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San Francisco US-Polizei vereitelt offenbar Terroranschlag

Der Terrorverdächtige soll Sympathien für den IS geäußert haben. In seiner Wohnung finden die Ermittler Waffen und einen Brief.

23.12.2017 05:53
San Francisco
Der beliebte Pier 39 mit zahlreichen Touristenattraktionen im Nordosten San Francisco sollte wohl das Anschlagsziel sein. Foto: afp

 Durch den Einsatz verdeckter Ermittler hat die US-Bundespolizei FBI nach eigenen Angaben einen schweren Anschlag an den Weihnachtstagen vereitelt. Sie nahm am Freitag einen 26-jährigen Dschihadisten fest, der bei einem Terroranschlag auf ein beliebtes Ausflugsziel in San Francisco Zivilisten töten wollte, wie es in einer Erklärung hieß. Der Ex-Soldat habe einen verdeckten FBI-Ermittler, der sich als Vertreter der Dschihadistenmiliz IS ausgegeben habe, in seine Pläne eingeweiht.

Dem festgenommenen Lkw-Fahrer Everitt Aaron J. drohen nun 20 Jahre Haft. Als Anschlagsziel habe er den Pier 39 in San Francisco ausgewählt - eine bei Ausflüglern beliebten Uferpromenade, die jedes Jahr von rund zehn Millionen Menschen besucht wird.

Der verdeckte Ermittler gab seine Erkenntnisse vor Gericht zu Protokoll: Demnach habe J. eine Explosion auslösen wollen, um dann Zivilisten wahllos mit Schusswaffen oder einem Fahrzeug zu töten. Der Verdächtige habe dem Ermittler gegenüber ausgesagt, „dass die USA einen weiteren Anschlag wie in New York oder San Bernardino verdient hätten“.

Früher beim US-Militär

Das Attentat hätte im Zeitraum zwischen dem 18. und 25. Dezember stattfinden sollen. „Weihnachten wäre ein perfekter Tag für den Angriff“, habe J. gegenüber dem Ermittler ausgesagt. Einen Fluchtplan habe er nicht entwickelt, weil er bereit gewesen sei zu sterben. Bei einer Hausdurchsuchung am Mittwoch seien ein Testament, Waffen und Munition gefunden worden.

Ein Distriktgericht in Kalifornien setzte ein Verfahren gegen J. in Gang. Der Vorwurf lautet auf Unterstützung einer ausländischen Terrororganisation.

Der Festgenommene war früher beim US-Militär. 2009 sei er bei den Marineinfanteristen eingetreten und habe dort eine Ausbildung zum Scharfschützen erhalten, hieß es in Gerichtsunterlagen. Er sei vorzeitig entlassen worden, weil er eine Asthma-Erkrankung verschwiegen habe.

Nach dem Ausscheiden aus dem Militär habe J. „radikale dschihadistische Meinungen“ vertreten, erklärte das FBI. Diese habe er unter anderem im Internetnetzwerk Facebook geäußert. „Der Verdächtige habe „unter Beobachtung des FBI gestanden, und für die Bevölkerung bestand nie eine unmittelbare Gefahr“, erklärte das FBI.

US-Justizminister Jeff Sessions begrüßte den Fahndungserfolg. „Die Gefahr durch den radikalem islamischen Terrorismus ist real und ernst“, erklärte Sessions. Die Ermittler hätten „unglaubliche“ Arbeit geleistet.

Der Vater des Festgenommenen wies gegenüber der Lokalpresse die Anschuldigungen gegen seinen Sohn zurück. Dieser zähle zu der „sanften und netten Sorte Muslime“, sagte er der Zeitung „Merced Sun Star“. Beim FBI müsse ein Fehler passiert sein: „Ich weiß, dass mein Sohn niemandem etwas zuleide tun würde, er würde unschuldigen Menschen so etwas nie antun.“ (afp)

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