist eine große Herausforderung, etwa was den Wandel der Automobilindustrie betrifft. Und ich sehe nicht, dass die anderen Parteien das umtreibt. Insofern haben wir eine große Chance, uns dazwischenzuschieben.“ Außerdem hätten die Grünen in Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir „zwei sehr gute Spitzenkandidaten“, erklärte der Regierungschef. „Insofern bin ich zuversichtlich. Ich mache mir da keine Sorgen.“

Nach Informationen dieser Zeitung kamen bereits am Montag der Bundesvorstand und die Landesvorsitzenden der Grünen zusammen, um, wie es aus führenden Parteikreisen hieß, die strategische Lage und die Herausforderung durch Schulz zu besprechen. Bundesgeschäftsführer Michael Kellner erklärte in dem Zusammenhang, dass das Erstarken der Sozialdemokraten neue Koalitionen möglich mache. Auch sollten die Grünen herausarbeiten, dass die SPD weiter Teil der großen Koalition bleibe und Schulz im Bereich der Umwelt- und Energiepolitik blinde Flecken aufweise. Generell aber, so hieß es weiter, müsse man sich auf eine Polarisierung zwischen den Kanzlerkandidaten einstellen. Wahllose Angriffe auf Schulz soll es nicht geben.

Die SPD erreichte in den letzten Umfragen 31 Prozent. Die Grünen hingegen kamen nur auf acht Prozent. Es herrscht die Sorge, dass sie für eine Zuspitzung des Wahlkampfes zwischen Union und SPD die Zeche bezahlen könnten. Bei der Bundestagswahl 2013 bekam die Ökopartei 8,4 Prozent und blieb damit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

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