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Terrorverdächtiger gefasst FBI verhindert Anschlag mit Modellflugzeug

Er wollte mit Sprengstoff gefüllte Modellflugzeuge in das US-Verteidigungsministerium und den Kongress rasen lassen - jetzt haben die US-Behörden einen 26-Jährigen verhaftet.

Ein solches Modellflugzeug wollte der Verdächtige als Waffe nutzen. Das Foto wurde am Mittwoch vom US-Justizministerium verbreitet. Foto: Reuters

US-Fahnder haben am Mittwoch in Boston einen Mann festgenommen, der mit ferngesteuerten Miniflugzeugen einen Anschlag auf das Pentagon, den Sitz des Verteidigungsministeriums, und das Kapitol, den Sitz des US-Parlaments, in Washington verüben wollte. Das teilte die US-Bundespolizei FBI am Mittwoch mit. Nach der Sprengstoffattacke wollte er mit Handfeuerwaffen auf die fliehenden Menschen schießen. Sein Ziel: möglichst viele US-Amerikaner zu töten. Die Ermittler werfen ihm außerdem vor, das Terrornetzwerk Al-Kaida mit Material versorgt zu haben, um damit Anschläge gegen US-Basen im Ausland zu unternehmen.

Das US-Justizministerium beruhigte nach der Festnahme die Öffentlichkeit: Der 26-Jährige habe die ganze Zeit unter Beobachtung von Undercover-Agenten des FBI gestanden, die Öffentlichkeit sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.

Der Mann ist US-Bürger, hat einen Abschluss der Bostoner Northeastern Universität in Physik und kommt aus Ashland im US-Bundesstaat Massachusetts. Anfang 2010 begann er offenbar, seine Teilnahme am internationalen Dschihad gegen die USA zu planen. Laut FBI kaufte er Handys und baute sie zu elektronischen Zündern für Bomben um. Diese Geräte bot er Undercover-Agenten an, die er für Verbindungsmänner des Netzwerks Al-Kaida hielt. Sie hielten ihn in dem Glauben, die Mobiltelefone seien für Attentate gegen US-Soldaten gedacht. Bei einem Treffen im Juli 2011 übermittelten ihm die FBI-Ermittler die Nachricht, mit seinen Zündern seien bei einem Anschlag drei US-Soldaten getötet und vier oder fünf verletzt worden. Er habe befriedigt gewirkt und geantwortet, "das war es, was ich wollte", so die Bundespolizei.

Elf Kilo Sprengstoff

Von Januar 2011 an reifte dann offenbar der Plan in dem 26-Järigen, das Pentagon anzugreifen. Seine Idee: Modellflugzeuge zu kleinen Drohnen umzubauen, die, mit Sprengstoff gefüllt und per GPS gelenkt zur tödlichen Waffe würden. Laut FBI nahm er im April zusätzlich das Kapitol ins Visier. Im Mai reiste er nach Washington, um seine Ziele auszukundschaften. Zurück zu Hause teilte er den Verbindungsmännern mit, er wolle ein Team von sechs Todesschützen aufbauen, einer davon er selbst, die nach den Sprengstoffattacken die Fliehenden zusammentreiben und auf sie schießen sollten.

Von Mai bis September besorgte er die nötigen Gerätschaften für seinen Plan, darunter ein ferngesteuerter Flieger vom Typ F-86 Sabre. In Framingham im US-Bundesstaat Massachusetts mietete er einen Lagerraum, um die Flugzeuge zusammenzubauen.

Die Ermittler standen offenbar die ganze Zeit in Kontakt zu dem Terrorverdächtigen. Unter anderem übergab er den Undercover-Agenten USB-Sticks mit den detaillierten Daten zu seinen Plänen. Bei ihnen bestellte er auch den Sprengstoff und die Waffen. Am gestrigen Mittwoch erhielt er von den FBI-Agenten rund elf Kilogramm angeblichen Sprengstoffs, sechs AK-47 Kalaschnikow-Sturmgewehre sowie drei Granaten. Unmittelbar danach wurde er festgenommen.

In den vergangenen Jahren hat das FBI zunehmend auf Undercover-Operationen gesetzt, um Terrorverdächtiger habhaft zu werden. Aus Sicht der Behörden ist diese Methode besonders effektiv, um Anschläge zu verhindern. Opferanwälte haben jedoch in der Vergangenheit wiederholt die Verstrickung von Ermittlern kritisiert. Im aktuellen Fall hatte der Verdächtige von den Agenten sogar das Geld bekommen, um seine Drohnen zu bauen.

Der Verdächtige habe nie an seinem Plan gezweifelt, auch dann nicht, als seine Kontaktmänner ihn damit konfrontierten, dass er vermutlich Frauen und Kinder töten werden, so das FBI am Mittwoch. Den US-Agenten gegenüber bezeichnete er US-Bürger demzufolge als "Feinde Allahs" und erklärte, sein Wunsch, die USA zu attackieren sei so stark, dass er nicht mehr zurückkönne. Dem Mann drohen im Falle einer Verurteilung mehrere Jahrzehnte Haft. Seine Anwältin hat sich US-Medienberichten zufolge noch nicht geäußert.

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