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Ukraine Ukraine zieht Truppen von der Krim ab

Der russische Druck wurde offenbar zu groß: Die Kiewer Führung arbeitet an einem Plan für einen möglichen Abzug ihrer Truppen von der Krim. Unterdessen setzt die Ukraine den pro-russischen Kräften ein Ultimatum zur Freilassung gefangener Soldaten.

19.03.2014 19:55
Ukrainische Soldaten in Simferopol. Foto: afp

Die Ukraine arbeitet an einem Plan für einen möglichen Abzug ihrer Truppen von der Krim. Dies sagte der Chef des nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Andrej Parubi, bei einer am Mittwochabend im Fernsehen ausgestrahlten Pressekonferenz. Der Plan solle auch gewährleisten, dass die Familienangehörigen der Soldaten "so schnell wie möglich" die von Russland beanspruchte Halbinsel verlassen könnten.

Zuvor hatte Parubi bereits erklärt, dass die Ukraine als Reaktion auf die im Eilverfahren betriebene Eingliederung der Krim durch Russland für russische Staatsbürger eine Visa-Pflicht einführe. Das Außenministerium sei mit den notwendigen Maßnahmen beauftragt worden. Überdies werde die Ukraine aus der von Moskau geführten Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) austreten, in der sich frühere Sowjetrepubliken zusammengefunden haben.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag nach dem international kritisierten Volksentscheid auf der Krim einen Vertrag unterzeichnet, der die Aufnahme der Halbinsel in die Russische Föderation besiegelte. Am Dienstag und Mittwoch besetzten russische Truppen und prorussische Milizen mehrere ukrainische Kasernen auf der Krim und zementierten so ihre Macht über die strategisch wichtige Region.

Die Ukraine hat die prorussischen Kräfte auf der Krim ultimativ zur Freilassung des festgenommenen Marinechefs Sergej Gajduk und weiterer «Geiseln» aufgefordert. Falls die Forderung nicht erfüllt werde, unternehme die Ukraine «angemessene Maßnahmen», kündigte Interimspräsident Alexander Turtschinow am Mittwoch in Kiew an. «Dies ist nicht der erste Fall einer gesetzwidrigen Festnahme von Militärs und Zivilisten auf der Krim», sagte Turtschinow nach Angaben der Agentur Unian. Gajduk wird seit der Besetzung des ukrainischen Marine-Hauptquartiers auf der Krim am Mittwochmittag von prorussischen Kräften festgehalten. (afp/dpa)

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