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Terrorgruppe Algerien Islamisten enthaupten französische Geisel

Beim Wandern in Algerien wurde er entführt, nun haben ihn Islamisten in Algerien mit Kontakten zur IS-Terrormiliz getötet. Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigt die Enthauptung der Geisel.

A road sign is pictured at the village of Ait Ouabane, where a Frenchman was kidnapped by militants on Sunday, southeast of Algiers
Hier wurde der französische Bergführer am Sonntag verschleppt. Foto: REUTERS

Die sich zum „Islamischen Staat“ (IS) bekennenden algerischen „Soldaten des Kalifats“ haben ihre Drohung wahrgemacht und den Franzosen Hervé Gourdel (im Bild) ermordet. Das Mittwochnachmittag verbreitetes Internet-Video „Blutbotschaft an die französische Regierung“ zeigt die Enthauptung des aus Nizza stammenden Bergführers, den die Terroristen am Sonntagabend östlich von Algier in ihre Gewalt gebracht hatten.

Am Dienstagabend war ein 24-stündiges Ultimatum der Entführer abgelaufen. Paris sollte die Luftangriffe auf Stellungen des IS beenden, sonst werde man der Geisel die Kehle durchschneiden, hatten die Terroristen angekündigt.

Staatschef François Hollande bestätigte Mittwochabend die Echtheit des Videos. Die Entführer hätten Gourdel „feige und grausam ermordet“, sagte Hollande während der UN-Vollversammlung in New York. Hollande will nun erst recht hart bleiben; schon tags zuvor hatte er klargestellt, dass Frankreich „keiner Erpressung, keinem Druck und keinem Ultimatum nachgeben wird“.

Kurz vor der Verbreitung des Videos hatte der französische Regierungschef Manuel Valls in Paris den Einsatz im Nahen Osten im Parlament gerechtfertigt: „Unsere nationale Sicherheit steht auf dem Spiel in einem Ausmaß, wie dies in den vergangenen Jahren noch nie der Fall war.“

Mehr als 1500 algerische Soldaten sowie eine französische Spezialeinheit waren am Mittwoch im Einsatz gewesen, um den in den Bergen der Kabylei verschleppten Franzosen zu retten. Der 55-jährige Vater zweier Kinder war am Samstag in der unwegsamen, Region eingetroffen, die er mit algerischen Wanderfreunden erkunden wollte.

Anführer der „Soldaten des Kalifats“, einer jahrelang zu „Al-Kaida im Islamischen Maghreb“ gehörenden, Mitte Juli dann zum IS übergelaufenen Gruppe ist der in Algier in Abwesenheit zum Tode verurteilte 37-jährige Gouri Abdelmalek, Regionalkommandant des zentralen Maghreb bei Al-Kaida.

Das die Ermordung Gourdels zeigende Video ähnelt den IS-Videos von der Hinrichtungen der US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie des britischen Entwicklungshelfers David Haines. Es beginnt mit Auszügen aus der Pressekonferenz Hollandes, auf der er vergangenen Donnerstag Luftangriffe im Irak angekündigt hatte. Es folgen Bilder des Franzosen. Sie zeigen ihn kniend, die Hände auf den Rücken gebunden, umgeben von vier Vermummten. Gourdel versichert Frau und Kinder seiner Liebe. Einer der Männer liest eine Erklärung vor, in der „kriminelle französische Kreuzfahrer“ einer „Intervention gegen die Muslime Algeriens, Malis und des Irak“ bezichtigt werden. Der Tod der Geisel, sagt der Sprecher, sei „Unterstützung für das Kalifat“.

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