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Tschad Gericht verurteilt Ex-Diktator Habré

Ein Vierteljahrhundert nach dem Ende seiner Schreckensherrschaft verurteilt ein Gericht den ehemaligen Diktator des Tschad, Hissène Habré.

Hissène Habré: Uneinsichtig bis zum Schluss. Foto: REUTERS

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Ein außerordentlicher afrikanischer Gerichtshof in Dakar hat am Montag Tschads ehemaligen Diktator Hissène Habré in mehreren Anklagepunkten für schuldig befunden. Dem 73-Jährigen wurden Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Folter in Tausenden Fällen während seiner Herrschaft zwischen 1982 und 1990 zur Last gelegt.

Habré, der mit Sonnenbrille und weißem Turban im Gerichtssaal saß, nahm das Urteil äußerlich unbewegt entgegen. Die Verteidigung hatte sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Die Urteilsverkündung dauerte am Mittag noch an.

Der Prozess hatte in der Hauptstadt des Senegals stattgefunden, in die sich Habré nach seinem Sturz 1990 abgesetzt hatte. Es war das erste Mal, dass ein ehemaliger afrikanischer Staatschef in einem anderen Staat vor Gericht stand. Habré steht die Möglichkeit offen, das Urteil anzufechten. Den Prozess gegen ihn hatte er mehrfach als Farce bezeichnet und für Eklats im Gerichtssaal gesorgt. Seit Prozessbeginn am 20. Juli vergangenen Jahres hatten 93 Opfer und weitere 33 Zeugen ausgesagt.

Über 2000 Opfer angehört

Habrés Diktatur gilt als eine der brutalsten in der jüngeren afrikanischen Geschichte. Unterlagen von Habrés Geheimpolizei, die nach der Flucht des Diktators gefunden wurden, führen detailliert mehr als 1.200 Todesfälle und über 12.300 Opfer von Folter und Misshandlungen auf. Eine tschadische Wahrheitskommission macht sein Regime für mindestens 40.000 Tote und Vermisste verantwortlich.

Die Anklage hatte nach eigenen Angaben mehr als 2.000 Opfer des Regimes gehört. Experten hätten zudem Massengräber im Tschad untersucht.
Das Verfahren gegen Habré war lange Zeit an der Weigerung der senegalesischen Regierung gescheitert, den ehemaligen Diktator vor Gericht zu stellen. Erst nach der Wahl von Macky Sall zum senegalesischen Präsidenten 2012 wurde das Verfahren vorbereitet. (epd)

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