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Ukraine Anschlag auf ukrainischen Abgeordneten - zwei Tote

1. UpdateNach einer TV-Sendung explodiert eine Bombe vor einem Studio in Kiew. Ermittler gehen von einem Anschlag auf einen radikalen Abgeordneten aus. Auch Russland kommentiert den Fall.

26.10.2017 06:37
Kiew
Der Tatort ist weiträumig abgesperrt. Foto: GLEB GARANICH (X00550)

Bei einem Anschlag auf den nationalistischen ukrainischen Parlamentsabgeordneten Igor Mossijtschuk in Kiew sind zwei Menschen getötet worden. Bei der Explosion kamen ein 36-jähriger Leibwächter und ein 31-jähriger Passant ums Leben, wie Innenministerberater Anton Geraschtschenko am Donnerstag über Facebook mitteilte. Mossijtschuk und ein bekannter Politologe wurden verletzt und nach einer Operation auf der Intensivstation behandelt.

Die ukrainischen Behörden stuften die Tat als Terroranschlag ein. Der Inlandsgeheimdienst SBU leitete eine Untersuchung wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung ein. Ermittler schlossen auch nicht aus, dass eine Spur nach Russland führen könnte. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies dies entschieden zurück. Die Vorwürfe hätten keinerlei Grundlage, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Die Explosion ereignete sich am späten Mittwochabend. Mossijtschuk war für einen Fernsehauftritt beim regierungsnahen Sender Espresso TV. Als er das Gebäude verließ, detonierte ein Sprengsatz an einem geparkten Motorrad vor dem Studio-Gebäude.

Mit radikalen Äußerungen aufgefallen

Der 45-jährige Mossijtschuk, Mitglied der nationalistischen Radikalen Partei, sitzt seit 2014 im Parlament. 2015 war er in einen Bestechungsskandal verwickelt. Vorher war er vor allem aufgefallen, weil er sich radikal über politische Gegner geäußert hatte.

In der Ukraine wurden seit Juli 2016 mindestens fünf Menschen bei Bombenanschlägen getötet, darunter der bekannte Journalist Pawel Scheremet und drei Geheimdienstmitarbeiter. Zudem wurden in Kiew im März dieses Jahres der ehemalige russische Abgeordnete Denis Woronenkow und im April 2015 der prorussische Publizist Oles Busina auf offener Straße erschossen. (dpa)

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