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Trump und Kim Korea-Experten sehen Gipfel-Ergebnisse skeptisch

Aus der Sicht von Korea-Experten und Friedensforschern besteht der Wert des Treffens von Donald Trump und Kim Jong Un vor allem darin, dass es überhaupt stattfand.

Militärparade in Nordkorea
Die Erklärung bleibe sehr unkonkret, wie die nukleare Abrüstüng Nordkoreas vonstatten gehen soll, monieren Kritiker. Foto: afp

Das Treffen zwischen den beiden Staatschefs war ein gewaltiges Spektakel. Die praktischen Ergebnisse sind überschaubar – was Trump allerdings nicht davon abzuhalten scheint, zu glauben, dass der seit fast 70 Jahren schwelende Konflikt auf der koreanischen Halbinsel so gut wie beendet und die Verschrottung des nordkoreanischen Atom-Arsenals nur noch eine Frage der Zeit sei. Was Trump offenbar nicht realisiert hat, ist der Umstand, dass Kim bislang deutlich mehr Nutzen aus dem Gipfel ziehen konnte.

Aus der Sicht von Korea-Experten und Friedensforschern besteht der Wert des Treffens vor allem darin, dass es überhaupt stattfand. „Das ist ein erster Schritt, der in einen Friedensvertrag auf der koreanischen Halbinsel münden könnte“, sagte am Dienstag etwa Nicole Deitelhoff von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung.

Nicht mehr als Absichtserklärungen?

Bislang lägen aber nicht mehr als Absichtserklärungen vor. Die Politologin Ursula Schröder von der Universität Hamburg meinte: „Das ist definitiv eine historische Chance, die genutzt werden muss, aber auch verspielt werden kann.“ Allerdings sei nur schwer einzuschätzen, wie es jetzt weitergehen werde, was vor allem an dem sprunghaften außenpolitischen Verhalten des US-Präsidenten liege.

Bernhard Bartsch von der Bertelsmann-Stiftung wiederum sagte: „Die optimistische Lesart des Trump-Kim-Gipfels ist: Hier ist Bewegung in eine festgefahrene Situation gekommen. Das könnte Handlungsspielräume für echte diplomatische Fortschritte schaffen. Die skeptische Lesart des Trump-Kim-Gipfels ist: Hier bedienen zwei Potentaten ihre persönliche Machtbasis – ohne Rücksicht auf ihr Volk oder den Frieden.“ Kim sei auf dem internationalen Parkett wieder gesellschaftsfähig, Trump könne sich jetzt seiner Gefolgschaft als großer Diplomat präsentieren.

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW begrüßt die Vereinbarung zu einer vollständigen Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel: Allerdings bleibe die Erklärung sehr unkonkret und enthalte bisher wenig substantielle Verabredungen, wie die Organisation am Dienstag mitteilt. „Wir brauchen einen Plan mit konkreten Schritten für eine Entnuklearisierung sowie für die von den USA angebotenen Sicherheitsgarantien. Dieser Abrüstungsplan muss auf Grundlage internationaler Verträge ausgearbeitet werden, ansonsten könnte die Vereinbarung mit einem einzigen Tweet wieder in Frage gestellt werden“, so Xanthe Hall, IPPNW-Abrüstungsexpertin und Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland.

Auch die US-amerikanischen Friedensexperten sehen Defizite: „Bei Nuklearfragen ist das Kommuniqué eine ungenaue Absichtserklärung. Tatsächlich ist die Erklärung deutlich weicher als die 2005 mit Nordkorea vereinbarte Sprachregelung. Sie enthält keine Hinweise zur Überprüfung und Unumkehrbarkeit. Die Trump-Regierung hat versäumt, den Stopp von Nuklear- und Raketentests festzuschreiben, womit das Risiko steigt, dass dieser Friedensprozess wegen Raketentests scheitern könnte“, sagt Adam Mount von der Federation of American Scientists.

Anthony Ruggiero von der Stiftung zur Verteidigung von Demokratien in Washington sagt, dass die Nordkoreaner die Zusagen zur Abrüstung schon mehrmals zuvor gemacht hätten. „Und jedes Mal haben sie diese Versprechen gebrochen.“ (mit rtr)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Nordkorea

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