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Ukraine Fliegen über Krisengebieten

Seit Donnerstagabend ist der Luftraum über der Ostukraine für den zivilen Flugverkehr gesperrt. Die Lage für Airlines ist beim Überflug von Kriegsgebieten diffizil.

18.07.2014 17:57
Frank Junghänel
Ein Feuerwehrmann versucht, ein Feuer an der Absturzstelle zu löschen. Foto: AFP

Die Europäische Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol hat am späten Donnerstagabend auf sieben knappen Zeilen mitgeteilt, auf unbestimmte Zeit sei der Luftraum über der Ostukraine für zivilen Flugverkehr gesperrt. Dies hätten die Kiewer Behörden veranlasst. Ein Zusatz zeigt, wie diffizil die Lage für Airlines beim Überflug von Kriegsgebieten ist: Die Maschine der Malaysia Airlines sei in einer Höhe von 33 000 Fuß (10 000 Meter) geflogen, bereits gesperrt gewesen sei der Luftraum bis in eine Höhe von 32 000 Fuß, das sind 9750 Meter.

Mehr als 300 Maschinen täglich, unter anderem auch von Lufthansa und KLM, hatten bis zum Donnerstag auf ihren Flügen nach Südostasien die Ostukraine überquert. Es ist eine der meist beflogenen Routen weltweit. Einige Fluggesellschaften, wie Singapore Airlines, British Airways und Finnair, meiden bereits seit der Krimkrise den ukrainischen Luftraum. Die Krim übrigens zählt derzeit als Gefahrengebiet und ist generell für Überflüge gesperrt.

Laut Bundesverkehrsministerium liegt es im Ermessen der Airlines, welche Flugrouten im freigegebenen Luftraum sie wählen. In Ausnahmefällen sei es indes möglich, dass die Behörde in Deutschland ansässigen Airlines den Überflug bestimmter Länder oder Gebiete untersage. Bei der Ukraine sei daran nicht zu denken gewesen. Jeder Umweg kostet Sprit und Geld.

Auch Kriegsgebiete wie Afghanistan oder Irak dürfen oberhalb genau definierter Flughöhen weiterhin passiert werden. „Das Überfliegen von umkämpften Ländern galt bisher als unbedenklich, da es dort keine entsprechenden Waffen gab, die Verkehrsflugzeuge auf Reisehöhe erreichen konnten“, so Jörg Handwerg, Vorstand der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit . Ob Konfliktzonen wie die Ukraine noch überflogen werden dürfen, müsse nun hinterfragt werden.

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