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Nach Anschlag Welche Lehren bietet Manchester?

Die Sicherheitsfrage ist in diesen Tagen vor allem für Berlin relevant: Mehr als 200.000 Menschen werden ab Mittwoch die Veranstaltungen des Evangelischen Kirchentages besuchen. Unklar ist indes, ob der einzige geplante Deutschland-Auftritt von Ariana Grande in Frankfurt überhaupt stattfinden wird.

Nach Anschlag in Manchester
Polizisten legen auf der St Ann's Square in Manchester Blumen ab. Foto: dpa

Nach dem Anschlag am Ende eines Konzerts von US-Sängerin Ariana Grande in Manchester steht die Frage im Raum, ob Großveranstaltungen noch besser geschützt werden könnten und wenn ja, wie.

Noch ist unklar, wo genau sich der Anschlag ereignete. Zunächst hieß es seitens der Sicherheitsbehörden, dass der Sprengsatz im Foyer der Konzerthalle explodiert sei. Das würde bedeuten, dass der Täter die Sicherheitskontrollen nicht durchquert hätte. Wie hätte der Anschlag dann verhindert werden sollen? Der Betreiber der Manchester Arena, in der das Konzert stattfand, erklärte hingegen, dass sich die Explosion außerhalb der Halle, also auf öffentlichem Boden, ereignet hätte. Das würde es den Sicherheitsexperten noch schwieriger machen.

Die Sicherheitsfrage ist in diesen Tagen vor allem für Berlin relevant. Mehr als 200.000 Menschen werden ab dem heutigen Mittwoch die Veranstaltungen des Evangelischen Kirchentages besuchen. Ex-US-Präsident Barack Obama wird unter anderen erwartet. Außerdem steigt am Samstag das DFB-Pokalfinale in der deutschen Hauptstadt. Ein Sprecher der Berliner Polizei bezeichnete die kommenden Tage daher als eine „Woche der Herausforderung“. Aber: „Wir sind gut aufgestellt. Wir haben ja schon lange eine hohe abstrakte Sicherheitslage und unsere Sicherheitsmaßnahmen sind auf einem hohen Niveau.“ Unterstützung erhalte die Berliner Polizei von der Bundespolizei und der Polizei aus anderen Bundesländern.

So strikt wie nie

Die Sicherheitsvorkehrungen sind so strikt wie noch nie bei einem Kirchentag. Es gilt die oberste Terrorwarnstufe, Tausende Polizisten sind im Einsatz. „Wir haben  am Dienstagmorgen sofort mit den Sicherheitsbehörden und der Polizei telefoniert“, erklärte eine Sprecherin. „Man hat uns mitgeteilt, dass sich die konkrete Sicherheitslage nicht geändert habe.“ Die permanente Kontrolle der bekannten Gefährder laufe normal weiter. „Bei unseren größeren Veranstaltungen wird es erstmals Taschenkontrollen geben“, erklärte die Sprecherin. Dafür wurden zahlreiche ehrenamtliche Helfer extra geschult.

Zudem fährt die Polizei mobile Barrieren auf, um Anschläge mit Fahrzeugen auszuschließen – eine Konsequenz aus dem Attentat auf Besucher des Weihnachtsmarktes an der Gedächtniskirche im vergangenen Dezember. Für den Besuch von Obama, der am Himmelfahrtstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Brandenburger Tor diskutieren wird, sollen die Gullydeckel abgesucht und Sprengstoffhunde eingesetzt werden. Außerdem werden Scharfschützen um das Areal postiert.

Der Sprecher der Mercedes-Benz-Arena in Berlin, Moritz Hillebrand erklärte, dass es „aus jedem Terroranschlag Learnings“ gebe. Gleichzeitig werde das Sicherheitskonzept aber nicht nach jedem einzelnen Anschlag verschärft. Vielmehr sei man in kontinuierlichem Austausch mit den Sicherheitsbehörden und überarbeite das Sicherheitskonzept regelmäßig. „Seit letztem Sommer haben wir beispielsweise Metalldetektoren an jedem Eingang.“ Diese Entscheidung sei aber nicht wegen eines konkreten Anlasses gefällt worden. Die Mercedes-Benz-Arena wird von der Anschutz Entertainment Group Development GmbH betrieben, die mehr als 100 Veranstaltungshallen, Arenen und Stadien weltweit betreibt. Ob nach Manchester weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen würden, wollte Hillebrand nicht kommentieren. „Wir wollen Sicherheit durch unser Tun vermitteln, nicht durch unsere Worte“, sagte er.

Unklar ist indes, ob der einzige geplante Deutschland-Auftritt von Ariana Grande stattfinden wird. Ursprünglich sollte Ariana Grande am 3. Juni in der Frankfurter Festhalle auftreten. Eine Sprecherin des Konzertveranstalters erklärte, dass es noch offen sei, ob der Auftritt stattfinde. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Marek Lieberberg, erklärte, dass die bereits bestehenden Sicherheitsvorkehrungen nun in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden weiter angepasst würden. Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum könnten allerdings nur von der Polizei ergriffen werden.

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