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Russland benutzt veraltete Strategien aus dem Zweiten Weltkrieg in der Ukraine

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Von: Sandra Kathe, Helena Gries, Karolin Schäfer, Sebastian Richter, Nail Akkoyun, Vincent Büssow, Stefan Krieger, Andreas Apetz

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Der Krieg in der Ukraine geht unverändert weiter. Am Morgen hat Russland unter anderem Kiew massiv beschossen. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Dieser News-Ticker wird hiermit beendet. Alle weiteren Neuigkeiten und militärischen Entwicklungen im Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen Ticker.

+++ 16.30 Uhr: Das Weiße Haus teilte am Freitag mit, dass das nächste Sicherheitspaket für die Ukraine bevorsteht und voraussichtlich mehr Luftabwehrkapazitäten für das Land enthalten wird. „Wie bei früheren Paketen können Sie auch in diesem Paket mit zusätzlichen Luftverteidigungskapazitäten rechnen“, sagte John Kirby, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats des Weißen Hauses, gegenüber Reporterinnen und Reportern.

News zum Ukraine-Krieg: Energiekonzern ruft nach Raketenangriff Notfallmodus aus

+++ 15.20 Uhr: Nach neuen massiven russischen Raketenangriffen auf die Ukraine hat der Energieversorger Ukrenergo in Kiew einen Notfallmodus für das Stromnetz ausgerufen. Im ganzen Land kommt es wegen schwerer Schäden nach einer Mitteilung des Unternehmens vom Freitag zu Stromabschaltungen. Krankenhäuser, die Wasserversorgung und Heizkraftwerke sowie Kläranlagen sollten aber vorrangig mit Elektrizität versorgt werden, hieß es. Wegen der Schäden durch die inzwischen neunte Welle von Raketenangriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes werde es länger dauern als sonst, die Stromversorgung wieder herzustellen.

Ukrenergo sprach unter Berufung auf Militärangaben von etwa 70 Raketen, die Russland auf die Energieanlagen der Ukraine abgefeuert habe. Seit dem 10. Oktober bombardiert Russland immer wieder die für die Versorgung der Menschen wichtige Energieinfrastruktur des Landes. Millionen Menschen erleben andauernd Stromausfälle.

Ein Feuerwehrmann während Löscharbeiten in einem zerstörten Gebäude in Kiew.
Ein Feuerwehrmann während Löscharbeiten in einem zerstörten Gebäude in Kiew. © Sergey Averin/Imago

News zum Ukraine-Krieg: Knapp 80 Prozent der russischen Raketen abgefangen

+++ 14.20 Uhr: Bei dem heutigen Großangriff auf die Ukraine hat die Flugabwehr knapp 80 Prozent der Raketen abgeschossen. Das teilte der ukrainische Oberkommandierende Walerij Saluschnyj am Freitag bei Telegram mit. „Heute Morgen wurden aus dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer vom Gegner 76 Raketen auf Objekte der kritischen Infrastruktur abgefeuert“, so Saluschnyj. Nach seinen Angaben handelte es sich dabei um 72 Marschflugkörper und 4 Lenkraketen. 60 seien abgeschossen worden.

Kiew war das Hauptziel der Angriffe. 40 Raketen schoss das russische Militär auf die Hauptstadt der Ukraine, 37 davon seien abgefangen worden, heißt es von der Militärverwaltung. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von drei Treffern in der Stadt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt fielen zeitweise Fernwärme und die Wasserversorgung aus.

Russland benutzt veraltete Strategien aus dem Zweiten Weltkrieg in der Ukraine

+++ 13.55 Uhr: Das russische Militär verwendet im Ukraine-Krieg umfassend Taktiken, die an den Zweiten Weltkrieg erinnern. Das mache ihre Truppen verwundbar, so das britische Verteidigungsministerium laut Newsweek. Russland habe demnach lange Verteidigungsstellungen an der Frontlinie errichtet. Der Fokus liege dabei auf die Stadt Svatove in der Region Luhansk.

Die Verteidigungen folgen traditionellen militärischen Verschanzungsplänen, die „weitgehend seit dem Zweiten Weltkrieg unverändert“ seien. Westliche Armeen würden solche Anlagen nicht mehr nutzen, da sie durch moderne indirekte Präszisionsangriffe verwundbar seien. „Der Bau großer Verteidigungslinien ist ein weiteres Beispiel für Russlands Rückbesinnung auf die Stellungskriegsführung, die von den meisten modernen westlichen Armeen in den letzten Jahrzehnten weitgehend aufgegeben wurde“, zitiert Newsweek das Ministerium.

In dieser Woche tauchten zudem auf dem Telegram-Kanal „Mozhem Obyasnit“ Stellenanzeigen auf, über die Arbeiter für das Ausheben solcher Schützengräben in Saporischschja, Luhansk und Belgorod gesucht werden.

Belarus startet große Truppenübung - Putin kündigt Besuch an

+++ 12.50 Uhr: Der russische Verbündete Belarus soll eine Truppen-Inspektion durchgeführt haben. Das berichtet Kyiv Independent. „Die Maßnahmen werden umfassend sein; die Truppen werden so schnell wie möglich in die ausgewiesenen Gebiete vorrücken, ihre technische Ausrüstung einsetzen, Sicherheit und Verteidigung organisieren und Brücken über die Flüsse Neman und Berezina bauen“, so das Verteidigungsministerium von Belarus.

Die Truppenübung kommt kurz nach einem Besuch des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu am 9. Dezember. Beide Länder unterzeichneten ein geheimes Protokoll über regionale Sicherheit, heißt es von Kyiv Independent. Belarus unterstützt Russland bei der Ausbildung von Truppen, wie Machthaber Alexander Lukaschenko nach dem Treffen mitteilte. Außerdem stellt Belarus seine Militärbasen für Angriffe auf die Ukraine zur Verfügung. Für den kommenden Montag hat auch Russlands Präsident Wladimir Putin einen Besuch im Nachbarland angekündigt.

Ein Eintreten in den Ukraine-Krieg sehen Beobachter als unwahrscheinlich an. Das Institute for the Study of War veröffentlichte am 13. Dezember die Einschätzung, dass Belarus keine inneren Unruhen riskieren könne und wolle. Bei der manipulierten Präsidentschaftswahl 2020 erklärte sich Lukaschenko zum Wahlsieger. Internationale Sanktionen und großangelegte, blutig niedergeschlagene Proteste waren die Folge.

Ukraine meldet 70 russische Raketenangriffe - auch Kiew betroffen

+++ 10.25 Uhr: Der neue Angriff Russlands auf die Ukraine hat vielerorts Luftalarm ausgelöst. In der Hauptstadt Kiew sind Licht, Wasser und Heizung ausgefallen, auch der U-Bahn-Verkehr wurde eingestellt. Landesweit werde auf Notversorgung im Energiebereich umgestellt, heißt es von der Präsidialverwaltung in der ukrainischen Hauptstadt.

Insgesamt berichten Medien von 70 Raketenangriffen auf die ganze Ukraine. Saporischschja, Mykolajiw, Winnyzja, Poltawa, Dnipropetrowsk und Charkiw waren demnach betroffen. In Krywyj Rih sind zwei Menschen gestorben und fünf verletzt worden. Die Angriffe richten sich erneut gegen die Energie-Infrastruktur, zahlreiche Gebiete haben keinen Strom. Notfalldienste arbeiten mit Hochdruck an der Reparatur der beschädigten Anlagen.

„Es finden Notabschaltungen des Stroms statt“, schrieb der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko auf Facebook. Es seien die schwersten Angriffe auf die Infrastruktur seit dem 10. Oktober.

Raketenangriff auf Ukraine: Explosionen in vielen Städten

+++ 9.25 Uhr: Schwere Angriffe auf Kiew: Laut Bürgermeister Vitali Klitschko wurden mindestens drei Explosionen in der Hauptstadt registriert, wie Kyiv Independent berichtet. „Die Metro steht auf allen (drei) Linien still. Die unterirdischen Stationen dienen als Schutzräume“, sagte der Bürgermeister.

Russland startete am frühen Morgen einen heftigen Angriff auf Kiew. Neben der Hauptstadt wurden auch in Charkiw, Poltawa, Saporischschja und Krywyj Rih Explosionen gemeldet. Es kommt an mehreren Orten zu Stromausfällen.

Absage der Pressekonferenz: Putin hat „Angst, dass irgendwo etwas explodiert“

+++ 8.08 Uhr: Wie in dieser Woche bekannt wurde, hat Wladimir Putin die übliche Pressekonferenz zum Jahresabschluss abgesagt. Nun hat sich Oleksii Danilov, der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, dazu geäußert und erklärt, Putin habe nur „Angst, dass während seiner Konferenz irgendwo etwas explodiert.“ Russlands Präsident möchte offenbar kritische Fragen zum Ukraine-Krieg dringend vermeiden.

Daniilov führt weiter aus, dass die Situation für die Ukraine immer gefährlicher wird, da „eine Ratte, die von den Streitkräften der Ukraine und unserer gesamten Gesellschaft in die Enge getrieben wird – und das bezieht sich auf all jene Führer in der Russischen Föderation, die den Krieg gegen unser Volk begonnen haben – wird natürlich zurückschlagen.“ Doch die Ukraine sei darauf vorbereitet. „Ich betone noch einmal, dass diese Terroristen keine Chance haben, unser Land zu erobern.“

Massiver Beschuss der Ukraine: Russland wirft „alles und jeden in die Offensive“

Update vom Freitag, 16. Dezember, 6.39 Uhr: Beim russischen Beschuss der Stadt Cherson ist eine freiwillige Helferin des Roten Kreuzes getötet worden. Das berichtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Die Frau, die starb, war eine Sanitäterin, eine Freiwillige“, so der Präsident am Donnerstagabend in einer Videoansprache. Die erst vor kurzem befreite Stadt im Süden der Ukraine steht unter massivem Feuer, alleine am Donnerstag sei Cherson 16 Mal beschossen worden.

Gleichzeitig sei die Metropole Charkiw im Norden der Ukraine zum Ziel russischer Artillerie geworden. Auch im Donbass werde weiter gekämpft, so Selenskyj. „Die Besatzer werfen alles und jeden in die Offensive. Sie können unsere Armee nicht besiegen. Also zerstören sie jede Stadt und jedes Dorf physisch, so dass es keine Gebäude, nicht einmal mehr Mauern gibt, die für irgendeine Art von Verteidigung genutzt werden könnten“, sagte der ukrainische Staatchef.

News zum Ukraine-Krieg: Explosionen nach russischen Drohnenangriffen in Kiew

Erstmeldung vom Mittwoch, 14. Dezember 2022, 6.55 Uhr: Kiew – In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat es am Mittwochmorgen (14. Dezember) mehrere Explosionen gegeben. Dies bestätigte Bürgermeister Vitali Klitschko im Nachrichtendienst Telegram, ohne Details zu nennen. Russlands Streitkräfte sollen ukrainischen Medienberichten zufolge Drohnenangriffe auf die Drei-Millionen-Metropole und deren Umgebung geflogen haben.

Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilten die Behörden mit. Luftalarm soll es in der Hauptstadt, dem umgebenden Gebiet und in Schytomyr und Winnyzja gegeben haben. Über mögliche Schäden und Opfer ist bislang nichts bekannt.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj will Stromnetz wieder aufbauen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich unterdessen für die bei einer Konferenz in Paris in die Wege geleitete Winter-Soforthilfe für sein Land bedankt. Damit könne unter anderem das schwer beschädigte Stromnetz wiederaufgebaut werden, sagte er am Dienstagabend (13. Dezember).

Die Hilfe solle jedoch nicht nur der Instandsetzung der stark beschädigten Strom- und Wärmeversorgung zugute kommen, sondern auch der Wasserversorgung, dem Transport- und Gesundheitswesen sowie der Versorgung mit Lebensmitteln. Das russische Militär nahm zuletzt die gesamte Energie-Infrastruktur der Ukraine ins Visier, um die Bevölkerung im Winter zu zermürben und die Führung des Landes unter Druck zu setzen. (vbu/kas/hg/skr/spr/nak mit dpa/AFP)

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