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Trump gegen Obama „Eine abscheuliche Lüge, sogar nach Trumps Maßstäben“

US-Präsident Trump behauptet, Amtsvorgänger Obama habe die Familien gefallener Soldaten nie angerufen. Die Empörung ist groß, denn das ist schlicht: eine Lüge.

Barack Obama
Im Oktober 2009 salutiert Präsident Barack Obama auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover im US-Bundesstaat Delaware. Gefallene Soldaten kehren in Särgen aus Afghanistan zurück. Foto: rtr

US-Präsident Donald Trump hat eine Lüge zum Verhalten seines Amtsvorgängers Obama in die Welt gesetzt und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Am Montag behauptete Trump, Barack Obama und weitere Präsidenten vor Trump hätten die Angehörigen gefallener Soldaten nicht kontaktiert, um ihnen ihr Beileid auszusprechen. Das berichtet die „New York Times“.

Trumps nachweislich falsche Äußerung fiel im Zusammenhang mit dem Tod von vier Soldaten einer Spezialeinheit im westafrikanischen Niger. Die vier Männer waren Anfang Oktober mit ihrer Gruppe in einen Hinterhalt geraten und starben, als das Feuer auf sie eröffnet wurde. Das US-Militär unterstützt in dem Land bei der Ausbildung von Regierungstruppen im Kampf gegen Dschihadisten.

Donald Trumps Lüge sorgt für Empörung

Was das Verhalten seiner Amtsvorgänger angeht, sagte Trump, Präsident Obama und andere Präsidenten hätten die Familien toter Soldaten nicht angerufen. Er, Trump, rufe dagegen an, „wenn es geboten ist“.

Tatsächlich allerdings hat Barack Obama, wie auch die Präsidenten vor ihm, die Angehörigen Gefallener durchaus kontaktiert. Mehrmals nahm er zudem Termine wahr, um seinen Respekt für gefallene und verwundete Soldaten zu bekunden. Nur ein Beispiel: Vor acht Jahren salutierte Obama am Luftwaffenstützpunkt Dover in Delaware vor den Särgen mehrerer in Afghanistan gefallener Soldaten. Wenige Wochen später verkündete Obama dann die Entscheidung, 30.000 weitere Soldaten in das Land zu entsenden.

Trumps offensichtliche Lüge sorgte postwendend für Empörung. Ben Rhodes, einst Obamas stellvertretender Berater für nationale Sicherheit, schreibt dazu bei Twitter: „Das ist eine abscheuliche und respektlose Lüge, sogar nach den Maßstäben Trumps.“

Außerdem habe Obama nie die Familie eines hochdekorierten Soldaten attackiert – im Gegensatz zu Trump. Mit seinem letzten Satz bezieht sich Rhodes auf eine öffentliche Fehde, die Trump sich mit den Khans, den Eltern eines hochdekorierten Gefallenen geliefert hatte. Die Khans, deren Sohn 2004 im Irak sein Leben ließ, hatten sich im Wahlkampf öffentlichkeitswirksam gegen Trump ausgesprochen. Der griff sie wegen ihres muslimischen Glaubens an.

Seine Bemerkungen zu Barack Obama schwächte  Trump bei seiner Pressekonferenz am Montag auf Nachfragen noch halbherzig ab. Er wisse nicht, ob er angerufen habe, zitiert die „New York Times“ den US-Präsidenten. „Mir wurde gesagt, er habe das nicht oft getan, und viele Präsidenten tun das nicht. Sie schreiben Briefe.“

Donald Trump selbst war am Montag übrigens auch noch einen Anruf schuldig. Oder einen Brief. Oder irgendeine Art der Kontaktaufnahme mit den Familien der in Westafrika getöteten Soldaten.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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