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Spanien Barcelona hat keine Angst

Hunderttausende protestieren gegen extremistische Gewalt. In Brüssel und London gibt es Anti-Terror-Ermittlungen.

27.08.2017 19:12
Barcelona
In Barcelona danken die Menschen der Polizei und den Rettungskräften mit Unmengen von Blumen für ihren Einsatz nach dem Terroranschlag auf den Ramblas. Foto: afp

Zehn Tage nach dem Anschlag in Barcelona ist eine Deutsche ihren Verletzungen erlegen. Die 51 Jahre alte Frau sei am Sonntag im Krankenhaus in Barcelona gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden der spanischen Region Katalonien mit. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten bei den Anschlägen von Barcelona und Cambrils auf 16.

Beim Anschlag einer islamistischen Terrorzelle mit einem Lieferwagen auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas und einer Attacke im Küstenort Cambrils waren am 17. August und in der Nacht auf den 18. August auch mehr als 120 Menschen verletzt worden. Nach dem Tod der Deutschen, die auf den Ramblas vom Tatfahrzeug erfasst wurde, werden nach Angaben der Behörden noch weitere 24 Verletzte in Krankenhäusern behandelt. Fünf von ihnen seien noch in kritischem Zustand. 

Massendemonstration in Barcelona

Hunderttausende Menschen demonstrierten am Samstag in der Mittelmeermetropole gegen Terror und extremistische Gewalt. Angeführt wurde der Protestzug von Sanitätern, Polizisten, Feuerwehrleuten und Menschen, die sich nach dem Attentat um die Verletzten gekümmert hatten. Immer wieder riefen die Demonstranten die Parole „Ich habe keine Angst“. Dies war auch das Motto der Massenkundgebung auf der Plaza Cataluna.

Miriam Hatibi, Repräsentantin der muslimischen Stiftung Ibn Battutta, sowie die bekannte katalanische Schauspielerin Rosa Maria Sarda riefen zu gesellschaftlichem Zusammenhalt gegen den Terror und für ein friedliches Zusammenleben auf. Viele Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie „Islam ist Frieden. Wir sind Muslime, keine Terroristen“ oder „Keine Chance der Islamophobie“.

Buhrufe für König Felipe

Mehrere Tausend katalanische Separatisten nutzten die Anwesenheit von Spaniens König Felipe VI. und der Vertreter der spanischen Zentralregierung, um für eine staatliche Unabhängigkeit der Region und gegen die spanische Regierung zu protestieren. Diese stellt sich gegen ein für den 1. Oktober geplantes Unabhängigkeitsreferendum. In der Menge hinter den versammelten Politikern wehten Tausende katalanischer Unabhängigkeitsflaggen. Während König Felipe und Ministerpräsident Mariano Rajoy ausgepfiffen und ausgebuht wurden, gab es für Kataloniens separatistischen Ministerpräsidenten Carles Puigdemont großen Jubel. 

Am Wochenende stand Brüssel erneut im Fokus des Terrors. Der „Islamische Staat“ (IS) bekannte sich zu einer Messerattacke auf eine Militärpatrouille am Freitagabend in der Brüsseler Innenstadt. Zwei Soldaten wurden leicht verletzt. Der Angreifer wurde angeschossen und starb später im Krankenhaus. Die Ermittler stuften die Attacke als „versuchten terroristischen Mord“ ein. Der Belgier somalischer Herkunft habe „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen, als er auf die Soldaten losging. 

Auch nach einem Zwischenfall vor dem Buckingham-Palast in London übernahmen Beamte einer britischen Anti-Terror-Einheit die Ermittlungen. Polizisten hatten am Freitagabend einen Mann festgenommen, der sein Auto unerlaubt anhielt und ein Schwert im Fahrzeug hatte. Scotland Yard meldete am Sonntag die Festnahme eines zweiten Verdächtigen. 
In London hatten Anfang Juni drei Männer Passanten mit einem Lieferwagen und mit langen Messern angegriffen und acht Menschen getötet. (dpa/kna)

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