Lade Inhalte...

Ticker Flugzeug-Absturz in der Ukraine Australien: Beweise an MH17-Absturzstelle manipuliert

+++ Niederlande leiten Untersuchung zur Absturzursache +++ MH17-Opfer auf dem Weg nach Hause +++ "NY Times": Wrackteil weist auf Raketentreffer hin +++ Separatisten übergeben Black Boxes +++ Die Ereignisse im Ticker +++

21.07.2014 08:20
Wrackteile von Flug MH17. Foto: REUTERS

Die neuesten Ereignisse nach dem Flugzeugabsturz über der Ostukraine mit fast 300 Toten im Nachrichtenticker:

22. Juli

18:00 Uhr: Australiens Ministerpräsident Tony Abbott hat nach dem mutmaßlichen Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 eine Manipulation von Beweisen kritisiert. «Nach dem Verbrechen kommt die Vertuschung. Was wir gesehen haben, ist die Manipulation von Beweisen in industriellem Ausmaß und das muss natürlich aufhören», sagte Abbott am Dienstag vor der Presse. Die Entfernung von Beweisen komme einer Vertuschung gleich. Abbott macht pro-russische Separatisten für den Absturz mit 298 Opfern - darunter 37 Australier - verantwortlich.

17:05 Uhr: Die Europäische Union bereitet ein mögliches Waffen-Exportverbot gegen Russland vor. Die EU-Außenminister beauftragten die EU-Kommission, Vorschläge für eine Beschränkung der Waffenausfuhren nach Russland zu machen. Nach Angaben von Diplomaten gehört dieser Auftrag zu mehreren Maßnahmen, mit denen die EU auf den mutmaßlichen Abschuss eines malaysischen Flugzeugs durch prorussische Separatisten über der Ostukraine reagiert. Russland könne dies durch konkrete Schritte zur Deeskalation verhindern. Diese Beschränkungen sollten aber nicht die Lieferung von zwei Hubschrauberträgern des Typs Mistral von Frankreich an Russland verhindern, hieß es.

16.25 Uhr: Die EU-Außenminister diskutieren auch über Sanktionen gegen Russland in mehreren Wirtschaftszweigen. Wenn Russland bei der Aufklärung des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine nicht kooperiere, könne der Zugang Russlands zum Kapitalmarkt eingeschränkt werden, sagten EU-Diplomaten am Dienstag. Auch Strafmaßnahmen bei Rüstungsgütern, bei Produkten mit sowohl zivilem als auch militärischem Verwendungszweck und im Hochtechnologiebereich könnten verhängt werden. Letzteres umfasse auch Güter im Bereich der Energietechnologie. Neben der Mitarbeit an der Aufklärung des Flugzeugabsturzes will die EU den Angaben zufolge auch den Stopp von Waffenlieferungen Russlands an die prorussischen Separatisten in der Ostukraine fordern.

14:50 Uhr: Die Niederlande haben die Leitung der internationalen Untersuchung zur Absturzursache von Flug MH17 in der Ostukraine übernommen. Dies sei auf Ersuchen der ukrainischen Regierung geschehen, teilte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag mit. Niederländische Experten sollten nun so schnell wie möglich die Absturzstelle untersuchen. Ziel sei die «restlose Aufklärung», sagte Rutte. Priorität habe zunächst, die noch nicht gefundenen Leichen und das persönliche Eigentum der Opfer zu bergen. Wie viele der 298 Opfer bisher nach Charkow gebracht wurden, sei unklar. Nach unbestätigten Berichten waren die Überreste von 282 Opfern in dem Zug, der am Dienstag aus dem Katastrophengebiet in Charkow eingetroffen war. Die ersten Opfer sollen bereits an diesem Mittwoch in die Niederlande ausgeflogen werden.
Rutte teilte auch mit, dass die Flugschreiber, die Blackboxes, nun auch in Charkow seien. Sie befanden sich in dem Zug mit den Leichen, der am Dienstag aus dem Katastrophengebiet in Charkow eingetroffen war.

13:00 Uhr: Fünf Tage nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine sind die meisten Todesopfer aus dem Konfliktgebiet gebracht worden. Ein Sonderzug mit den sterblichen Überresten der Opfer traf am Dienstag in der Großstadt Charkow ein. Die Führung in Kiew beschloss unterdessen eine Teilmobilmachung, um den militärischen Druck auf die prorussischen Separatisten im Osten erhöhen.

8:30 Uhr: Ein durchlöchertes Wrackteil der in der Ostukraine abgestürzten Boeing weist laut einem Bericht der «New York Times» (NYT) auf einen Raketentreffer hin. Schrapnell-Spuren seien ein Hinweis darauf, dass das Flugzeug durch eine Rakete mit Überschallgeschwindigkeit zerstört wurde, sagten Experten des Verteidigungs-Fachverlags IHS Jane's nach Auswertung eines von einem NYT-Fotografen aufgenommenen Trümmerteils. Unter anderem wurde der abgeplatzte Lack an der Außenseite des vom Flugzeugrumpf stammenden Wrackteils als ein Beleg angeführt.
Die Experten vermuten, dass das Flugzeug der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord am Donnerstag durch die Rakete eines russischen «Buk»-Flugabwehrsystems getroffen wurde. Die USA verdächtigen prorussische Separatisten, die Zivilmaschine mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben.

8.10 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag abermals mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte wegen des Absturzes des malaysischen Flugzeugs in der Ukraine telefoniert. Dabei wurde nach Angaben des russischen Präsidialamtes über "den direkten und vollen Zugang von Experten zur Stelle der Tragödie" gesprochen. Es war bereits das zweite Gespräch zwischen Rutte und Putin innerhalb von drei Tagen. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen an der Absturzstelle habe Putin erneut die Notwendigkeit eines sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstands in dem Gebiet betont, erklärte das Präsidialamt. Nach ukrainischen Angaben hat in der Nacht ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe einen ukrainischen Kontrollposten im Osten des Landes angegriffen. Details nannte er nicht.

21. Juli

21:20 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat hat per Resolution eine unabhängige Untersuchung des mutmaßlichen Abschusses einer Passagiermaschine über der Ostukraine gefordert. Alle 15 Mitglieder des Gremiums stimmten dem Papier bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung am Montag in New York zu.

20:50 Uhr: Der rumänische Präsident Traian Basescu kritisiert die Europäische Union wegen ihrer Haltung zu Russland. Die Gemeinschaft sei zu schwach und zu langsam, wenn es um neue Sanktionen gegen das Land gehe.

19:55 Uhr: Die ukrainische Regierung hat nach Angaben des niederländischen Regierungschefs Mark Rutte zugestimmt, dass die Todesopfer in seinem Land identifiziert werden. Ein Zug mit etwa 200 Leichen wird demnach zuerst nach Donezk und dann weiter nach Charkiw fahren, das nicht von Rebellen beherrscht wird.

19:20 Uhr: Russland hat nach dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Passagiermaschine als erstes Land Satellitenaufnahmen und Zeichnungen vom Absturztag veröffentlicht. Das Verteidigungsministerium stellte am Montag Fotos sowie gezeichnete Karten ins Internet, um auch den Hergang des Todesfluges mit fast 300 Opfern zu veranschaulichen. Der Generalstab präsentierte die ersten Ermittlungsergebnisse zum Absturz vom vergangenen Donnerstag auf riesigen Wandprojektionen im Moskauer Lagezentrum. Auf den Satellitenbildern war nach Angaben des Generalstabs auch die Stationierung von ukrainischen Flugabwehrsystemen des Typs „Buk“ (Buche) im Separatistengebiet zu sehen. Moskau verlangte von Kiew eine Erklärung dafür, weshalb dort solche Waffen aufgestellt würden, obwohl die Aufständischen keine Flugzeuge hätten. Zuvor hatte die Ukraine behauptet, umfassende Beweise – darunter Satellitenaufnahmen – dafür zu haben, dass die prorussischen Kräfte mit einem „Buk“-System auf die Boeing 777-200 geschossen hätten. Die USA hatten mitgeteilt, sie gingen auf Grundlage von Geheimdienstinformationen davon aus, dass die Maschine von einer Rakete vom Separatistengebiet aus beschossen worden sei. Russland verlangte die Offenlegung dieser Beweise.

18:55 Uhr: Die Black Boxes des mutmaßlich über der Ostukraine abgeschossenen Passagierflugzeugs sollen Malaysia ausgehändigt werden. Das kündigte der malaysische Regierungschef Najib Razak am Dienstagmorgen (Ortszeit) in Kuala Lumpur an. Er habe von dem selbsternannten Ministerpräsidenten der von prorussischen Separatisten kontrollierten Region zudem die Zusicherung erhalten, dass internationalen Ermittlern ein "sicherer Zugang" zur Absturzstelle des malaysischen Flugzeugs garantiert werde. Das Passagierflugzeug von Malaysia Airlines war am Donnerstag mit 298 Menschen an Bord im umkämpften Osten der Ukraine abgestürzt, vieles deutet auf einen Abschuss durch eine Rakete hin.

18:30 Uhr: Der Zug mit den Leichen von Insassen des mutmaßlich abgeschossenen Flugs MH17 hat Augenzeugen zufolge den von Separatisten kontrollierten Bahnhof in der Ostukraine verlassen. Ukrainische Behördenvertreter sagten am Montag, der Zug fahre von Tores nach Charkiw, damit die rund 280 Leichen dort von internationalen Experten untersucht werden könnten. Das Flugzeug von Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord war am vergangenen Donnerstag abgestürzt, Experten gehen von einem Abschuss der Maschine durch eine Rakete aus.

18:00 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat nach dem mutmaßlichen Abschuss eines Verkehrsflugzeugs über der Ostukraine den Druck auf Russland erhöht. Russland und Präsident Wladimir Putin trügen eine direkte Verantwortung dafür, die prorussischen Separatisten zur Zusammenarbeit mit den internationalen Ermittlern zu zwingen, sagte Obama am Montag im Weißen Haus. Putin müsse nun seinen Bekundungen zur Kooperationsbereitschaft auch Taten folgen lassen. Russland müsse dafür sorgen, dass die Separatisten die Untersuchungen zur Absturzursache nicht länger behinderten. "Was haben sie zu verbergen", fragte Obama. Die Ermittler-Teams müssten freien Zugang zur Absturzstelle und den Leichen erhalten. Sollte Russland seinen Kurs nicht ändern, würde es sich nur weiter isolieren und einen immer höheren Preis dafür zahlen müssen.

17:35 Uhr: Am Absturzort des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine haben Rettungskräfte die Suche nach Opfern am Montagnachmittag offiziell beendet. Die Helfer hätten 282 Leichen sowie 87 Leichenteile der übrigen 16 Todesopfer gefunden, sagte Vizeregierungschef Wladimir Groisman in Kiew. Die einheimischen Teams würden damit die Arbeiten in der Nähe von Grabowo vier Tage nach dem Absturz der Boeing 777-200 einstellen. Die Fläche war zuletzt von 35 auf 50 Quadratkilometer erweitert worden. Rund 200 Helfer und etwa 800 Freiwillige aus der früheren Sowjetrepublik waren im Einsatz.

16:55 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hält trotz Sorgen in der Wirtschaft eine harte Linie gegenüber Russland für geboten. «Die wirtschaftliche Sicht ist nicht das Entscheidende», sagte er am Montag in Berlin. «Das Entscheidende ist, dass wir den Bürgerkrieg dort beenden», betonte Gabriel nach der Rückkehr aus dem Urlaub zur Eskalation in der Ostukraine. Am Dienstag wollen die EU-Außenminister eine Ausweitung der Sanktionen auch auf Unternehmen beschließen, wenn diese zur Destabilisierung der Ukraine beitragen - EU-Firmen dürften mit ihnen dann keine Geschäfte mehr machen. Es könne nicht im russischen Interesse liegen, in eine immer ausweglosere Lage mit vielen Toten zu geraten. «Deshalb ist unsere Hoffnung, dass Russland spätestens jetzt einlenkt und bereit ist zu wirklich konstruktiven Verhandlungen», betonte Gabriel.

15:45 Uhr: Vor dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine ist nach russischen Angaben ein ukrainischer Kampfjet in der Nähe gewesen. Der Abfangjäger vom Typ Suchoi-25 sei auf die Boeing 777 mit 298 Menschen an Bord zugeflogen, sagte Generalleutnant Andrej Kartopolow vom russischen Generalstab am Montag in Moskau. «Die Entfernung der Su-25 zur Boeing lag zwischen drei und fünf Kilometern.» Das ergebe sich aus Aufzeichnungen der russischen Flugüberwachung. So ein Kampfjet sei mit Luft-Luft-Raketen bewaffnet, der auf diese Entfernung ein Ziel hundertprozentig zerstören könne. Die Ukraine solle Auskunft über dieses Flugzeug geben, forderte er.

13:00 Uhr: Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines zahlt den Familien der Absturzopfer eine Soforthilfe von 5000 Dollar. Der Betrag werde nicht mit später fälligen Geldleistungen verrechnet, erklärt die Fluglinie. Außerdem würden die Klagemöglichkeiten der Betroffenen dadurch nicht geschmälert.

12:45 Uhr: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat der Armee befohlen, die Kampfhandlungen um den Absturzort des malaysischen Passagierflugzeugs unverzüglich einzustellen. «Ich habe angeordnet, dass die ukrainischen Militärs in einem Radius von 40 Kilometern vom Ort der Tragödie keine Operationen durchführen und das Feuer nicht eröffnen dürfen», sagte er am Montag in Kiew. Poroschenko sprach sich auch für die Beteiligung russischer Experten an der Untersuchung des Absturzes aus. Ziel sei «maximale Transparenz».

12:00 Uhr: Die Stimmung in der Europäischen Union zur Frage von Sanktionen gegen Russland hat sich seit dem Absturz des malaysischen Flugzeug verändert, wie der britische Vize-Premierminister Nick Clegg feststellte.
10.47 Uhr: Ein Team von niederländischen Experten ist am Montag an der Absturzstelle der Boeing von Malaysia Airlines eingetroffen. Die Gruppe sei am Bahnhof des Ortes Tores in der Ostukraine angekommen, teilte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte einem Parlamentsausschuss in Den Haag mit. Dort steht ein Zug mit Kühlwagen, in dem sich die sterblichen Überreste von rund 200 Opfern befinden sollen. Die prorussischen Rebellen hatten die Abfahrt des Zuges blockiert. Die Niederländer sollen die Identifizierung der 298 Opfer der Katastrophe koordinieren.

09:30 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat die prorussischen Separatisten in der Ostukraine aufgerufen, internationalen Experten Zugang zu den Überresten der abgestürzten Passagiermaschine zu geben. "Alles muss getan werden, um die Sicherheit der internationalen Experten am Ort der Tragödie zu gewährleisten", sagte Putin am Montag im Fernsehen. Er trug einen dunklen Anzug mit schwarzer Krawatte. Er wiederholte zugleich seine Vorwürfe gegen die ukrainische Regierung. Wenn diese die Waffenruhe nicht beendet und ihre militärische Offensive gegen die Separatisten nicht wiederaufgenommen hätte, wäre es auch nicht zu dem Absturz gekommen, sagte Putin. Nach Darstellung der Ukraine wurde sie mit russischen Raketen abgeschossen. Putin sprach von einer Tragödie, die von keiner Seite politisch ausgeschlachtet werden dürfe. "Solche Ereignisse sollten die Menschen nicht spalten, sondern sie einen", forderte er.

07:00 Uhr: Nach massiven Klagen über Behinderungen am Absturzort der malaysischen Boeing reisen Luftfahrt-Experten in das von Rebellen kontrollierte Gebiet bei Donezk. Die Niederlande werden die internationale Identifizierung der Opfer in der Ostukraine koordinieren, gab der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Sonntagabend in Den Haag bekannt. Im ostukrainischen Charkow sollen die Niederlande ein Koordinationszentrum für die Identifizierung der 298 Opfer einrichten. Die Leichen von etwa 200 Opfern sollen in Kühlwagen in einem Zug bei Tores in der Ostukraine liegen.

20. Juli

23.15 Uhr: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen könnte noch am Montag über eine Resolution zum Flugzeugabsturz in der Ostukraine abstimmen. Die australische UN-Mission setzte nach Angaben westlicher Diplomaten am Sonntagnachmittag (Ortszeit) ihren Resolutionsentwurf «in blau». Damit ist das Papier abstimmungsreif und könnte nach der üblichen Frist von 24 Stunden zur Entscheidung kommen. Weil die Russen die Resolution mit ihrem Veto verhindern können, ist der Ausgang allerdings völlig offen. Der australische Entwurf fordert von allen Beteiligten, insbesondere den prorussischen Rebellen, eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den internationalen Behörden. Gleichzeitig soll das Papier jede Manipulation an der Absturzstelle untersagen. Es fordert zudem, dass die Flugschreiber und andere Beweisstücke sofort auszuhändigen sind.

23.00 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Niederlanden seine Unterstützung bei der Übergabe der sterblichen Überreste der Opfer des abgestürzten Flugzeuges sowie der Flugschreiber zugesichert. Das habe er dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte am Sonntagabend in einem Telefongespräch zugesagt, teilte ein Regierungssprecher in Den Haag mit. Die Leichname von schätzungsweise 200 Opfern sollen in Kühlwagen in einem Zug bei Tores in der Ostukraine liegen. Prorussische Rebellen blockieren nach unbestätigten Angaben die Abfahrt des Zuges.

20.50 Uhr: Nach massiven Klagen über Behinderungen am Absturzort der malaysischen Boeing reisen Luftfahrt-Experten in das von Rebellen kontrollierte Gebiet bei Donezk. Die Niederlande werden die internationale Identifizierung der Opfer in der Ostukraine koordinieren, gab der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Sonntagabend in Den Haag bekannt. Beim Absturz des Passagierflugzeugs waren am Donnerstag alle 298 Menschen an Bord getötet worden, darunter 193 Niederländer. Die USA haben den Verdacht geäußert, dass die Aufständischen die Boeing mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben.

21.15 Uhr: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhandelt derzeit über eine Resolution zum Flugzeugabsturz in der Ostukraine. Westlichen Diplomaten zufolge hat Australien einen Entwurf vorgelegt, der von allen Beteiligten, insbesondere den prorussischen Rebellen, eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den internationalen Behörden fordert. Gleichzeitig soll das Papier jede Manipulation an der Absturzstelle verbieten. Eine rasche Abstimmung über die Resolution im Sicherheitsrat galt als unwahrscheinlich. Zwar machen die Australier Druck, am Sonntag war der Entwurf aber noch nicht abstimmungsreif. Zudem gilt die Regel, dass dann bis zur Abstimmung 24 Stunden vergehen müssen. Die Russen haben dem Vernehmen nach noch am Sonntag einen Katalog mit Änderungsforderungen vorgelegt. Weil Moskau sein Veto einlegen kann,
ist eine rasche Einigung auf ein starkes Votum unwahrscheinlich.

19.45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach Angaben eines Sprechers Russlands Präsident Wladimir Putin zum wiederholten Mal eindringlich aufgefordert, Einfluss auf die Separatisten im Osten der Ukraine zu nehmen. Es müsse so schnell wie möglich ein direktes Treffen der Kontaktgruppe - bestehend aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der OSZE - mit den prorussischen Aufständischen zustande kommen, teilte die Bundesregierung nach einem Telefonat der beiden Politiker am Sonntag mit. Der Umgang der Aufständischen mit den Opfern des Flugzeugabsturzes sei «katastrophal». Nach Angaben des Kreml forderten Merkel und Putin, dass internationale Spezialisten ungehindert die Ursachen für die Katastrophe vom vergangenen Donnerstag untersuchen können, bei der 298 Menschen ums Leben kamen. Es sei wichtig, dass die Gefechte in der Ostukraine beendet werden und ein Friedensprozess beginne.

19.30 Uhr: Die US-Regierung hat Russland deutlicher denn je Mitverantwortung am Absturz des Passagierflugzeugs mit 298 Insassen in der Ostukraine zugewiesen. Das gegen Malaysia-Airlines-Flug MH17 eingesetzte Abschusssystem könne nur "von Russland in die Hände der Separatisten gelangt" sein, sagte US-Außenminister John Kerry am Sonntag. Das Tauziehen um die Untersuchung vor Ort ging weiter, ein Großteil der Leichen wurde in einen Kühlzug verladen. "Wir haben Bilder vom Raketenabschuss, wir wissen über die Flugbahn Bescheid", sagte Kerry dem Sender NBC. Ferner gebe es Aufnahmen von "prahlenden" Separatisten nach dem "Abschuss". Das Verhalten der prorussischen Rebellen am Absturzort der Boeing nannte Kerry "grotesk". "Betrunkene Separatisten" würden die Ermittlungsarbeiten behindern, pietätlos Leichen aufeinanderstapeln und "Spuren verwischen".

Lesen Sie bitte weiter auf der nächsten Seite.

18.50 Uhr: Der ehemalige niederländische Nationalspieler John van 't Schip hat nach dem Flugzeugsabsturz in der Ostukraine zu einem Boykott der Fußball-WM in Russland 2018 aufgerufen. «Ich sage Aufruf an KNVB, niederländische Regierung und Fifa, um WM 2018 in Russland zu boykottieren!», twitterte der heutige Trainer von Melbourne Heat in Australien am Sonntag. Westliche Staaten schließen eine Mitverantwortung Russlands für den Anschlag nicht aus. Von den 298 Opfern der Katastrophe waren 193 Niederländer und auch 27 Australier. Der Aufruf des ehemaligen Fußball-Profis, der 1988 mit dem Oranje-Team Europameister wurde, bekam im Internet viel Beifall.

18.45 Uhr: Die Ukraine verfügt nach Angaben ihres Präsidenten Petro Poroschenko über Beweise für einen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs durch prorussische Separatisten. «Wir haben Satellitenbilder des Abschussortes sowie Fotos und Videos eines Raketenabwehrsystems, was von Waffentransporten aus Russland zeugt», sagte Poroschenko am Sonntag in Kiew. Er sprach von «unwiderlegbaren» Indizien. «Die Terroristen behindern die Ermittlungen und haben die Flugschreiber an sich genommen, aber das wird sie nicht retten», sagte der prowestliche Staatschef. Die Aufständischen weisen die Vorwürfe zurück. Sie geben der Armee die Schuld an dem Absturz.

17.50 Uhr: Das vom ukrainischen Geheimdienst veröffentlichte Protokoll eines abgehörten Gesprächs zum mutmaßlichen Abschuss von Malaysia-Airlines-Flug MH17 ist nach US-Angaben echt. Experten hätten die Authentizität des Audiomitschnitts zwischen "uns bekannten Separatistenführern" bestätigt, teilte die US-Botschaft in Kiew am Sonntag mit. Die Aufzeichnung sei mit früheren Tondokumenten verglichen worden. Daraus ergebe sich, dass die Passagiermaschine mit 298 Insassen von einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11 des Flugabwehrsystems Buk abgeschossen worden sein müsse, die vom Einflussgebiet der Rebellen aus abgefeuert wurde. Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte dazu noch am Donnerstagabend den Mitschnitt eines Telefonats zwischen zwei Rebellenführern an diverse Medien weitergespielt. Darin sagt ein bloß "Major" genannter Mann, dass "die Jungs vom Kontrollposten Tschernuchin das Flugzeug abgeschossen haben" und dieses "in der Luft zerbrochen" sei. Sein als "Grek" identifizierter Gesprächspartner fragte zurück "Na und?", und bekam die Antwort: "Es war hundertprozentig ein ziviles Flugzeug!" Der Dialog scheint die These zu stützen, dass die Passagiermaschine für ein Militärflugzeug der ukrainischen Armee gehalten und versehentlich von den Rebellen abgeschossen wurde. Unabhängige Untersuchungserkenntnisse gibt es bislang offiziell nicht. Trotz wiederholter Aufforderungen aus dem Ausland gewährten die Rebellen auch am Sonntag internationalen Experten keinen freien Zugang zum Absturzort und zu den Leichen der getöteten Flugzeuginsassen.

17.25 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine durch prorussische Separatisten in der Ostukraine verschärft der Westen seinen Ton gegenüber Moskau. Im Visier ist dabei Präsident Putin. Er müsse umgehend seinen Einfluss nutzen, um eine unabhängige Untersuchung der Absturzursache zu ermöglichen, heißt es unisono aus den westlichen Regierungszentralen und Kiew: «Das ist Augenblick der Wahrheit für Putin.»

17.15 Uhr: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat über die Ermittlungen nach dem Absturz des malaysischen Flugzeugs informiert. Dabei warf er den prorussischen Separatisten die Plünderung der Absturzstelle in der Ostukraine vor. «Der Diebstahl von Kreditkarten und anderer persönlicher Gegenstände - das, was die Terroristen mit den Körpern der Opfer machen - ist außerhalb des Rahmens der menschlichen Moral», sagte Poroschenko einer Mitteilung zufolge bei dem Gespräch. Der prowestliche Staatschef warf Russland am Sonntag erneut vor, die Aufständischen mit schweren Waffen zu versorgen.

16.45 Uhr: Felder voller meterhoher Sonnenblumen reichen bis zum Horizont, darüber der blasse Himmel. Es sind die Nationalfarben der Ukraine, gelb und hellblau. Die Landschaft könnte kaum friedlicher wirken. Doch mittendrin in diesem Sommerparadies finden sich Orte wie aus der Apokalypse. Nach dem Absturz von Flug MH17 liegen die sterblichen Überreste von Passagieren und Crew-Mitgliedern in Feldern, Wäldern und auch manchem Garten. Selbst drei Tage nach der Tragödie sind noch immer Dutzende Leichen nicht geborgen.

16.40 Uhr: Nach massiven Behinderungen der Absturzuntersuchungen von Flug MH17 in der Ostukraine verschärft die internationale Gemeinschaft den Druck auf Moskau. Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron drohten Russland am Sonntag mit einer Ausweitung der EU-Sanktionen. Der russische Präsident Wladimir Putin müsse umgehend auf die prorussischen Separatisten einwirken, um den Ermittlern einen ungehinderten Zugang zum Absturzgebiet zu gewährleisten, hieß es in Paris und London. Bis Sonntag waren in der Ostukraine 196 der 298 Todesopfer geborgen.

15.17 Uhr: US-Außenminister John Kerry hat nach einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass das gegen MH17 genutzte Raketensystem von Russland geliefert wurde.

14.44 Uhr: Die prorussischen Aufständischen im Osten der Ukraine haben nach eigenen Angaben am Absturzort der malaysischen Passagiermaschine "Flugzeugteile" gefunden, die "Black Boxes ähneln". Die gefundenen Teile könnten sie nicht selbst untersuchen, weil sie dafür keine Spezialisten hätten, sagte Rebellenführer Alexander Borodaj am Sonntag in Donezk. Ukrainischen Ermittlern brächten die Rebellen "kein Vertrauen" entgegen, das Material könne jedoch "internationalen" Ermittlern übergeben werden.

14.05 Uhr: Die Nachrichtenagentur Reuters hat Video- und Fotoaufnahmen veröffentlicht, die offenkundig russische Separatisten mit der Black Box von Flug MH17 zeigen. Nach ersten Informationen sollen die Bilder zwei Tage alt sein. Unklar ist, wo die Black Box nun ist.

13.58 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron drohen Moskau mit einer Verschärfung der Sanktionen. Der russische Präsident Wladimir Putin müsse umgehend Druck auf die moskautreuen Rebellen in der Ostukraine ausüben, damit diese den ungehinderten Zugang zur Absturzstelle von Flug MH17 ermöglichten, erklärten der Élyséepalast und die britische Regierung nach Telefonaten.

13.17 Uhr: Die Aufständischen im Osten der Ukraine haben nach Informationen der "Washington Post" von Russland das Flugabwehrsystem Buk erhalten, das zum Abschuss der malaysischen Passagiermaschine am Donnerstag genutzt wurde. Nach dem Absturz der Maschine seien die verbliebenen Raketen in der Nacht zum Freitag wieder auf russisches Territorium geschafft worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter. Die US-Geheimdienste hätten vor gut einer Woche Hinweise darauf erhalten, dass die Boden-Luft-Raketen den prorussischen Rebellen zur Verfügung gestellt worden seien, berichtete das Blatt am späten Samstagabend online. Der ukrainische Geheimdienstchef Witali Najda habe berichtet, dass eine Batterie des Systems mit einer fehlenden Rakete am Freitag früh die Grenze nach Russland überquert habe.

13.07 Uhr: Die Leichen Dutzender Insassen des über der Ukraine mutmaßlich abgeschossenen Passagierflugzeugs werden offenbar in Eisenbahn-Kühlwaggons aufbewahrt. Dort würden sie bleiben, bis klar sei, was mit ihnen geschehen solle", sagte der hochrangige Rebellenvertreter Sergej Kawtaradse der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) inspizierten in Begleitung von prorussischen Separatisten die Wagen, die sich an einem etwa 15 Kilometer von der Absturzstelle entfernten Bahnhof befanden. Zu sehen gewesen seien Leichensäcke, die man aber nicht habe zählen können, sagte der stellvertretende Leiter des OSZE-Einsatzes, Alexander Hug.

12.51 Uhr: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat zwei Experten in die Ukraine entsandt, die sich an der Untersuchung der Absturzursache von Flug MH17 beteiligen sollen. Der Direktor der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), Ulf Kramer, und ein weiterer Mitarbeiter der BFU seien am Sonntagmittag Richtung Unglücksstelle aufgebrochen, teilte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin mit. Die beiden Deutschen würden mit den Experten anderer Länder zusammenarbeiten. Kramer ist zugleich Präsident der europäischen Vereinigung der Flugunfalluntersuchungseinrichtungen.

12.49 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat erwägt eine Resolution, um den mutmaßlichen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeuges in der Ukraine zu verurteilen. Mit dem Dokument sollen zugleich die prorussischen Separatisten aufgefordert werden, den Zugang zur Absturzstelle zu ermöglichen. An die Staaten der Region soll die Aufforderung ergehen, bei der internationalen Untersuchung des Falls zu kooperieren. Ein entsprechender Resolutionsentwurf wurde von Australien bei den 15 Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates in Umlauf gebracht. Bei dem Absturz kamen auch 28 Australier ums Leben. Diplomaten zufolge könnte bereits am Montag über die Resolution abgestimmt werden.

12.44 Uhr: Nach dem tödlichen Absturz eines ihrer Flugzeuge in der Ostukraine will Malaysia Airlines die Flugnummer MH17 künftig nicht mehr nutzen. Die Entscheidung erfolge aus Respekt vor den 298 getöteten Passagieren und Besatzungsmitgliedern, teilte die Fluggesellschaft am Sonntag mit. Die neue Flugnummer für die Verbindung Amsterdam-Kuala Lumpur und zurück lautet MH19.

12.37 Uhr: Großbritanniens Premierminister David Cameron und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben sich telefonisch über die Lage an der Absturzstelle des Passagierjets in der Ostukraine verständigt. «Gerade mit Kanzlerin Merkel gesprochen. Wir sind beide besorgt über den eingeschränkten Zugang zu #MH17. Putin muss mehr tun», teilte Cameron am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

11.32 Uhr: Die britische Regierung fordert nach Absturz eines Passagierjets in der Ostukraine einen härteren Kurs westlicher Staaten gegen Russland. «Wenn Präsident Putin seine Haltung zur Ukraine nicht ändert, dann müssen Europa und der Westen ihre Haltung zu Russland grundsätzlich ändern», schrieb Premierminister David Cameron in der «Sunday Times».

11.24 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs mit der Flugnummer MH17 über dem Osten der Ukraine hat die betroffene Fluggesellschaft Malaysia Airlines ihren Kunden weitreichende Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten eingeräumt. Das Angebot gelte für alle Destinationen, erklärte Malaysia Airlines am Sonntag.

9.20 Uhr: Am Absturzort der malaysischen Passagiermaschine MH17 im Osten der Ukraine sind den Rettungskräften zufolge bisher 196 der vermuteten 298 Opfer geborgen worden. Die Sucharbeiten würden von bewaffneten prorussischen Separatisten erheblich behindert, sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums in Kiew am Sonntag. An den Arbeiten beteiligen sich 380 ukrainische Experten. Darunter sind auch Taucher, die einen See absuchen. Der Bereich der Arbeiten sei von 25 auf 34 Quadratkilometer ausgeweitet worden.

4.44 Uhr: In einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow hat US-Außenminister John Kerry die Zugangsbeschränkungen für internationale Ermittler zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine kritisiert. Kerry sei "zutiefst besorgt", dass Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und anderen Ermittlern "ein angemessener Zugang" verwehrt werde, berichtete sein Ministerium am Samstag aus dem Gespräch mit Lawrow. Zudem kritisierte Kerry demnach, dass Berichten zufolge bereits Leichen und Trümmerteile weggebracht wurden. Russland müsse seinen Einfluss auf die Separatisten geltend machen.

+++

19. Juli

23.10 Uhr: Der niederländische Regierungschef Mark Rutte hat Moskau aufgefordert, zu einer raschen Aufklärung des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine mit vorwiegend niederländischen Insassen beizutragen. Rutte sagte am Samstag, er habe mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin ein "sehr intensives Gespräch" geführt. Er habe deutlich gemacht, dass Putin "jetzt die Verantwortung gegenüber den Rebellen tragen muss". "Ich habe ihm gesagt, dass er der Welt zeigen muss, dass er helfen will", sagte Rutte. Der Regierungschef zeigte sich zudem "schockiert" über Bilder von "schamlosen" prorussischen Separatisten, die über die Absturzstelle gingen und Habseligkeiten der Absturzopfer in den Händen hielten. Der niederländische Außenminister Frans Timmermans äußerte sich während eines Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko ebenfalls "schockiert" und "empört" über den Umgang mit den Leichen.

22.45 Uhr: Großbritannien fordert die Europäische Union (EU) auf, ihre Beziehungen zu Russland nach dem Abschuss des Passagierjets über der Ostukraine zu überdenken. Darin sei sich Premierminister David Cameron mit seinem niederländischen Amtskollegen Mark Rutte einig gewesen, gab die britische Regierung am Samstag nach einem Telefonat der beiden Politiker bekannt. Die EU hat gegen Russland wegen des Ukraine-Konflikts bereits Sanktionen verhängt. Rutte forderte zudem den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, zur Aufklärung des Flugzeugabsturzes beizutragen. 193 der 298 Opfer des Absturzes der Boeing 777 der Malaysia Airlines waren Niederländer. Die Regierung in Kiew wirft Russland und den Rebellen vor, Beweise für das "internationale Verbrechen" zerstören zu wollen. Die prorussischen Separatisten versuchten, die Absturzstelle zu manipulieren, erklärte die Regierung. Ein Rebellenführer widersprach, man habe die Absturzstelle nicht angerührt. Noch immer ist nicht sicher geklärt, warum die Maschine der Malaysia Airlines am Donnerstag abgestürzt ist. Nach US-Angaben wurde das Flugzeug von einer Flugabwehrrakete getroffen, die von einem von Rebellen kontrollierten Gebiet aus abgefeuert wurde.

22.20 Uhr: Die Ermittlungen am Absturzort der malaysischen Passagiermaschine mit 298 Menschen an Bord werden nach OSZE-Angaben weiter durch Einschüchterungen und chaotische Zustände erschwert. Die Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) würden in der Ostukraine bei jedem Schritt von bewaffneten und zum Teil maskierten Männern verfolgt, berichtete der OSZE-Sprecher Michael Bociurkiw am Samstagabend aus Donezk dem US-Sender CNN.

22.10 Uhr: Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgefordert, zur Aufklärung des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine beizutragen. "Er hat eine letzte Chance zu zeigen, dass er wirklich helfen will", sagte Rutte am Samstagabend. Er habe ein "sehr intensives" Gespräch mit Putin geführt. Russlands Präsident müsse auf die prorussischen Separatisten Einfluss nehmen, damit die Absturzursache untersucht werden könne. 193 der 298 Opfer des Absturzes der Boeing 777 der Malaysia Airlines waren Niederländer.
Der niederländische Außenminister Frans Timmermans sagte nach seiner Ankunft in Kiew, dass seine Landsleute wütend über die Behandlung der Toten durch die Separatisten seien. Die Regierung in Kiew wirft Russland und den Rebellen vor, Beweise für das "internationale Verbrechen" zerstören zu wollen. Die prorussischen Separatisten versuchten, die Absturzstelle zu manipulieren, erklärte die Regierung. Ein Rebellenführer widersprach, man habe die Absturzstelle nicht angerührt. Putin rief die Konfliktparteien auf, internationalen Ermittlern Zugang zu dem Wrack zu gewähren.

21.35 Uhr: Im Osten der Ukraine hat eine OSZE-Expertengruppe erstmals über längere Zeit den Unfallort der am Donnerstag abgestürzten malaysischen Passagiermaschine untersuchen können. «Wir waren drei Stunden lang an der Absturzstelle und konnten uns freier bewegen als gestern», berichtete eine Sprecherin der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Samstagabend aus Donezk. Zuvor hatten sich die Experten über massive Einschränkungen durch bewaffnete Kämpfer der prorussischen Separatisten beschwert.

21.30 Uhr: Angesichts des internationalen Drucks auf Moskau im Ukraine-Konflikt nach dem mutmaßlichen Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine hat der russische Vizeaußenminister Sergej Riabkow den USA und dem Westen Stimmungsmache gegen Russland vorgeworfen. "Die Mitteilungen der Vertreter der amerikanischen Verwaltung sind ein Beweis für eine völlig abwegige Wahrnehmung Washingtons dessen, was in der Ukraine vor sich geht", erklärte Riabkow gegenüber russischen Nachrichtenagenturen. "Trotz des eindeutigen und unbestreitbaren Charakters der von den Rebellen und von Moskau vorgebrachten Argumenten, verfolgt die amerikanische Verwaltung ihre eigenen Ziele."

19.30 Uhr: Die Separatisten in der Ostukraine haben den Abtransport sterblicher Überreste von der Absturzstelle der Passagiermaschine bestätigt. «Einige Dutzend Leichen», die mitten in der Ortschaft Grabowo gelegen hätten, seien «in Anwesenheit von OSZE-Beobachtern» nach Donezk gebracht worden, sagte der Rebellensprecher Sergej Kawtaradse am Samstag. «Es war aus hygienischen Gründen unmöglich, sie weiter dort liegen zu lassen», sagte Kawtaradse. Die Leichen würden in Donezk ausländischen Experten übergeben. Zuvor hatte die ukrainische Führung den Aufständischen vorgeworfen, Beweismaterial vom Absturzort zu entwenden. Die Boeing war am Donnerstag mutmaßlich von einer Rakete über dem von den Separatisten kontrollierten Gebiet abgeschossen worden.

19.05 Uhr: Im Zeichen großer Trauer beginnt am Sonntag in Australien die Welt-Aids-Konferenz. Sechs Teilnehmer waren auf dem Weg nach Melbourne an Bord des in der Ukraine abgestürzten Flugzeugs. Die Konferenz wollte der Kollegen bei der Eröffnungsveranstaltung gedenken.

19.00 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry fordern, dass alle Beweise im Fall des abgestürzten Flugzeugs den internationalen Ermittlern zugänglich gemacht werden müssen. Darüber seien sich beide Minister in einem Telefonat einig gewesen, teilte das Außenministerium in Moskau am Samstag mit. Die internationalen Experten sollten zudem einen ungehinderten Zugang zur Absturzstelle in der Ukraine erhalten. Darüber hinaus forderten sie eine transparente Untersuchung der Absturzursache des malaysischen Passagierjets. Beide wollten ihren Einfluss auf die Konfliktparteien nutzen, um die Gewalt zu beenden. Die Minister machten deutlich, dass es keine militärische Lösung des Ukraine-Konflikts gebe.

17.40 Uhr: Niederländische Ermittler haben nach dem Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine mit dem Sammeln von DNA-Vergleichsmaterial begonnen. Insgesamt 80 Beamte hätten seit Samstagmorgen in den Niederlanden "40 Adressen" aufgesucht, um Angehörige der Passagiere um Proben zu bitten, sagte ein Sprecher der forensischen Abteilung der niederländischen Polizei. In den kommenden Tagen sollten Angehörige aller 192 bei dem Absturz getöteten niederländischen Staatsbürger von den Experten besucht werden. Benötigt würden neben den DNA-Proben auch Informationen etwa über Operationsnarben, Tattoos oder die Haarfarbe der zu Identifizierenden. Das Passagierflugzeug der Malaysia Airlines war am Donnerstag mit 298 Menschen an Bord im umkämpften Osten der Ukraine abgestürzt. Unter den Toten sind auch vier Deutsche. Vieles deutet darauf hin, dass die Boeing 777 mit einer Boden-Luft-Rakete aus dem von den prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet abgeschossen wurde. Kiew macht daher die Rebellen verantwortlich, diese geben dagegen den ukrainischen Streitkräften die Schuld.

17.15 Uhr: Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines hat die Namen der Passagiere seines über der Ostukraine abgestürzten Fluges MH17 veröffentlicht. Zugleich wurden die Angehörigen und Freunde der Opfer am Samstag aufgefordert, sich mit der Airline in Verbindung zu setzen. Zwar arbeite man mit den jeweiligen Botschaften zusammen, doch sei es noch nicht in allen Fällen möglich gewesen, Familienangehörige ausfindig zu machen, teilte die Fluggesellschaft mit. Bei dem Absturz am Donnerstag waren alle 283 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder der Malaysia-Airlines-Boeing ums Leben gekommen - unter ihnen 193 Niederländer und vier deutsche Frauen.

17.10 Uhr: Der niederländische Außenminister Frans Timmermans ist nach dem Absturz des Linienflugzeugs mit zahlreichen Passagieren aus seinem Heimatland in der Ukraine eingetroffen. «Meine erste Priorität ist, unsere Leute nach Hause zu holen. Die Familien möchten ihre Verwandten begraben», sagte er am Samstag bei einem Treffen mit Präsident Petro Poroschenko in Kiew. Von den 298 Menschen an Bord des Fluges MH17 kamen 193 aus den Niederlanden.

17.00 Uhr: Die britische Regierung hat Russland vorgeworfen, nach dem Absturz der Passagiermaschine in der Ostukraine zu wenig zur Aufklärung beizutragen. «Wir bekommen nicht genug Unterstützung von den Russen», sagte der neue Außenminister Philip Hammond am Samstag. Russland nutze seinen Einfluss auf die Separatisten nicht ausreichend, um sie dazu zu bringen, die Absturzstelle zugänglich zu machen. Die USA gehen davon aus, dass prorussische Rebellen die Boeing der Malaysia Airlines abgeschossen haben.

16.05 Uhr: Wenige Tage nach der Verschärfung der US-Strafmaßnahmen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise hat Moskau Sanktionen gegen zwölf US-Militärs verhängt. Die Maßnahmen gelten führenden Verantwortlichen des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba und des früher von den USA im Irak betriebenen Gefängnisses Abu Ghraib, wie aus einer am Samstag auf der Website des russischen Außenministeriums veröffentlichten Liste hervorgeht. Für die zwölf Betroffenen gilt insbesondere ein Einreiseverbot nach Russland. Die Sanktionen sind offenbar eine Vergeltungsmaßnahme für US-Sanktionen, die Mitte der Woche wegen der Ukraine-Krise von Washington verhängt worden waren. Die USA hatten dabei für mehrere russische Unternehmen den Zugang zum US-Kapitalmarkt stark eingeschränkt. Acht russische Rüstungsfirmen strafte Washington mit Kontensperrungen.

16.00 Uhr: Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie würden eine Untersuchung der abgestürzten malaysischen Passagiermaschine massiv behindern. «Wir haben der OSZE zugesagt, weder die Flugschreiber zu entfernen noch Leichen abzutransportieren», sagte einer der Sprecher der Aufständischen, Sergej Kawtaradse, am Samstag in Donezk.

15.50 Uhr: Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist erneut der vollständige Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine verwehrt worden. Bewaffnete Separatisten behinderten die Arbeit der etwa 20 OSZE-Vertreter, wie ein Sprecher am Samstag mitteilte. Die Gruppe habe jedoch zumindest mehr Bewegungsfreiheit als am Vortag bekommen. Die OSZE-Mitarbeiter hätten dabei beobachtet, wie Leichen der insgesamt 298 bei dem Absturz ums Leben gekommenen Passagiere von Unbekannten in Plastiksäcke gepackt und an den Straßenrand gebracht wurden, sagte der Sprecher weiter.

15.45 Uhr: Hinterbliebene der Insassen des malaysischen Passagierflugzeugs, das im Osten der Ukraine abgestürzt ist, haben sich am Flughafen Amsterdam-Schiphol versammelt, um zum Absturzort zu reisen. Es sei aber "unklar", wann die Reise der Hinterbliebenen in das Konfliktgebiet starten könne, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft Malaysia Airlines am Samstag. Eine Maschine stehe zum Abflug bereit, aber der Zugang zum Absturzort sei nicht geklärt.

15.30 Uhr: Zwei Fachleute des Bundeskriminalamtes (BKA) sind am Samstag zur Bergung und Identifizierung der Absturzopfer in die Ukraine gereist. Ein BKA-Sprecher sagte der dpa am Samstag, die Mitglieder der Identifizierungskommission seiner Behörde seien um kurz nach 14.00 Uhr von Deutschland aus nach Kiew geflogen. Dort wollten sich die Deutschen mit einem größeren Team von Identifizierungsexperten aus den Niederlanden und voraussichtlich auch aus der Ukraine treffen und die Vorgehensweise besprechen. Die Lage sei recht unübersichtlich. Sowohl der genaue Einsatzort als auch die Führung der Mission müssten noch geklärt werden.

14.35 Uhr: Russland fordert die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen auf, internationalen Experten Zugang zur Absturzstelle des Flugzeugs zu gewähren. Dies sei für die Ermittlungen nötig, teilt das Außenministerium in Moskau mit.

14.18 Uhr: Als Reaktion auf US-Sanktionen kündigt Russland Strafmaßnahmen an. "Es werden definitiv Vergeltungsmaßnahmen ergriffen", sagt der Sprecher des Außenministeriums. Zuerst werde einer bestimmten Anzahl von US-Bürgern die Einreise nach Russland verwehrt.

13.31 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin telefonieren erneut wegen der Ukraine-Krise. Merkel drängt Putin, seinen Einfluss auf die prorussischen Separatisten zu nutzen. Beide sprechen sich für einen rasches Treffen der Kontaktgruppe aus, um eine Waffenruhe zu erzielen.

13.23 Uhr: Ermittler der internationalen Polizeiorganisationen Interpol und Europol sollen die Arbeit an der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine aufnehmen. Das teilte Europol in Amsterdam mit.

13.16 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben "zwingende Beweise", dass russische Staatsbürger das Flugabwehrsystem "Buk" bedient haben, mit dem die malaysische Passagiermaschine abgeschossen sein soll. Der Terrorakt sei mit Hilfe der Russischen Föderation verübt worden, sagt der Chef der Spionageabwehr.

13:14 Uhr: Ukrainische Rettungskräfte haben nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine bislang 186 Leichen entdeckt. Ein Großteil der rund 25 Quadratkilometer großen Absturzfläche sei bereits abgesucht worden, teilte ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums in Kiew am Samstag mit. Die prorussischen Rebellen hätten den Rettungskräften erlaubt, nach den Opfern zu suchen. "Aber sie haben nicht gestattet, dass irgendetwas aus dem Gebiet weggebracht wurde", sagte der Sprecher. "Die Rebellen haben alles weggebracht, was sie gefunden haben."

13.06 Uhr: Separatisten-Führer Alexander Borodai sagte, dass die Black-Boxes der malaysischen Maschine noch nicht gefunden wurden. "Wir rühren die Absturzstelle nicht an", sagte er in Donezk.

09:47 Uhr: Die ukrainische Regierung hat den prorussischen Separatisten vorgeworfen, die Untersuchung des Wracks der malaysischen Passagiermaschine massiv zu behindern. Experten aus Kiew hätten sich lediglich 30 Minuten unter Aufsicht bewaffneter Aufständischer an der Absturzstelle nahe Grabowo aufhalten dürfen, sagte Vizeregierungschef Wladimir Groisman am Samstag in Kiew. Er forderte die militanten Gruppen auf, einer internationalen Kommission den Zugang zu dem Wrack zu ermöglichen. Auch Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beklagen, sich an der Absturzstelle nicht frei bewegen zu können.

06:00 Uhr: Nach dem Abschuss einer Passagiermaschine im umkämpften Osten der Ukraine haben Deutschland, Frankreich und Polen eine sofortige Waffenruhe gefordert. Nur wenn Armee und Rebellen ihre Kampfhandlungen einstellten, sei eine sorgfältige Untersuchung an der Absturzstelle möglich, teilten die Außenminister des sogenannten Weimarer Dreiecks, Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius und Radoslaw Sikorski, in einer gemeinsamen Erklärung in der Nacht auf Samstag mit. Sollte sich herausstellen, dass die Maschine mit knapp 300 Menschen an Bord tatsächlich abgeschossen worden sei, müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

05.00 Uhr: Nach dem Flugzeugabschuss in der Ostukraine hält die Union einen UN-Blauhelmeinsatz mit deutscher Beteiligung in dem umkämpften Gebiet für denkbar. "Wir brauchen jetzt schnellstmöglich einen international überwachten Waffenstillstand", sagte Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Es könne nicht mehr so weiter gehen, dass es immer wieder Feuerpausen gebe, die nur von einer Seite eingehalten würden. "Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir über einen Blauhelmeinsatz unter dem Dach der Vereinten Nationen mit einem entsprechenden Mandat nachdenken müssen", erklärte Schockenhoff. Eine Beteiligung der Bundeswehr an einem solchen UN-Einsatz schloss er nicht aus: "Wenn eine solche Mission zustande kommen sollte, würde auch Deutschland gefragt sein."

02:40 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Ukraine-Krise und mögliche weitere Sanktionen gegen Russland beraten. In einer am Freitag vom US-Präsidialamt veröffentlichten Erklärung hieß es, Obama und Merkel seien sich einig darin gewesen, dass die Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Konflikts fortgesetzt werden sollten. Beide hätten aber auch ihre Absicht bekräftigt, in engem Kontakt zu bleiben und sich abzustimmen, welche zusätzlichen Schritte erforderlich sein könnten.

18. Juli

22.00 Uhr: Nach US-Präsident Barack Obama macht auch der britische Premierminister David Cameron die Separatisten in der Ukraine für den Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs über der Ukraine verantwortlich. Solange nicht noch überwältigende anderslautende Beweise ans Tageslicht kämen, sei es zunehmend wahrscheinlich, dass eine von den Separatisten abgefeuerte Rakete das Flugzeug zum Absturz gebracht habe, erklärte ein Sprecher Camerons am Freitagabend in London. Die bislang vorliegenden Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass eine Boden-Luft-Rakete von der Ortschaft Torez in einem von den Rebellen gehaltenen Gebiet abgefeuert worden sei. Unter den fast 300 Todesopfer waren seinen Angaben zufolge zehn Briten.

20.20 Uhr: Russland hat bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats die Verantwortung für den Absturz eines malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine zurückgewiesen. Stattdessen machte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin am Freitag in New York die Regierung in Kiew verantwortlich. Der Sicherheitsrat forderte in einer einstimmigen Erklärung eine "umfassende, gründliche und unabhängige internationale Untersuchung" des mutmaßlichen Abschusses der Boeing 777 von Malaysia Airlines. Tschurkin erklärte, Grund für die Eskalation sei die Offensive der ukrainischen Armee gegen die prorussischen Separatisten. Außerdem warf er der ukrainischen Regierung vor, zivile Flugzeuge über dem Kampfgebiet erlaubt zu haben: "Heute hat Kiew den Luftraum vollständig gesperrt. Warum konnten sie das nicht früher machen und nicht darauf warten, dass es hunderte Opfer gibt?"

20.00 Uhr: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) klagt über Behinderungen beim Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ukraine. Die in die Region entsandten OSZE-Mitarbeiter könnten sich nicht in dem Maße frei bewegen, wie es für ihre Arbeit nötig sei, sagte der OSZE-Vorsitzende Thomas Greminger der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem sei die Absturzstelle nicht abgeriegelt, sagte der Schweizer Diplomat. Das an die Absturzstelle entsandte Team aus 17 OSZE-Beobachtern habe sich rund 75 Minuten lang vor Ort aufgehalten und werde am Samstag abermals versuchen, vollen Zugang zu erhalten, sagte Greminger.

19.25 Uhr: Prorussische Separatisten haben internationalen Beobachtern den vollständigen Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine verwehrt. Die Beobachter könnten sich nicht uneingeschränkt bewegen, teilt die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien mit. Die Organisation hat etwa 20 Vertreter zu der Absturzstelle nahe Grabowo geschickt. Sie sollten über die Situation vor Ort berichten. Die Führung der Separatisten hatten ihnen zuvor freien Zugang zum Unglücksort zugesichert.

19.10 Uhr: Der deutsche Luftverkehrsrechtler Elmar Giemulla bezweifelt, dass es eine unabhängige Untersuchung des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine geben wird. «Wenn Rebellen das Flugzeug abgeschossen haben und damit eine mittelbare Schuld auf Russland lastet, dann unterstelle ich, dass Russland wenig geneigt ist, internationale Beobachter den Fall aufklären zu lassen», sagte Giemulla der Nachrichtenagentur dpa. Russland habe eine große Verantwortung, betonte der Honorarprofessor für Luftrecht an der Technischen Universität Berlin. «Wer Rebellen auf mittel- und unmittelbare Weise unterstützt, der muss sich hinterher den Vorwurf gefallen lassen, nicht ganz unbeteiligt gewesen zu sein an diesen schrecklichen Geschehnissen.»

19.00 Uhr: Nach dem Flugzeugabsturz in der Ostukraine hat sich die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für eine uneingeschränkte Aufklärung des Vorfalls ausgesprochen. Die Arbeit internationaler Beobachter an der Absturzstelle dürfe nicht behindert werden, teilte die Organisation nach einer Sondersitzung ihres Ständigen Rats am Freitag in Wien mit. Es dürften keine Gegenstände oder Trümmer vom Unglücksort entfernt werden. Dem Gremium aus 57 Nationen gehören auch Russland und die Ukraine an.

18.50 Uhr: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Abschuss eines Passagierflugzeugs mit fast 300 Menschen an Bord über der Ostukraine scharf verurteilt. «Dieser grauenhafte Vorfall muss mindestens ernsthafte und nachhaltige Anstrengungen für ein Ende der Kämpfe in der Ukraine nach sich ziehen», sagte Ban nach einer Mitteilung der Vereinten Nationen am Freitag in New York. Ban forderte zudem eine unabhängige Untersuchung der Katastrophe. Experten müssten sofort Zugang zur Unglücksstelle bekommen. Die Vereinten Nationen stünden zur Unterstützung der Untersuchung bereit.

18.25 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat den wahrscheinlichen Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine als "globale Tragödie" bezeichnet. "Ein asiatisches Flugzeug mit Bürgern vieler Länder an Bord wurde im Himmel über Europa zerstört", sagte Obama am Freitag in Washington. "Also muss es eine glaubwürdige internationale Untersuchung geben, was passiert ist." Der Tod von fast 300 Menschen sei "ein Skandal unsäglichen Ausmaßes". Der Präsident bestätigte, dass mindestens ein US-Bürger bei dem Absturz am Donnerstag getötet wurde

18.20 Uhr: Deutschland beteiligt sich an einem internationalen Einsatz zur Bergung und Identifizierung der mutmaßlich 295 Opfer des Flugzeug-Absturzes in der Ukraine. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilte, wird zunächst ein zweiköpfiges Team der Identifizierungskommission IDKO) entsandt, das gemeinsam mit Experten unter anderem aus den Niederlanden schnellstmöglich seine Arbeit vor Ort aufnehmen soll. Ziel ist es demnach, in enger Kooperation mit den örtlichen Behörden die weiteren Maßnahmen abzustimmen, um die Opfer sicher zu identifizieren und so den Angehörigen Gewissheit zu verschaffen.

18.00 Uhr: Nach dem Abschuss eines Passagierflugzeuges über der Ukraine hat US-Präsident Barack Obama eine sofortige Waffenruhe gefordert. Die Rakete, die das Flugzeug abgeschossen habe, sei aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden, sagte Obama am Freitag.

17.40 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat eine angebliche Verlegung von «Buk»-Flugabwehrsystemen in das ostukrainische Separatistengebiet strikt zurückgewiesen. Moskau habe weder den Abwehrkomplex noch sonstiges Kriegsgerät in das Nachbarland geschafft, sagte ein Sprecher am Freitag der Agentur Interfax. Mit einer «Buk»-Rakete könnte nach Meinung von Experten das malaysische Passagierflugzeug mit 289 Insassen abgeschossen worden sein.

17.28 Uhr: Fluglinien wie die Lufthansa, Air France und Delta erklärten nach dem Flugzeug-Unglück vom Donnerstag, den ostukrainischen Luftraum "bis auf Weiteres" zu meiden. Viele Fluggesellschaften leiteten allerdings bereits vor Monaten Flüge an dem Gebiet vorbei. Die Pilotenvereinigung Cockpit warnte derweil vor vorschnellen generellen Verboten.

17.05 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat den Verantwortlichen des Flugzeugabsturzes über der Ukraine mit Ächtung gedroht, sollten sich Hinweise auf einen Abschuss bewahrheiten. "Wenn sich im Zuge der Untersuchungen tatsächlich herausstellen sollte, dass eine der Konfliktparteien das Leben von Hunderten völlig Unbeteiligter auf dem Gewissen hat, so wäre das eine Untat außerhalb jeder Vorstellungskraft", sagte Steinmeier am Freitag bei einem Besuch in Mexiko-Stadt. "Diejenigen, die das zu verantworten hätten, haben kein Recht mehr, ihre eigenen Anliegen im Namen der Menschlichkeit einzufordern."

17.00 Uhr: Die USA halten eine Beteiligung russischer Waffenexperten am mutmaßlichen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs über der Ukraine für denkbar. Die amerikanische UN-Botschafterin Samantha Power sagte am Freitag im UN-Sicherheitsrat, aufgrund des technisch hochkomplexen Systems der Luftabwehrraketen sei es unwahrscheinlich, dass die Separatisten dieses ohne Unterstützung durch geschultes Personal hätten einsetzen können. "Deshalb können wir eine technische Unterstützung durch russisches Personal nicht ausschließen", sagte Power.

16.50 Uhr: Die über der Ostukraine abgestürzte Passagiermaschine mit 298 Menschen an Bord ist nach Informationen der USA wahrscheinlich von einer Boden-Luft-Rakete aus dem von prorussischen Separatisten besetzten Gebiet abgeschossen worden. «Wir können nicht ausschließen, dass russisches Personal beim Betrieb dieser Systeme geholfen hat», sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power.

16.40 Uhr: Die EU-Kommission hat nach dem Absturz von Flug MH 017 über der Ostukraine mit 298 Menschen an Bord das Krisengremium für die Europäische Luftfahrt (EACCC) einberufen. Die Gruppe sei aktiviert worden, um die Auswirkungen auf den Luftverkehr zu koordinieren, sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Siim Kallas, am Freitag in Brüssel. Aufgabe der Gruppe ist es, die Sicherheit von Flügen zu garantieren.

15.59 Uhr: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) fordert eine umfassende und unabhängige internationale Untersuchung des Absturzes.

15.37 Uhr: Etwa 30 Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sind nach deren Angaben per Hubschrauber am Ort des Absturzes eingetroffen.

15.24 Uhr: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, Elmar Brok (CDU), fordert eine schärfere Kontrolle der Grenze zwischen Russland und der Ukraine. "Russland muss jetzt seine Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen und dafür sorgen, dass die Grenze zur Ukraine ordentlich und nach internationalen Standards kontrolliert wird, um den Transport von Waffen in die Ostukraine zu stoppen", sagt Brok. Die ukrainischen Behörden sollten die Grenze ebenfalls wirkungsvoll kontrollieren, wozu es der Hilfe der OSZE bedürfe.

15:00 Uhr: Ein Team britischer Polizisten soll bei der Bergung von Leichen aus dem Wrack des mutmaßlich abgeschossenen Passagierjets in der Ostukraine helfen. Premierminister David Cameron folge damit einer Bitte seines niederländischen Amtskollegen Mark Rutte, teilte die britische Regierung am Freitag mit.

14:52 Uhr: Auch die Bundeswehr durchfliegt nach dem Absturz eines Passagierjets bis auf Weiteres nicht mehr den ukrainischen Luftraum. Das teilte das Einsatzführungskommando mit. Der für Freitag geplante Flug eines Bundeswehr-Airbus von Köln nach Termes/Usbekistan an der Grenze zu Afghanistan sei verschoben worden. Dadurch komme es zu Verzögerungen beim Personalwechsel des deutschen Einsatzkontingentes innerhalb der Internationalen Schutztruppe Isaf. Derzeit würden alternative Flugrouten geprüft und geplant, hieß es.

14:46 Uhr: Papst Franziskus trauert um die Opfer des Flugzeugabschusses in der Ostukraine. «Der Papst betet für die zahlreichen Opfer des Unfalls und ihre Angehörigen», teilte der Vatikan am Freitag mit. Franziskus bekräftigte die Forderung an die Konfliktparteien in der Region, sich um Verhandlungslösungen zu bemühen, um den Verlust weiterer Menschenleben zu vermeiden.

14.31 Uhr: Die Boeing 777 flog nach Angaben von Malaysia Airlines niedriger als eigentlich geplant. Beantragt sei eine Flughöhe von 35.000 Fuß (10.700 Meter) gewesen. Die ukrainische Flugsicherung habe aber angewiesen, auf 33.000 Fuß zu fliegen.

14:29: Bundespräsident Joachim Gauck hat mit Bestürzung auf den Flugzeugabsturz in der Ostukraine reagiert. «Deutsche und Malaysier sind im Augenblick der Trauer um die Opfer aufs Engste verbunden», versicherte das deutsche Staatsoberhaupt in einem Kondolenztelegramm an den malaysischen König Tuanku Abdul Halim Mu'adzam Shah. Dem niederländischen König Willem-Alexander sprach Gauck nach Angaben des Präsidialamts telefonisch sein Beileid aus.

14.28 Uhr: In der abgestürzten Maschine gab es nach Angaben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines keinen Defekt. Bis zum Verschwinden der Maschine hätten alle Systeme normal funktioniert, erklärt das Unternehmen.

14:08: Der russische Präsident Wladimir Putin hat die ukrainische Regierung und die Separatisten im Osten des Landes zu einer Waffenruhe aufgefordert. Damit sollten Verhandlungen ermöglicht werden, sagte Putin.

13:45 Uhr: Großbritannien will die Schuldigen am Absturz des Passagierjets in der Ostukraine schnell zur Verantwortung ziehen, falls das Flugzeug tatsächlich abgeschossen wurde. Das erscheine möglich, sagte Premierminister Cameron nach einem Treffen des Sicherheitskabinetts am Freitag. Unter den 298 Menschen, die bei dem Unglück am Donnerstag starben, waren neun Briten. «Das ist ein absolut schockierender Vorfall. Er darf nicht hingenommen werden», sagte Cameron.

12:55 Uhr: Die Ukraine weist Vorwürfe zurück, die malaysische Passagiermaschine abgeschossen zu haben. Das Flugzeug habe sich außerhalb der Reichweite ukrainischer Luftabwehrsysteme befunden, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew. Raketen seien zudem grundsätzlich nicht während des Einsatzes gegen die prorussischen Separatisten eingesetzt worden.

12:30: Die Allianz muss womöglich für die abgestürzte Passagiermaschine der Malaysia Airlines haften. Der Münchner Dax-Konzern teilte am Freitag mit, der Hauptversicherer des Jets zu sein. Es sei zwar noch zu früh für konkrete Aussagen. Die Allianz wolle ihrem Kunden aber so umfangreich und so schnell wie möglich helfen.

12:12: Die Lufthansa meidet den ostukrainischen Luftraum "bis auf Weiteres". Schon am Donnerstagabend seien vier Flüge der Fluglinie deshalb umgeleitet worden, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Wegen der alternativen Flugrouten habe es "geringe Verspätungen" gegeben. Diese hätten im Bereich von rund 20 Minuten gelegen.

11.45 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA zum Zeitpunkt des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine Radar-Aktivitäten einer ukrainischen Raketen-Stellung registriert. Dabei habe es sich um ein Raketensystem vom Typ "Buk" gehandelt, das zur Abwehr von Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Marschflugkörpern dient.

11.35: Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk hat den Separatisten eine massive Behinderung der Helfer an der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs vorgeworfen. «Diese Banditen lassen eine Untersuchung der Tragödie durch unsere Leute nicht zu», sagte Jazenjuk am Freitag in Kiew.

11.24: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu einer Waffenruhe aufgerufen. "Es geht jetzt darum, dass schnellstmöglich eine unabhängige Untersuchung eingeleitet wird. Dazu ist ein Waffenstillstand notwendig", sagte Merkel am Freitag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Die Kanzlerin betonte, es sprächen sehr viele Indizien dafür, dass die Maschine abgeschossen worden sei. Die Angelegenheit müsse sehr ernst genommen werden. Auch müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

11:05 Uhr: Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben nach Kenntnis ukrainischer Behörden keine Raketenflugabwehrsysteme vom Typ «Buk» für den Abschuss von Flugzeugen in ihrem Besitz gehabt. Die Aufständischen hätten - anders als von ihnen selbst im Juni behauptet - keine einsatzfähigen Waffensysteme dieser Art erobert, sagte der ukrainische Generalstaatsanwalt Witali Jarema am Freitag in Kiew Medien zufolge. Aus Sicht der Ukraine führt die Spur nach Russland.

10:35 Uhr: Die malaysische Regierung kündigt an, ein Team von 62 Katastrophen-Experten in die Ukraine zu entsenden. Sollte das Flugzeug abgeschossen worden sein, wäre das ein Angriff auf die Menschenwürde, sagte der Transportminister. Die Regierung unterstütze Überlegungen zu einer unabhängigen Untersuchung.

10:10 Uhr: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat die internationale Gemeinschaft zum Schutz vor dem „Aggressor“ Russland aufgerufen. „Die ganze Welt hat das wahre Gesicht des Aggressors gesehen“, sagte Poroschenko in einer Ansprache an die ukrainische Bevölkerung. „Der Abschuss eines zivilen Flugzeuges ist ein Akt des internationalen Terrorismus, der sich gegen die ganze Welt richtet“, sagte er einem am Freitag von der Präsidialverwaltung in Kiew veröffentlichen Manuskript zufolge. Der Absturz des malaysischen Flugzeuges mit fast 300 Menschen an Bord im Konfliktgebiet Ostukraine sei eine Herausforderung für die gesamte Welt, betonte er. „Die Aggression von außen gegen die Ukraine ist nicht nur unser Problem. Das ist eine Bedrohung für die europäische und weltweite Sicherheit“, sagte der prowestliche Staatschef weiter. Gemeinsame Anstrengungen seien nötig im Kampf gegen Russland. Von russischer Seite aus würden ukrainisches Gebiet und Flugzeuge beschossen sowie Kriegstechnik und Kampfprofis geschickt. Poroschenko berichtete auch von abgehörten Gesprächen, bei dem ein Separatistenführer mit dem Abschuss des Passagierflugzeuges geprahlt habe – in einer Unterhaltung mit seinem „russischen Kurator“ Wassili Geranin vom Militärgeheimdienst GRU beim Generalstab in Moskau.

09:45 Uhr: Nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine haben die prorussischen Separatisten in der Ostukraine eine zwei- bis viertägige Waffenruhe zur Untersuchung der Ursache angekündigt. Die Feuerpause solle bei Konsultationen der internationalen Kontaktgruppe um 11.00 Uhr MESZ vereinbart werden, teilte Separatistenführer Andrej Purgin am Freitag der Agentur Interfax zufolge mit. Es gilt als sicher, dass die Boeing mit 298 Menschen an Bord abgeschossen wurde. Durch die Waffenruhe sollten internationale Experten in das Gebiet Donbass gelassen werden, um die Absturzursache aufzuklären. Purgin sagte, dass die Leichen in einem Radius von zwölf Kilometern verstreut seien.
09:40 Uhr: Die ukrainische Regierung sperrt den Luftraum über den Teilen der Ostukraine, in denen ihre Soldaten gegen prorussische Separatisten vorgehen und wo am Donnerstag das malaysische Passagierflugzeug mutmaßlich abgeschossen wurde.

09:30 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin spricht sich in einem Telefonat mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte für eine unabhängige Untersuchung des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine aus. Zahlreiche der 298 ums Leben gekommenen Passagiere waren Niederländer.

09:20 Uhr: Einige internationale Fluggesellschaften umfliegen schon seit Wochen die umkämpften Krisengebiete in der Ostukraine. Nach einer Zusammenstellung der Zeitung «New York Times» vom Freitag mieden beispielsweise Air France und British Airways ukrainisches Gebiet, während Flüge der Malaysia Airlines, der niederländischen KLM, der Thai Airways sowie der Lufthansa bislang noch durch den ukrainischen Luftraum geführt worden waren. Auch die polnische Airline LOT gab am Freitag an, schon länger an der Ukraine vorbei zu fliegen. Die Lufthansa und andere Fluggesellschaften reagierten umgehend auf den Absturz und änderten ihre Flugrouten nach Asien. Der ostukrainische Luftraum werde bis auf weiteres weiträumig umflogen, sagte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt. Laut der russischen Agentur Itar-Tass meiden bereits seit Ausbruch der Ukraine-Krise vor Monaten die Flugzeuge von Singapore Airlines, Finnair, Korean Airlines und Asiana ukrainischen Luftraum.

09:00 Uhr: Unter den 298 Opfern des Flugzeugabsturzes über der Ostukraine ist auch der international bekannte Aids-Forscher Joep Lange. Der Niederländer sollte an einer internationalen Aids-Konferenz in Melbourne teilnehmen. Ein Sprecher des Universitätskrankenhauses Amsterdam sagte am Freitag: «Alle Angaben weisen daraufhin, dass er in der Maschine saß, gemeinsam mit seiner Partnerin Jacqueline van Tongeren.» Das Krankenhaus will vor einer offiziellen Bestätigung die Veröffentlichung der Passagierliste der Fluggesellschaft Malaysia Airlines abwarten. Freunde des Forschers meldeten den Tod des Forschers auf Facebook. Lange galt als einer der führenden Forscher des Aids-Virus HIV.

08:15 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben Telefongespräche abgehört, in denen prorussische Aufständische den Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs eingestehen sollen. Wenige Minuten nach dem Absturz der Boeing 777-200 mit 298 Menschen an Bord hätten die Separatisten dem russischen Militär übermittelt, dass Kosaken-Milizen das Flugzeug getroffen hätten. Möglicherweise seien die Aufständischen davon ausgegangen, auf ein ukrainisches Militärflugzeug vom Typ Antonow An-26 zu schießen. Der ukrainische Geheimdienst SBU veröffentlichte die Telefonate, deren Wahrheitsgehalt sich nicht überprüfen lässt.

08:00 Uhr: Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine wollen Ermittler offenbar zu der Absturzstelle von Flug MH17 lassen. Sie hätten eine entsprechende Garantie abgegeben, teilte die Ukraine-Kontaktgruppe mit Vertretern aus Kiew, Moskau und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Freitag mit. Die Maschine der Malaysian Airlines mit 298 Menschen an Bord war nach erster Einschätzung der US-Geheimdienste am Donnerstag von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden.

08:02 Uhr: Rettungskräfte finden nach Angaben eines Reuters-Kameramanns einen zweiten Flugschreiber der mutmaßlich abgeschossenen malaysischen Passagiermaschine. Prorussische Separatisten hatten nach eigenen Angaben am Donnerstag ebenfalls eine sogenannte Black Box gefunden.

05:06 Uhr: Das US-Präsidialamt fordert die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Dadurch solle rasche eine unabhängige Untersuchung des Absturzes einer Passagiermaschine im Osten des Landes ermöglicht werden, erklärt ein Sprecher. Dabei könnten die Vereinten Nationen und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine wichtige Rolle spielen.

03:22 Uhr: Der australische Ministerpräsident Tony Abbott macht prorussische Separatisten für den Absturz verantwortlich. Es sehe so aus, dass "von Russland unterstützte Rebellen" hinter dem Abschuss des Flugzeugs stünden. An Bord der Maschine waren nach Angaben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines auch mindestens 27 Australier. (FR/dpa/afp/rtr)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Ukraine

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen