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Terroranschlag in Manhattan Keine Anzeichen für breitere Verschwörung

1. UpdateEin Pick-up-Truck rast in Manhattan in Fußgänger und Fahrradfahrer. Acht Menschen sterben, elf werden verletzt. Die Stadt reagiert gemäßigt und ruhig.

Police investigate the scene of a pickup truck attack on the West Side Highway in Manhattan, New York
Die New Yorker Polizei untersucht den Tatort. Ein Pick-Up war in Passanten gefahren. Foto: rtr

Es war ein ungewöhnlich schöner Herbstabend am Hudson River, die tiefstehende Sonne warf ein warmes, klares Licht durch die Bäume entlang der Uferpromenade von Manhattan, während der Fluss gläsern und ruhig dem Atlantik entgegen rollte. Eine friedliche Stille lag über der Szenerie, so friedlich, dass es unheimlich wirkte.

An jedem anderen Spätnachmittag herrscht hier ein dichtes Gedränge von Skatern, Joggern und eiligen Fahrradpendlern, doch am Dienstag war das Ufer fast menschenleer. Nur vereinzelte Läufer waren unterwegs, und ein paar wenige unbeirrte Radfahrer. „Es war mir wichtig, meine normale Route zu nehmen“, sagte Brian Sullivan, der von seinem Büro in Midtown aus zur Fähre nach New Jersey fuhr.

Die Halloween Parade fand statt

Sullivan wollte sich selbst und der Welt bewiesen, dass er sich von nichts und niemandem aus dem Takt bringen lässt, so, wie New Yorker das seit 9/11 der Welt beweisen. Nur zwei Stunden vor seinem Feierabend waren keine anderthalb Kilometer von hier, auf dem Radweg entlang des Flusses, von einem usbekischen Attentäter acht Menschen mit einem Lastwagen ermordet und elf weitere schwer verletzt worden. Die Stadt hielt entsetzt den Atem an, schüttelte sich kurz und ging dann weiter ihren Verrichtungen nach.

So bestand Bürgermeister DeBlasio darauf, dass nach Einbruch der Dunkelheit im Greenwich Village, keine zehn Spazierminuten von der Szene des Attentats entfernt, die Halloween Parade abgehalten wird – eines der größten Spektakel des Jahres, mit bis zu zwei Millionen Zuschauern. „Wir lassen uns von Gewalttaten nicht einschüchtern“, sagte De Blasio in seiner Stellungnahme.

Kurz darauf marschierte DeBlasio, Arm in Arm mit dem New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo, an der Spitze der Parade die Sixth Avenue hinauf. Und die New Yorker folgten ihm bereitwillig. Die anfangs etwas gedämpfte Stimmung im Greenwich Village schlug rasch in die gewohnt ausgelassene Party-Atmosphäre um, die stets die Halloween – Parade umweht. Brasilianische Samba-Tänzer wurden von einer ganzen Kompanie von Frauen in Wonder Woman Kostümen gefolgt, die Menschen standen drei Reihen dicht auf dem Bordstein und ließen sich von der Euphorie des Augenblicks mitreissen.

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