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New York City Verletzte bei versuchtem Anschlag

Ein Attentäter wollte Pendler in New York mit einem selbstgebautem Sprengsatz angreifen und sich wohl selbst töten. Die New Yorker reagieren gefasst - aber ein Unbehagen bleibt.

Explosion in New York
Polizisten stehen in der Nähe einer U-Bahn-Station am Times Square in New York. Foto: dpa

Der finstere Fußgängertunnel, der das Bus Terminal an der 8th Avenue mit der U-Bahn Station Times Square verbindet, ist für New Yorker Pendler schon an gewöhnlichen Tagen ein beklemmender Ort. Wenn Tausende gehetzte Werktätige sich hier im Berufsverkehr durchdrängeln, ist es schwer, keine Platzangst zu bekommen.

Am Montagmorgen um 7.20 Uhr, als gerade die Massen zur neuen Arbeitswoche in die Stadt zu strömen begannen, verwandelte sich der Durchgang jedoch in eine wahrhaftige Hölle. Passanten hörten einen ohrenbetäubenden Knall und sahen Blitze aus dem Tunnel schießen, darauf folgten Schreie und eine panische Flucht.

Täter ist 27 Jahre alt

Nur sechs Wochen nach dem Angriff auf Fahrradfahrer und Spaziergänger am Westside Highway wurde die Stadt am Montag erneut von einem Terrorangriff wohl eines fanatisierten Einzelgängers heimgesucht. Der 27-Jahre alte Akayed U. aus Brooklyn hatte sich einen wohl selbstgebauten Sprengsatz an den Körper gebunden. Der stümperhafte Attentatsversuch misslang aber gründlich. Der Sprengsatz detonierte nach Angaben der Polizei frühzeitig und unvollständig. Sogar der Täter selbst, der scheinbar einen Selbstmordanschlag geplant hatte, kam mit schweren Verbrennungen davon. Drei Passanten wurden leicht verletzt. Keiner von ihnen ist in Lebensgefahr.

Die Reaktion der Stadt war, wie schon nach dem Anschlag auf die Radfahrer am Hudson, ermattet aber gefasst. Ein Passant, der an der Ecke zehnte Avenue und 45. Straße, keine 400 Meter vom Tatort entfernt, das Polizeiaufgebot beobachtete, sagte nur: „Das ist wohl die Welt in der wir heute leben.“ Der Mann neben ihm erwiderte: „Das wäre vor zehn Jahren eine große Geschichte gewesen. Heute ist es so, wie wenn der Briefträger vom Hund gebissen wird.“

Der New Yorker Bürgermeister Bill DeBlasio reagierte ebenfalls ruhig. Er nannte die Tat einen „terroristischen Akt“, ermutigte aber seine Mitbürger, ungestört ihren Geschäften nach zu gehen. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass eine weitere Gefahr besteht.“

Wie schon nach dem Mord an den Radfahrern unterstrich der gerade neugewählte DeBlasio, dass New York sich durch die Terrorgefahr nicht aus der Bahn bringen lässt: „Sie greifen uns an, weil wir ein Ort sind, an dem Menschen mit den verschiedensten Hintergründen miteinander auskommen. Das wollen sie untergraben.“ Doch seine Stadt, sagte DeBlasio, werde sich niemals beirren lassen.

Ein Unbehagen bleibt bei vielen New Yorkern dennoch zurück.

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