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Trump und Kim Nordkorea-Gipfel spaltet die USA

Donald Trump gelingt das, was niemand vor ihm gelungen ist – das ist die Botschaft der machtvollen Bilder bei Fox. Aber nicht alle konservativen Amerikaner sind überzeugt.

New York
Trumps große Bühne: Bildschirm am New Yorker Times Square. Foto: afp

Seit seinem unehrenhaften Abgang als Kurzzeit-Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses war es ruhig geworden um Anthony Scaramucci. Doch in der Nacht zum Dienstag meldete sich der Trump-Fan mit einer fulminanten historischen Analogie zurück. Am 12. Juni 1987 habe Ronald Reagan den Abriss der Berliner Mauer gefordert, twitterte er: „Genau 31 Jahre später macht der Präsident da weiter, wo dieser Halunke aufgehört hat.“

Ein paar Stunden später saß Scaramucci im Fernsehstudio. „Präsident Trump hat Geschichte geschrieben“, schwärmte er bei „Fox & Friends“, der Lieblingssendung des Regierungschefs, die Moderatoren nickten begeistert. Den Zuschauern des rechten Senders wurde eine endlose Lobeshymne serviert. „Der Präsident war nie präsidialer als heute“, rapportierte Moderator Sean Hannity nach dem Gipfel aus Singapur. Noch vor der offiziellen Pressekonferenz hatte Trump ihm ein halbstündiges Exklusivinterview gegeben.

Nicht alle konservativen Amerikaner sind überzeugt

Trump als Staatsmann, der mit selbstbewusster Stärke und genialem Verhandlungsgeschick schafft, was niemand vor ihm gelungen ist – das war die Botschaft der machtvollen Bilder bei Fox. Doch ganz konnte der Sender nicht ausblenden, dass die gemeinsame Erklärung von Donald Trump und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un relativ luftig formuliert ist. „Die Leute fragen: Haben sie auch über dieses geredet oder über jenes?“, verteidigte Moderatorin Ainsley Earhardt das Ergebnis. Nicht für alles sei Zeit gewesen: „Und das ist erst der Anfang. Es wird noch viele Gespräche geben.“

Nicht alle konservativen Amerikaner sind so überzeugt. Die Vereinbarung erinnere ihn sehr an das Abkommen von 1994, merkte Ari Fleischer, der ehemalige Pressesprecher von Präsident George W. Bush, kritisch an: „Nordkorea gab sein Wort, seine Nuklearwaffen zu vernichten. Und dann hat es sein Wort gebrochen.“ Noch schärfer ging die konservative „Washington Post“-Kolumnistin Jennifer Rubin mit dem Nordkorea-Deal ins Gericht: „Eine komplette Farce. Wir haben nichts bekommen. Kim hat ein Ende der Militärmanöver erreicht und einen PR-Coup gelandet“, twitterte sie und forderte den Rücktritt von Sicherheitsberater John Bolton. Im Vergleich dazu urteilte Ex-CIA-Direktor Michael Hayden geradezu milde. „Es gibt Gutes und Schlechtes“, resümierte er. Trotzdem sah er Nordkorea „nach Punkten eindeutig vorne“.

Für Kopfschütteln sorgt bei liberalen Experten in den USA vor allem, dass Trump in seiner Pressekonferenz völlig überraschend ein Ende der amerikanisch-südkoreanischen Militärmanöver ankündigte und diese als „provokative Kriegsspiele“ bezeichnete. „Das hat mich sehr überrascht“, umschrieb Christopher Hill, der frühere US-Botschafter in Südkorea, sein Befremden.

„Unsere Verbündeten in Zentral- und Osteuropa haben bestimmt gehört, wie Trump die Manöver in Korea (…) bezeichnet“, twitterte Julianne Smith, eine frühere Sicherheitsberaterin von Ex-Vizepräsident Joe Biden: „Was heißt das für die Manöver, die wir in diesem Teil der Welt durchführen?“

Weitgehende Einigkeit herrscht zwischen Kritikern und Unterstützern der Trump-Politik darüber, dass der Gipfel nur ein erster Schritt zur Abrüstung der koreanischen Halbinsel sei und mit den Verhandlungen über die Details nun die wirklich kritische Arbeit beginnt. Offenbar will Trump die Vereinbarung erst ganz am Ende dem Kongress zur Abstimmung vorlegen. Doch dagegen regt sich Widerstand aus den eigenen Reihen. „Ich stehe zum Präsidenten“, erklärte der republikanische Senator Lindsey Graham, „aber ich will die Details sehen und darüber abstimmen.“

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