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Türkei Angriff auf kurdische Beerdigung löst Empörung aus

Nach Angaben der Zeitung „Hürriyet“ attackieren Hunderte die Beerdigung der Mutter des stellvertretenden Vorsitzenden der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Sie nennt den Vorfall einen „rassistischen Angriff“.

14.09.2017 13:17

Der Angriff eines Mobs auf eine kurdische Beerdigung in Ankara hat in der Türkei für Empörung gesorgt. Hunderte Menschen hatten am Mittwoch nach Angaben der Zeitung „Hürriyet“ die Beerdigung der Mutter von Aysel Tugluk, der stellvertretenden Vorsitzenden der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, attackiert. Die Angreifer hätten Steine geworfen und Slogans gegen die Minderheiten der Armenier und Aleviten gerufen. Tugluk sitzt wegen Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft. Sie hatte eine Sondererlaubnis erhalten, um an der Beerdigung ihrer Mutter teilzunehmen.

„Es ist nicht möglich, diesen Vorfall zu akzeptieren. Das ist ein sehr hässlicher Vorfall“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Bekir Bozdag der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Die Opposition dagegen machte die Regierung verantwortlich.

Die HDP-Abgeordnete Dirayet Tasdemir sagte, die Familie habe entschieden, die Beerdigung nicht in Ankara, sondern in der Südosttürkei abzuhalten, weil der Mob gedroht habe, die Leiche zu schänden. Der Gouverneur von Ankara sprach von 20 bis 25 Menschen.

Die HDP nannte den Vorfall einen „rassistischen Angriff“ für den die islamisch-konservative Regierungspartei AKP verantwortlich sei. Diese spalte das Land.

Kemal Kilicdaroglu, Chef der größten Oppositionspartei CHP warf der AKP nach Angaben der Zeitung „Cumhuriyet“ ebenfalls vor, das Land zu polarisieren. „Die Regierung ist verantwortlich“, sagte er. (dpa)

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