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Trump und Kim Die Marke Singapur

Singapur erhofft sich vom historischen Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un einen Imagegewinn. Für die aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen hat der Stadtstaat tief in die eigene Tasche gegriffen.

Singapur
US-Präsident Trump (r.) mit Lee Hsien Loong, Premierminister von Singapur. Foto: dpa

Für zwei südkoreanische Journalisten war das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Yong Un in Singapur vorüber, bevor die beiden Staatschefs in dem 5,6 Millionen Einwohner zählenden Stadtstaat gelandet waren. Sie wurden wegen „unerlaubten Betretens“ verhaftet, weil die beiden Nordkoreas Botschafter in seiner Residenz auf die Pelle gerückt waren.

Howard X aus Hongkong, ein Imitator von  Kim, hatte mehr Glück: Nach zweistündiger Vernehmung am Flughafen durfte er mit der Ermahnung einreisen, „sich nicht in der Nähe des Gipfels blicken zu lassen“. Das dürfte nicht ganz einfach sein: Weite Teile des gerade mal 721,5 Quadratkilometer kleinen Staats südlich von Malaysia gelten seit Sonntag als „Special Event Zone“. Sie wurden für die Zeitdauer des Gipfels im luxuriösen Capella Resort auf der kleinen Insel Sentosa weitgehend für die Öffentlichkeit gesperrt.    „Wir dürfen Kunden in der Zone absetzen“, erklärt Joshua Ng, Fahrer eines Limousinenservice, „aber wir müssen uns kontrollieren lassen. Ich darf den Wagenheber und Zubehör mitnehmen. Aber Taschenmesser oder Pfefferspray muss ich in der Garage lassen.“

Verlockung des Geldes

Von Spöttern wahlweise als „Einkaufszentrum mit angehängtem Flugplatz“ oder „Flugplatz mit angehängtem Shoppingcenter“ beschrieben, versucht Singapur seit Jahren, auf der internationalen Ebene eine wichtigere Rolle zu spielen.

Der sündhaft teure Ministaat hat sich zu einem globalen Finanzzentrum entwickelt. Für die aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen zum Gipfeltreffen hat Singapur tief in die eigene Tasche gegriffen. Aber der Stadtstaat sieht den Gipfel als „gigantische Werbechance“ für die Marke Singapur. „Wir können nicht gekauft oder eingeschüchtert werden“, beschreibt Außenminister Vivian Balakrishnan das Selbstverständnis des Stadtstaats. Der Verlockung des Geldes erliegt freilich auch Singapur. Das zeigt nach Jahrzehnten des Zögerns die Genehmigung für den Bau von zwei Spielkasinos. Das riesige Glücksspielzentrum Marina Bay samt seinen gigantischen Hotels amortisierte sich dank asiatischer Kundschaft innerhalb von 18 Monaten.

Kommunikationsminister S. Iswaran ist sich sicher, dass Singapur dank des Gipfels in bestem Licht erscheinen wird. „Das ist Singapur, wie es am besten ist. Wir schaffen Resultate, die von uns erwartet werden“, sagte er bei der Eröffnung des Pressezentrums für rund 2500 Journalisten aus aller Welt. Die Voraussetzung dafür ist freilich, dass es Strom gibt. Rund zwei Wochen vor dem Gipfel fiel stundenlang der Strom im Finanzzentrum der Stadt aus.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Singapur

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