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Türkei Syrien Putin sagt Türkei-Reise ab

Russland hat die Türkei zu einer Erklärung über die erzwungene Landung eines syrischen Passagierflugzeugs aus Moskau aufgefordert. Kremlchef Putin sagt eine für Montag geplante Türkei-Reise ab.

10.10.2012 20:50
Die Türkei zwingt eine syrische Passagiermaschine zur Landung in Ankara. Foto: dpa

Türkische Ermittler haben nach Presseberichten an Bord des in Ankara zur Landung gezwungenen syrischen Passagierflugzeugs rund 300 Kilogramm militärische Güter entdeckt. Adressat der von der Türkei beschlagnahmten Fracht sei das syrische Verteidigungsministerium gewesen, berichteten die Zeitung „Star“ und andere Medien am Donnerstag. Der syrische Airbus war am Mittwoch von türkischen Kampfjets zur Landung gezwungen worden und durfte seine Reise nach Damaskus erst in der Nacht fortsetzen. Die beanstandete Fracht wurde von den türkischen Behörden beschlagnahmt.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldet, das Flugzeug habe nach Informationen aus russischen Rüstungsexportkreisen weder Waffen noch andere militärische Ausrüstungen an Bord gehabt.

Streit zwischen Behördenvertretern und Diplomaten

Wie die Zeitung „Hürriyet“ meldete, löste die Untersuchung der Fracht auf dem Flughafen von Ankara einen Streit zwischen türkischen Behördenvertretern und russischen Diplomaten aus. Die russischen Vertreter protestierten demnach gegen die Öffnung von Behältern, die als diplomatisches Gepäck deklariert und versiegelt waren. Die mutmaßlichen militärischen Güter seien in separaten Paketen innerhalb dieser Behälter gefunden worden. Eine offizielle Stellungnahme der türkischen Behörden lag nicht vor.

Der syrische Verkehrsminister Mahmud Said hat einem Fernsehbericht zufolge der Türkei „Luftpiraterie“ vorgeworfen. Das Abfangen eines syrischen Verkehrsflugzeugs durch die türkische Luftwaffe verletze internationale Verträge über die zivile Luftfahrt, zitierte der libanesische Sender Al-Manar am Donnerstag den Minister.

Die türkische Regierung begründete das Einschreiten gegen das syrische Flugzeug mit Hinweisen, dass sich an Bord der Maschine einige Güter befänden, die laut den internationalen Bestimmungen nicht in einem Zivilflugzeug transportiert werden dürften. Syrien kündigte nach türkischen Medienberichten inzwischen eine Beschwerde gegen die Türkei bei der internationalen Luftfahrtbehörde an.

Russland fordert Erklärung von Türkei

Russland hat die Türkei zu einer Erklärung über die erzwungene Landung eines syrischen Passagierflugzeugs aus Moskau aufgefordert. Zugleich sagte Kremlchef Wladimir Putin eine für diesen Montag geplante Türkei-Reise ab, wie sein Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag mitteilte.
Nach offiziellen Angaben kann sich Putin wegen anderer Termine nicht mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen. Die Zeitung „Wedomosti“ zitierte indes einen Kremlbeamten mit den Worten, Putin wolle sich in dem eskalierenden Konflikt zwischen Damaskus und Ankara nicht auf eine Seite stellen.

Das Außenministerium in Moskau teilte mit, Russland sei besorgt, dass Leben und Sicherheit der 17 russischen Bürger, die sich an Bord der Maschine befanden, gefährdet worden seien. Die türkischen Behörden sollten erklären, wie es zu der erzwungenen Landung kommen konnte und wie sich ähnliche Vorfälle in Zukunft verhindern ließen, forderte Ministeriumssprecher Alexander Lukaschewitsch.

(afp/rtr/dpa)

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